Pro-Sieben-Übernahme im Fokus
Dax setzt Konsolidierung fort
Belastet vom hohen Ölpreis und dem seit Tagen steigenden Euro hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag seine Konsolidierung fortgesetzt. Im Fokus der Anleger stand die milliardenschwere Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer.
HB FRANKFURT. Der Standardwerteindex gab bis zum Mittag 0,25 Prozent auf 4862 Punkte nach. „Der Dax legt eine kleine Pause ein, um Luft für weitere Kursanstiege zu holen“, sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Seiner Einschätzung nach könnte der Leitindex in den kommenden Tagen bis auf 4800 Punkte nachgeben. „Dann sollten die Anleger die Korrekturphase für weitere Käufe nutzen“, sagte Stengl.
Skeptisch sehen Börsianer derzeit die weiterhin angespannte Lage am Ölmarkt sowie den Höhenflug des Euro. Die Gemeinschaftswährung hat seit Mittwoch vergangener Woche über 3,5 Cent zugelegt und notierte am Freitag bei 1,2380 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete knapp 62 Dollar.
Wichtige Impulse dürfte gegen 14.30 Uhr (MESZ) der US-Arbeitsmarktbericht für Juli bringen. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen mit einem Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 183.000 nach 146.000 im Juni.
Mit einer Berg- und Talfahrt reagierten die Aktien von Pro Sieben Sat 1 auf die angekündigte Übernahme der TV-Gruppe durch die Verlagsgruppe Axel Springer. Nachdem die Titel zunächst über drei Prozent auf 15,28 Euro zugelegt hatten, drehten sie im weiteren Handelsverlauf ins Minus. Gegen Mittag pendelten die im MDax notierten Pro-Sieben-Vorzugsaktien um ihren Schlusskurs vom Vortag von 14,80 Euro. „Bei den Anleger hat sich nach der anfänglichen Euphorie die Erkenntnis durchgesetzt, dass Springer wohl nicht mehr als die angekündigten 14,10 Euro je Pro-Sieben-Vorzugsaktien zahlen wird“, sagte LBBW-Analystin Iris Schäfer. „Das ist schlicht und einfach ein Eigentümerwechsel“, ergänzte sie. „Kurzfristige Synergien sind durch den Zusammenschluss nicht groß zu erwarten.“
Bei den Standardwerten rutschten die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) 2,5 Prozent auf 70,37 Euro ab. „Die FMC-Aktie ist im Vorfeld der Quartalszahlen sehr gut gelaufen. Nun nehmen die Anleger einfach ihre Gewinne mit“, sagte ein Händler. Der selbe Grund gelte auch für den Kursrückgang der Linde-Aktie um rund ein Prozent auf 59,61 Euro.
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 16,20 Euro die Aktien der Deutschen Telekom. „Einige Anleger nutzen die Kursschwäche der vergangenen beiden Tage aus und decken sich mit dem Papier ein“, sagte ein Händler. Die von der Deutschen Telekom anvisierte milliardenschwere Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters tele.ring unterstützt seiner Aussage nach den Kurs der T-Aktie.
Leoni überzeugt mit Quartalsentwicklung
Größter Gewinner bei den Nebenwerten im MDax waren mit einem Plus von zeitweise über sechs Prozent die Titel des Automobilzulieferers Leoni. „Die Leoni-Geschäftszahlen haben trotz höherer als erwarteten Einmalaufwendungen positiv überrascht und die Markterwartungen übertroffen“, sagte Michael Schäfer, Analyst bei Equinet. „Nach der angehobenen Umsatzprognose für das Gesamtjahr könnte man die neue Ebit-Planung als konservativ ansehen“.
Vor dem Bericht zum US-Arbeitsmarkt im Juli sei mit deutlicher Zurückhaltung und einer Fortsetzung der Konsolidierung zu rechnen, sagten Händler. Charttechnisch könnte der Dax die Unterstützung bei 4.850 Punkten testen. Lediglich ein nachhaltiger Sprung über das Niveau um 4.880 Punkte würde die Lage insgesamt wieder bessern.
Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 05. August 2005, 12:49 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter
Dax setzt Konsolidierung fort
Belastet vom hohen Ölpreis und dem seit Tagen steigenden Euro hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag seine Konsolidierung fortgesetzt. Im Fokus der Anleger stand die milliardenschwere Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Axel Springer.
HB FRANKFURT. Der Standardwerteindex gab bis zum Mittag 0,25 Prozent auf 4862 Punkte nach. „Der Dax legt eine kleine Pause ein, um Luft für weitere Kursanstiege zu holen“, sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Seiner Einschätzung nach könnte der Leitindex in den kommenden Tagen bis auf 4800 Punkte nachgeben. „Dann sollten die Anleger die Korrekturphase für weitere Käufe nutzen“, sagte Stengl.
Skeptisch sehen Börsianer derzeit die weiterhin angespannte Lage am Ölmarkt sowie den Höhenflug des Euro. Die Gemeinschaftswährung hat seit Mittwoch vergangener Woche über 3,5 Cent zugelegt und notierte am Freitag bei 1,2380 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete knapp 62 Dollar.
Wichtige Impulse dürfte gegen 14.30 Uhr (MESZ) der US-Arbeitsmarktbericht für Juli bringen. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen mit einem Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 183.000 nach 146.000 im Juni.
Mit einer Berg- und Talfahrt reagierten die Aktien von Pro Sieben Sat 1 auf die angekündigte Übernahme der TV-Gruppe durch die Verlagsgruppe Axel Springer. Nachdem die Titel zunächst über drei Prozent auf 15,28 Euro zugelegt hatten, drehten sie im weiteren Handelsverlauf ins Minus. Gegen Mittag pendelten die im MDax notierten Pro-Sieben-Vorzugsaktien um ihren Schlusskurs vom Vortag von 14,80 Euro. „Bei den Anleger hat sich nach der anfänglichen Euphorie die Erkenntnis durchgesetzt, dass Springer wohl nicht mehr als die angekündigten 14,10 Euro je Pro-Sieben-Vorzugsaktien zahlen wird“, sagte LBBW-Analystin Iris Schäfer. „Das ist schlicht und einfach ein Eigentümerwechsel“, ergänzte sie. „Kurzfristige Synergien sind durch den Zusammenschluss nicht groß zu erwarten.“
Bei den Standardwerten rutschten die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) 2,5 Prozent auf 70,37 Euro ab. „Die FMC-Aktie ist im Vorfeld der Quartalszahlen sehr gut gelaufen. Nun nehmen die Anleger einfach ihre Gewinne mit“, sagte ein Händler. Der selbe Grund gelte auch für den Kursrückgang der Linde-Aktie um rund ein Prozent auf 59,61 Euro.
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 16,20 Euro die Aktien der Deutschen Telekom. „Einige Anleger nutzen die Kursschwäche der vergangenen beiden Tage aus und decken sich mit dem Papier ein“, sagte ein Händler. Die von der Deutschen Telekom anvisierte milliardenschwere Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters tele.ring unterstützt seiner Aussage nach den Kurs der T-Aktie.
Leoni überzeugt mit Quartalsentwicklung
Größter Gewinner bei den Nebenwerten im MDax waren mit einem Plus von zeitweise über sechs Prozent die Titel des Automobilzulieferers Leoni. „Die Leoni-Geschäftszahlen haben trotz höherer als erwarteten Einmalaufwendungen positiv überrascht und die Markterwartungen übertroffen“, sagte Michael Schäfer, Analyst bei Equinet. „Nach der angehobenen Umsatzprognose für das Gesamtjahr könnte man die neue Ebit-Planung als konservativ ansehen“.
Vor dem Bericht zum US-Arbeitsmarkt im Juli sei mit deutlicher Zurückhaltung und einer Fortsetzung der Konsolidierung zu rechnen, sagten Händler. Charttechnisch könnte der Dax die Unterstützung bei 4.850 Punkten testen. Lediglich ein nachhaltiger Sprung über das Niveau um 4.880 Punkte würde die Lage insgesamt wieder bessern.
Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 05. August 2005, 12:49 Uhr
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