Der Appetit auf Aktien nimmt zu
- allerdings nur häppchenweise
Es ist erwiesen, dass es gesünder ist, öfter mal kleine Häppchen zu sich zu nehmen als jeweils eine üppige Mahlzeit. Viele Anleger scheinen diese Erkenntnis auf den Aktienkauf übertragen zu haben: Kleine Engagements sind besser als ein dickes Investment. Für besorgte Gemüter werden schon wieder zu viele Häppchen konsumiert. Sie fürchten, dass es zu einer Jahresend-Rallye kommen könnte.
von Brigitte Weining, 07.12.2001
Ein Rückblick auf dieses nervenaufreibende Börsenjahr zeigt eines: Der Wunsch nach »Erlösung« der Anleger-Gemeinde ist groß gewesen. Immer wieder, wenn die Kurse ausnahmsweise an manchen Tagen gestiegen waren, keimte Hoffnung auf: Von Trendwende wurde geträumt, von Frühjahrs- oder Sommer-Rallye. Und immer wieder die Enttäuschung.
Jetzt treibt Anleger die Frage um: Wie wird dieses Horrorjahr enden? Nicht mehr lange, und wir wissen es. Aber wer Geld an der Börse verdienen will, kann nicht ewig abwarten, sondern muss sich vorher entscheiden. Aber an der Börse gibt es -besonders zur Zeit - alles andere als Gewissheit: Das Übel des Terrorismus ist nicht vorbei. Die Nahost-Krise spitzt sich zu – spielt aber kurioserweise aktuell noch keine Rolle an der Börse.
Cisco-Aktie im Aufstieg
Die Konjunktur-Aussichten sind nebulös bis ernüchternd. Unternehmens-Gewinne bröckeln oder brechen ein. Hie und da gibt es Hoffnungsschimmer: Zum Beispiel, wenn der Welt größter Netzwerkausrüster Cisco Systems mitteilt, die Erwartungen des Unternehmens in den Auftragseingang hätten sich im November erfüllt. Die Cisco-Aktie steigt.
Oder wenn Siemens bekannt gibt, man habe Aufträge aus Italien und Israel in Milliardenhöhe erhalten. Die Kurse von Siemens und den Töchtern Infineon und Epcos steigen – ob aufgrund dieser Nachricht oder nur, weil an den US-Börsen am Vortag die Technologie-Werte gut gelaufen sind - mit Sicherheit vermag das kaum jemand zu sagen.
Alles ist möglich
Nichts ist gewiss, alles ist möglich bis zum Endes des Jahres: Von der Jahresend-Rallye bis zum großen Absturz, wenn noch »etwas Gravierendes« dazwischen kommt. Trotz der allgemeinen Ungewissheit, die Börsianer eigentlich überhaupt nicht lieben, konnten sich die Aktienkurse in den vergangenen Wochen gut entwickeln. Wobei die Engagements vorsichtig eingegangen werden: Kursgewinne kommen bei nicht wirklich großen Umsätzen zustande.
Die Häppchen weise vorgenommenen Investment spiegeln zweierlei: Die Zuversicht, dass das Schlimmste längst vorbei ist, wenn die Zahlen in der Öffentlichkeit angekommen sind. Und die Angst, bei ordentlichen Kursgewinnen vielleicht nicht dabei zu sein. Und drittens scheinen Anleger dazugelernt zu haben: Nicht in großer Euphorie alles Kapital auf den Markt zu werfen.
Quelle: www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/...WIRT-0-11698,FF.html
- allerdings nur häppchenweise
Es ist erwiesen, dass es gesünder ist, öfter mal kleine Häppchen zu sich zu nehmen als jeweils eine üppige Mahlzeit. Viele Anleger scheinen diese Erkenntnis auf den Aktienkauf übertragen zu haben: Kleine Engagements sind besser als ein dickes Investment. Für besorgte Gemüter werden schon wieder zu viele Häppchen konsumiert. Sie fürchten, dass es zu einer Jahresend-Rallye kommen könnte.
von Brigitte Weining, 07.12.2001
Ein Rückblick auf dieses nervenaufreibende Börsenjahr zeigt eines: Der Wunsch nach »Erlösung« der Anleger-Gemeinde ist groß gewesen. Immer wieder, wenn die Kurse ausnahmsweise an manchen Tagen gestiegen waren, keimte Hoffnung auf: Von Trendwende wurde geträumt, von Frühjahrs- oder Sommer-Rallye. Und immer wieder die Enttäuschung.
Jetzt treibt Anleger die Frage um: Wie wird dieses Horrorjahr enden? Nicht mehr lange, und wir wissen es. Aber wer Geld an der Börse verdienen will, kann nicht ewig abwarten, sondern muss sich vorher entscheiden. Aber an der Börse gibt es -besonders zur Zeit - alles andere als Gewissheit: Das Übel des Terrorismus ist nicht vorbei. Die Nahost-Krise spitzt sich zu – spielt aber kurioserweise aktuell noch keine Rolle an der Börse.
Cisco-Aktie im Aufstieg
Die Konjunktur-Aussichten sind nebulös bis ernüchternd. Unternehmens-Gewinne bröckeln oder brechen ein. Hie und da gibt es Hoffnungsschimmer: Zum Beispiel, wenn der Welt größter Netzwerkausrüster Cisco Systems mitteilt, die Erwartungen des Unternehmens in den Auftragseingang hätten sich im November erfüllt. Die Cisco-Aktie steigt.
Oder wenn Siemens bekannt gibt, man habe Aufträge aus Italien und Israel in Milliardenhöhe erhalten. Die Kurse von Siemens und den Töchtern Infineon und Epcos steigen – ob aufgrund dieser Nachricht oder nur, weil an den US-Börsen am Vortag die Technologie-Werte gut gelaufen sind - mit Sicherheit vermag das kaum jemand zu sagen.
Alles ist möglich
Nichts ist gewiss, alles ist möglich bis zum Endes des Jahres: Von der Jahresend-Rallye bis zum großen Absturz, wenn noch »etwas Gravierendes« dazwischen kommt. Trotz der allgemeinen Ungewissheit, die Börsianer eigentlich überhaupt nicht lieben, konnten sich die Aktienkurse in den vergangenen Wochen gut entwickeln. Wobei die Engagements vorsichtig eingegangen werden: Kursgewinne kommen bei nicht wirklich großen Umsätzen zustande.
Die Häppchen weise vorgenommenen Investment spiegeln zweierlei: Die Zuversicht, dass das Schlimmste längst vorbei ist, wenn die Zahlen in der Öffentlichkeit angekommen sind. Und die Angst, bei ordentlichen Kursgewinnen vielleicht nicht dabei zu sein. Und drittens scheinen Anleger dazugelernt zu haben: Nicht in großer Euphorie alles Kapital auf den Markt zu werfen.
Quelle: www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/...WIRT-0-11698,FF.html