Bei dem derzeitig fast 0-Zins-Niveau können die Zinsen ja naturgemäß kaum noch - wenn gar gar nicht mehr fallen.
Und dass die meisten Banken davon ausgehen, bzw. darauf spekulieren, dass der Notenbankzins weltweit demnächst eher steigt als weiter (wohin auch :-) fällt, zeigt für mein Verständnis deren derzeitige "Angebote".
Da ist u.a. die "Deutsche Bank", die für 3 Jahre fest einen Zins von 3% p.a. "garantiert" ;-)
Ebenso gibt es auch "lukrative" Angebote der diversen Volksbanken - wie z.B. die "Stufenzinsanleihe". Dieses lustige Vertragskonstrukt beinhaltet, dass der Gläubiger erst einmal sein Kapital, welches er an die VB auszuleihen gedenkt, für 2 Jahre (bis 2011) fest zu einem Zinssatz von 2,5% p.a. verzinst bekommt.
DANACH hat die VB das WAHLRECHT, die Anleihe entweder zu kündigen, oder für weitere 2 Jahre (bis 2013) aufrecht zu erhalten. Dann allerdings zu dem horrenden Zinssatz von 2,75% ;-)
Somit ist für mich persönlich klar, dass die Banken insgesamt mit mittelfristig (sprich innerhalb der nächsten 6-18 Monate) mit nicht unerheblichen Zinssteigerungen rechnen - ansonsten würden sie uns diese "Wahnsinnsangebote" doch nicht freiwillig und zu "unserem Besten" zugestehen.
Unabhängig von diesen Zinsüberlegungen bezüglich der Zeiträume 3-4 Jahre zu 2,5% - 3% - würde ich jedoch auch eh keine so genannte "Stufenzins-Anleihe" der VB oder irgendeiner anderen Bank zeichnen.
Zwar wirbt gerade die VB damit, dass ihre Anleihe auch durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert sei - von dem wir ja alle wissen, dass dieser seit der Lehman-Pleite eh selbst quasi pleite ist. Doch sollte auch klar sein, dass vorgenannte "Anleihe" auch keinesfalls unter den gesetzlichen Schutz fällt.
Aber ganz unabhängig von vorgenannten Bedenken meinerseits und den daraus vermutlich resultierenden Nachteilen zu meinen Ungunsten, habe ich noch ein ganz anderes Argument solcher und auch anderen vergleichbaren Anleihen entgegen zu setzen:
Ich sehe einfach folgendes nicht ein: Wenn ich als Schuldner bei einer Bank oder irgendwem einen Kredit aufnehmen möchte, so muss ich mich doch den Bedingungen des Kreditgebers fügen. Nicht nur, dass ich "Sicherheiten" stellen muss, Pfändungen akzeptieren muss - NEIN - ICH darf ja noch nicht einmal im positiven Falle des plötzlichen Geldzuflusses (sei dieser aus einer Erbschaft, eines Lottogewinnes oder eines persönlichen großen finanziellen Erfolges begründet) diesen Kredit kündigen. NEIN - ich bin VERPFLICHTET, diesen Kredit, auch wenn ich ihn gar nicht mehr benötige, weiter laufen zu lassen, ihn zu bedienen. Bei Kündigung meinerseits muss ich mit "Strafzinsen" rechnen - wegen entgangener Zinseinnahmen.
Im umgekehrten Falle verhält es sich meines Wissens aber eher so, dass ICH den Banken - aber ebenso Unternehmen - zwar MEIN GELD LEIHE, ICH also der GLÄUBIGER bin, der eigentlich die Bedingungen stellen dürfte - diese aber nicht nur nicht stellen darf, sondern de facto GAR KEINE RECHTE HABE. Die Bedingungen stellt nämlich in diesem Falle erstaunlicher Weise "DER SCHULDNER" :-)
Sprich: Sowohl die Unternehmen (gerade auch in Bezug auf Hybrid-Anleihen - aber meines Wissens auch fast alle anderen...)
als auch die Banken und sicherlich auch die Staaten "stellen Bedingungen gegenüber dem Geldverleiher nach ihrem eigenen Gutdünken" auf. Für mich definitiv nicht zu akzeptieren.
Mich persönlich erstaunt daher neben vielen anderen Sachen aber besonders z. Zt. extrem, dass diese kürzlich ausgegebene nachrangige Anleihe der Deutschen Bank mehrfach überzeichnet wurde. Zwar verspricht die DB einen Zins von über 9% - aber was bedeutet das?
Erst einmal wohl, dass die Deutsche es wohl sehr, sehr nötig hat, sich Kapital zu diesem sehr hohen Zinssatz über den Kapitalmarkt zu beschaffen, obwohl sie gleichzeitig den Kleinanlegern für 3 Jahre fest nur 3% anbietet...
Gleichzeitig würde es wohl jedem Anleihe-Gläubiger herzlich wenig bringen, wenn er ein paar Monate bis auch 1-2 Jahre auf sein eingesetztes Kapital jährlich die über 9% Zinsen einstreichen kann - danach aber recht wahrscheinlich seinen kompletten Einsatz "abschreiben" muss, weil entweder die Bank nach eigenem Gutdünken "Zinszahlungen" aussetzen kann, oder die Bank doch noch insolvent wird und damit eh nicht mehr verpflichtet ist, Zinszahlungen zu leisten ( und auch nicht mehr die eigentliche Anleihe zurück zahlen muss...) oder aber - der STAAT - also wir - springen wieder einmal in die Bresche und stützen die eventuell gescheiterte und marode Bank - was auch beinhaltet, dass die
"Anleihegläubiger" LEER ausgehen.
Ich weiß nicht, ob all meine persönlichen Interpretationen und Wahrnehmungen der Anleihe-Situationen so 100%-ig stimmen. Ist mir auch relativ egal. Ich jedenfalls meide solche vorgenannten Angebote trotzdem tunlichst.
In diesem Sinne - bleibt bitte schön vorsichtig mit "LEIHEN" und ebenso mit "VERLEIHEN" - und schlaft schön
Kosto