Richtung 4800 Punkte weitere hochs unwahrscheinlich.
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DJ MARKTUMFRAGE/DAX weiter in Konsolidierung erwartet
VWD
Seit Anfang Mai liegt der DAX nun in einer Seitwärtsbewegung um die Marke von 5.000 Punkten. Diese geht einher mit einem Verlust an Aufwärtsdynamik und einem Rückgang der Volatilität. Erfahrungsgemäß könnten die Schwankungen vor dem großen Eurex-Verfall am Freitag wieder zunehmen, der DAX könnte sich allerdings auch an großen Basispreisen festsetzen.
Ein Ende der Konsolidierung ist nicht in Sicht, wie technische Analysten überwiegend meinen. Das Umfeld hat sich in den vergangenen Tagen eher eingetrübt: Der bislang starke Euro und der fallende Bund-Future als stützende Faktoren korrigieren seit einigen Tagen und auch einige Rohstoffe hängen erst einmal oben fest.
"Eine Ausweitung der Konsolidierung sollte nicht überraschen", meint Petra von Kressenbrock, technische Analystin von Commerzbank Technical Analysis & Index Research. Der DAX sei an einem starken Widerstandsbereich angekommen und hänge nun unterhalb des zentralen Baisse-Trends bei knapp 5.300 Punkten fest, so die Analystin. Sie meint, eine starke Abwärtsbewegung sei wenig wahrscheinlich, dafür fehle unter anderem die Top-Formation. Außerdem schichteten Anleger in defensivere Titel um, das spreche gegen ein generelles Umschlagen der Stimmung.
Der DAX könnte zunächst Richtung 4.800 Punkte fallen, auch ein weiteres Abbröckeln Richtung 4.400 Zähler sei möglich, so die Expertin der Commerzbank. "Ein Rückschlag auf 4.400 wäre immer noch Bestandteil einer Bodenformation", ergänzt sie. Sie meint, Anleger sollten sich kurzfristig auf defensive Werte konzentrieren, so Titel aus den Bereichen Öl- und Gas oder ausgewählte Versorger.
Auch andere technische Analysten bleiben dem DAX gegenüber relativ neutral eingestellt: "Nach wie vor mangelt es an verwertbaren technischen Signalen, die auf eine Ende der zähen, unterm Strich seitwärts gerichteten Tendenz hindeuten", so die Analysten von Staud Research. Anleger sollten auf Brüche des Jahreshochs bei 5.178 oder des Unterstützungsbereichs zwischen 5.000 und 4.970 warten, ergänzen sie und meinen, das Konsolidierungspotenzial liege bei 4.780 Punkten.
Das Gesamtbild bleibe zu "unauskonsolidiert", um aus dem Stand eine neue dynamische Bewegung nach oben zu erwarten, heißt es in den Mußler-Briefen. Zwar nähmen die Indizien zu, dass der DAX den Test des Abwärtstrends bei knapp 5.300 Punkten bereits vorbereite, kurzfristig sollten Anleger mit einem erfolgreichen Test aber noch nicht rechnen. Bei einem Fall unter 5.000 Punkte dürfte noch einmal Druck Richtung 4.803 Punkte aufkommen.
Einen Fall auf 4.803 Punkte für wahrscheinlich halten die Analysten der LBBW. Die Marke dürfte ins Visier genommen werden, wenn der DAX die Marke von 4.970 Punkten breche. Auf der Oberseite lägen Widerstände bei 5.069 und im "Extrem" bei 5.108 Punkten.
Die technischen Analysten von HSBC Trinkaus wenden sich dem Dow-Jones-Euro-Stoxx-50 zu und meinen, die Märkte stünden vor der Weichenstellung zwischen Befreiungsschlag oder Konsolidierung. Sollte der Euro-Stoxx über das Jahreshoch bei 2.608 aus dem Januar steigen, wäre eine größere Bodenbildung komplettiert, deren Potenzial sich auf fast 850 Punkte beziffern ließe, so die Analysten.
Indikatoren wie Stochastik, ADX oder MACD deuteten allerdings darauf hin, dass neue Hochs unwahrscheinlich seien. Falle der Index unter das Tief vom 18. Mai bei 2.318 Punkten, drohe eine längere Konsolidierung.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 217,
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June 15, 2009 04:56 ET (08:56 GMT)
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Quelle: VWD 15.06.2009 10:56:00