Der Cargolifter startet im MDax
Luftschiff-Hersteller hat schon vor dem Börsengang 13 000 Aktionäre
Von Wolf H. Goldschmitt
Berlin - Die Cargolifter AG will zum Senkrechtstarter im MDax werden. Am 15. Mai stellt das Unternehmen in Frankfurt seinen Börsenprospekt für den Schwerlasttransporter der Lüfte vor. Rund zwei Wochen später steht die erste Aktiennotierung im Terminplan des Firmenchefs Carl von Gablenz. Beim Börsengang, der von Commerzbank, Bayerischer Landesbank und Bankhaus Schroders begleitet wird, unterscheidet sich der Luftschiffproduzent von anderen Parkettneulingen. Denn schon vor dem Tag X zählt die Cargolifter AG 13 100 Aktionäre, die inzwischen bereits knapp 300 Mio. DM Venture Capital in das Risikoprojekt gesteckt haben. Die Aktienplatzierung soll weitere 250 Mio. DM in die Kasse bringen. Nach dem Börsengang werde sich, so von Gablenz gegenüber der WELT, "sicher nur wenig" an den Besitzverhältnissen im Unternehmen ändern. Zurzeit gehören zwei Drittel der Aktien Privatanlegern, sechs Prozent sind Eigentum von Industrie und Transportgewerbe, knapp 30 Prozent werden von institutionellen Investoren gehalten. Der 160 Tonnen schwere und 260 Meter lange Riesenzeppelin CL 160 soll ab 2004/2005 sperrige Großgüter schnellstmöglich nonstop und zielgenau in die entlegendsten Winkel der Erde befördern. Den Bedarf an Megatransporten belegen Studien des Verbandes Deutscher Maschinenbau. Allein in der Bundesrepublik gehen jährlich 300 "Brummis" mit fast 50 000 Tonnen Gewicht auf die Reise, deren Ladungen 100 Tonnen überschreiten und länger als 25 Meter sind. Der Einsatz des Cargolifters verspricht Großunternehmen wie ABB, Danzas, Siemens oder Schenker wesentlich verkürzte Transportzeiten und deutlich niedrigere Kosten als bei komplizierten Überlandtransporten anfallen. Heute brauchen die Lastwagen, die beispielsweise eine 150-Tonnen-Anlage von Deutschland nach Russland bringen müssen, etwa 60 Tage. Kostenpunkt: 500 000 DM. Der Wiesbadener "Wolkenfrachter" hingegen könnte das Geschäft innerhalb von vier Tagen für 400 000 DM unter Dach und Fach bringen.
Eine Tour nach Indien, die normalerweise mindestens acht Wochen in Anspruch nimmt, schafft der Laster der Lüfte innerhalb von acht Tagen. Ein weiterer Pluspunkt: Der CL 160 kann mit Hilfe von Stahlseilen exakt über einer Werkshalle verankert werden und seine Schwerstladung mit Seilwinden direkt vor Ort an Bord nehmen. Auf dem ausgedienten Militärflugplatz Brand in Brandenburg wird zurzeit ein 340 Meter langer, 200 Meter breiter und 100 Meter hoher Hangar gebaut. Rund 14 000 Tonnen Stahl und 40 000 Kubikmeter Beton werden für eines der größten Gebäude Deutschlands benötigt. Auftragsvolumen: 130 Mio. DM. Obwohl widrige Wetterbedingungen das Großprojekt in Verzug gebracht haben und noch eine Vielzahl von technischen Problemen einer Lösung harren, rechnet der Berufsoptimist Carl von Gablenz mit einer pünktlichen Fertigstellung der Halle und dem Baubeginn am CL 160 noch in diesem Jahr. Der erste fliegende Kran soll bis 2002 startklar sein, die Serienfertigung ist für 2004/2005 anvisiert. Das Luftschiff im Internet: www.cargolifter.de
www.welt.de/daten/2000/05/02/0502un165457.htx
Wünsche gute Geschäfte Marius
Luftschiff-Hersteller hat schon vor dem Börsengang 13 000 Aktionäre
Von Wolf H. Goldschmitt
Berlin - Die Cargolifter AG will zum Senkrechtstarter im MDax werden. Am 15. Mai stellt das Unternehmen in Frankfurt seinen Börsenprospekt für den Schwerlasttransporter der Lüfte vor. Rund zwei Wochen später steht die erste Aktiennotierung im Terminplan des Firmenchefs Carl von Gablenz. Beim Börsengang, der von Commerzbank, Bayerischer Landesbank und Bankhaus Schroders begleitet wird, unterscheidet sich der Luftschiffproduzent von anderen Parkettneulingen. Denn schon vor dem Tag X zählt die Cargolifter AG 13 100 Aktionäre, die inzwischen bereits knapp 300 Mio. DM Venture Capital in das Risikoprojekt gesteckt haben. Die Aktienplatzierung soll weitere 250 Mio. DM in die Kasse bringen. Nach dem Börsengang werde sich, so von Gablenz gegenüber der WELT, "sicher nur wenig" an den Besitzverhältnissen im Unternehmen ändern. Zurzeit gehören zwei Drittel der Aktien Privatanlegern, sechs Prozent sind Eigentum von Industrie und Transportgewerbe, knapp 30 Prozent werden von institutionellen Investoren gehalten. Der 160 Tonnen schwere und 260 Meter lange Riesenzeppelin CL 160 soll ab 2004/2005 sperrige Großgüter schnellstmöglich nonstop und zielgenau in die entlegendsten Winkel der Erde befördern. Den Bedarf an Megatransporten belegen Studien des Verbandes Deutscher Maschinenbau. Allein in der Bundesrepublik gehen jährlich 300 "Brummis" mit fast 50 000 Tonnen Gewicht auf die Reise, deren Ladungen 100 Tonnen überschreiten und länger als 25 Meter sind. Der Einsatz des Cargolifters verspricht Großunternehmen wie ABB, Danzas, Siemens oder Schenker wesentlich verkürzte Transportzeiten und deutlich niedrigere Kosten als bei komplizierten Überlandtransporten anfallen. Heute brauchen die Lastwagen, die beispielsweise eine 150-Tonnen-Anlage von Deutschland nach Russland bringen müssen, etwa 60 Tage. Kostenpunkt: 500 000 DM. Der Wiesbadener "Wolkenfrachter" hingegen könnte das Geschäft innerhalb von vier Tagen für 400 000 DM unter Dach und Fach bringen.
Eine Tour nach Indien, die normalerweise mindestens acht Wochen in Anspruch nimmt, schafft der Laster der Lüfte innerhalb von acht Tagen. Ein weiterer Pluspunkt: Der CL 160 kann mit Hilfe von Stahlseilen exakt über einer Werkshalle verankert werden und seine Schwerstladung mit Seilwinden direkt vor Ort an Bord nehmen. Auf dem ausgedienten Militärflugplatz Brand in Brandenburg wird zurzeit ein 340 Meter langer, 200 Meter breiter und 100 Meter hoher Hangar gebaut. Rund 14 000 Tonnen Stahl und 40 000 Kubikmeter Beton werden für eines der größten Gebäude Deutschlands benötigt. Auftragsvolumen: 130 Mio. DM. Obwohl widrige Wetterbedingungen das Großprojekt in Verzug gebracht haben und noch eine Vielzahl von technischen Problemen einer Lösung harren, rechnet der Berufsoptimist Carl von Gablenz mit einer pünktlichen Fertigstellung der Halle und dem Baubeginn am CL 160 noch in diesem Jahr. Der erste fliegende Kran soll bis 2002 startklar sein, die Serienfertigung ist für 2004/2005 anvisiert. Das Luftschiff im Internet: www.cargolifter.de
www.welt.de/daten/2000/05/02/0502un165457.htx
Wünsche gute Geschäfte Marius