ist an der Börse niemals das ratsam, was im normalen Leben gut und richtig ist: Einer Peer Group angehören, sich vernetzen, den Konsens suchen.
Die psychologischen Nachteile kann man nun sehr schön im BT beobachten:
1) Die Vernetzung sorgt dafür, dass man seine Meinung auf den Konsens dieses Netzes ausrichtet, sonst gehört man schnell nicht mehr dazu. Das Netz gibt den Takt und den Bias vor. Beispiel: Man komme international herum, kenne viele Firmenchefs und die seien alle pessimistisch. Folglich ist es auch gut, pessimistisch zu sein, denn was Dr. XY , immerhin Firmenchef eines großen Unternehmens, sagt muss schließlich richtig sein. Gell? Nein, denn der hat auch keine Ahnung, wo die Wirtschaft hingeht.
2) Die Peer Group und das Zusammengehörigkeitsgefühl bestrafen den Abweichler doppelt. Zunächst muss er die traurige Realität in seinem Depot akzeptieren, was schwer genug ist. Dann muss er noch die Peer Group verlassen, was soziale Schmerzen verursacht, weil man dann erstmal alleine ist und als Verräter dasteht.
3) Die Sucht nach Konsens sorgt dafür, dass man so brav und fantasielos wie alle denkt. Das "Unmögliche" zu denken wird unmöglich. Doch das "Unmögliche" passiert in der Wirtschaft ständig: Der Zusammenbruch der New Economie und der Schuldenblase und (heute) Wachstum durch Schulden. Nur wer quer denkt hat überhaupt die Chance, eine Rendite abseits der Masse zu erwirtschaften, weil er Dinge in Betracht zieht, die die Masse nicht zu denken wagt. Wer mit der Herde blökt oder der Bärenhorde grunzt erleidet dasselbe Schicksal wie alle. Und seit wann können alle an der Börse gewinnen?
Fazit: Als Einzelgänger hat man an der Börse die besten Chancen. Wer sich unbeliebt macht, der macht es richtig. Wer beliebt sein will soll Schauspieler, Musiker oder Politiker werden, nicht Börsianer.
Denn was neu ist wird alt und was gestern noch galt, stimmt schon heut‘ oder morgen nicht mehr.