Wird schwierig: Portugal spart, Spanien spart, GB spart. Die haben alle das Exempel Griechenland begriffen.
Vielleicht sollte ich Eurostoxx verkaufen und DAX kaufen?
Dann bin ich mein eigener Hedge-Fonds...
Armitage Alpha Stretegy Europe ex Greece Fonds (Quanto)
Ja , ich weiß, dass "Quanto" bei disem Konstrukt keinen Sinn ergibt, aber es hört sich sehr hübsch an - und strenggenommen habe ich das Währungsrisiko ja auch herausgenommen. Ich rufe gleich mal die BaFin an!
Ein Freund von mir denkt sich bei ner Bank lustige Derivate aus, der kann dann ein Bonuszertifikat daraus bauen:
Protect Bonus Zertifikat auf Armitage Alpha Stretegy Europe ex Greece Fonds (Quanto)
(Sparplanfähig)
... lässt die Kirche richtigerweise schön brav im Dorf, wie ich meine. Paniker und Hektiker gibt es genügend in diesen Zeiten, nicht nur im BT ...
Eigentlich würde dieses Enderlein-Interview viel besser in den BT passen; allerdings wäre es so konträr zum allgemeinen BT-Sentiment, dass es dort entweder ignoriert oder sonstwie außer Sinnweite geworfen würde.
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14.05.2010, 12:462010-05-14T12:46:00
CEST+0200
Politökonom Enderlein über unberechtigte Inflationängste
- und warum die No-bail-out-Klausel Ähnlichkeit mit Zahnpasta hat.
Politökonom Henrik Enderlein: "Ich gehöre nicht zu denen, die wegen
Inflationsangst nachts aufwachen." Graphik: sueddeutsche.de
Henrik Enderlein ist Professor für Politische Ökonomie an der Hertie
School of Governance in Berlin. Er studierte in Paris und New York, promovierte
am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und arbeitete als
Ökonom bei der Europäischen Zentralbank, ehe er als Juniorprofessor für
Wirtschaftswissenschaften an die Freie Universität Berlin wechselte.
sueddeutsche.de: Herr Professor Enderlein, der Euro schwächelt brutal.
Folgt daraus Deutschlands Austritt aus dem Euro-Verbund - oder sollte die
Gemeinschaftswährung gleich ganz abgeschafft werden?
Enderlein: Der Euro schwächelt nicht brutal. Er ist nach einer Phase
der Stärke jetzt unter Druck geraten. Aber er stand vor genau einem Jahr bei
knapp über 1,30 Dollar, und da lag er auch vor ungefähr drei Jahren. Wenn man
den Durchschnitt über die vergangenen zehn Jahre nimmt, das ist ein Wert von
knapp 1,20 Dollar, dann liegt der Euro heute immer noch höher.
...
Niemand sollte jetzt Panik bekommen, dass der Euro sich in Luft auflöst, nur
weil die Märkte im Augenblick gegen diese Währung spekulieren. Es ist vollkommen
müßig und überflüssig, jetzt über einen Euro-Austritt von Deutschland oder auch
von Griechenland zu spekulieren. Ich habe das Gefühl, diese Diskussion wird von
Ewiggestrigen angetrieben, die uns sagen: Wir hätten die D-Mark behalten sollen!
Das ist unverantwortlich, das führt uns nicht weiter. Man heizt die Krise
dadurch an.
Wir müssen daran arbeiten, den Euro-Raum zu einem wirklichen Wirtschafts- und
Währungsraum zu machen. Man darf nicht vergessen: Deutschland profitiert immens
vom Euro und der Währungsintegration. Das sollte man nicht alles innerhalb
kürzester Zeit aufs Spiel setzen.
....
Die jetzt mobilisierten 750 Milliarden Euro werden von den Finanzmärkten nicht
als etwas Kleines abgetan. Das ist schon eine massive Summe. Spekulanten fragen
sich: Können wir das durchhalten? Die Kombination aus dem fast unbegrenzten
fiskalischen Arsenal plus die Kraft der Europäischen Zentralbank ist
beeindruckend. Das schreckt die Märkte ab.
...
Wir müssen keine Inflationsangst haben. Die Interventionen werden "sterilisiert"
durchgeführt, weil gleichzeitig Geldmenge abgezogen wird. Für einen kurzen
Zeitraum ist das legitim, die Architektur des Euroraumes wurde nicht in ein
Ungleichgewicht gebracht. Es ist ein guter und akzeptabler Prozess.
...
Wir entfernen uns auch stetig von einem Deflationsrisiko. Das ist gut so. Es
kann natürlich sein, dass der Preisdruck in den nächsten Jahren zunimmt, aber
das wäre eine Entwicklung, bei der wir wissen, welche Instrumente wir einsetzen
müssen. Wir können Inflation bekämpfen, bei Deflation wird das schwieriger.
...
Die No-bail-out-Klausel war sehr wichtig. Ich sehe mit Sorge, dass die ganze
Logik, die im Maastricht-Vertrag verankert war, jetzt mit einem Schlag über Bord
geschmissen wurde. Aber es gab keine Alternative. Das griechische Problem wurde
zu lange nicht ernst genug genommen. Als das Problem Athen dann vor einigen
Monaten konkret wurde, war die Europäische Union viel zu passiv. Die Krise wurde
von den Regierungen der Mitgliedsländer heraufbeschworen, teilweise wurde sogar
noch Öl ins Feuer gegossen.
...
sueddeutsche.de: Erleben wir derzeit eine Euro-Krise - oder steckt
nicht vielmehr Europa in der Krise?
Enderlein: Wir haben eine Euro-Krise und deshalb eine Krise der
Europäischen Union. Der Euro ist ein ganz zentraler Bestandteil dessen, was in
Europa in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut worden ist. Wenn uns der Euro um
die Ohren fliegt, dann steht es sehr schlecht um das europäische Projekt. Wir
brauchen eine viel stärkere europäische Führungskultur in den Regierungen der
Mitgliedsländer. Wir brauchen endlich wieder Europäer, die dieses Projekt nach
vorne treiben. Da muss man auch direkt auf die Bundesregierung zeigen. Was dort
in den vergangenen Jahren an europapolitischen Ideen entstanden ist, ist sehr,
sehr dünn. Ich wünsche mir ein viel stärkeres Engagement der Europäer, so wie
wir es von Helmut Kohl und Gerhard Schröder gesehen haben. Wir haben, trotz
Skepsis, die Währungsunion geschaffen - heute kann man nicht einfach wieder den
Rückwärtsgang einlegen. Die Bundesregierung ist in der Bringschuld, das
europäische Projekt weiterzutragen.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,tt3m1/wirtschaft/952/511064/text/
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