In seinem Tief erreichte das deutsche Börsenbarometer DAX die 2.618 Indexpunkte und setzte damit fast punktgenau auf der unteren Begrenzungsebene der aktuell noch gültigen, potenziellen Schiebezone auf, die bei 2.615 bis 2.563 definiert ist, ein Bereich, in dem in der Vorwoche noch deutliche Nachfrageüberhänge vorlagen, so Uwe Wagner, technischer Analyst der Deutschen Bank.
Auch wenn das gestrige Ausmaß der Abwärtsbewegung im DAX durchaus beeindruckt habe und in dieser Art nicht erwartet wurde, sei dennoch bisher unter charttechnischen Gesichtspunkten noch nichts passiert, was eine grundsätzliche Änderung des Gesamtbildes verursachte.
Zum aktuellen Zeitpunkt hält der Experte für den DAX folgende Eckpunkte fest:
(1) der jüngst ausgebildete tertiäre Abwärtstrend habe noch immer uneingeschränkte Gültigkeit; dieser tertiäre Abwärtstrend sei Bestandteil eines sekundären abwärts ausgerichteten Trendverlaufes, der seit Anfang Dezember Gültigkeit besitze und auf einem Wochenchart sehr gut erkennbar sei;
(2) mit dem „Aufbäumen“ am Montag zu Handelsbeginn, hätte der DAX sein errechnetes minimales Korrekturpotential, bezogen auf den tertiären Abwärtsschub komplett ausgeschöpft, bevor er wieder in den Sinkflug überging; damit sei im Grunde die Bedingung erfüllt worden, welche in den statistischen Tests mit einer etwa 65 prozentigen Wahrscheinlichkeit eine Fortsetzung des Abschwungs signalisierte;
(3) Der Handelsexperte unterstellt derzeit, dass sich aktuell im Kursverlauf des DAX eine Schiebezone ausbildet, deren untere Begrenzung mit 2.615 / 2.563 definiert werde, die Oberseite sei zurzeit nicht klar und bestätigt zu definieren; sie könne im Bereich um 2.745 liegen, wenn man den Durchstich vom Montag ignoriere, da weit höhere Kurse nicht per Schlusskurs bestätigt worden wäre; ebenso sei eine 2.802 (Hoch vom Montag) durchaus als potenzielle obere Begrenzung denkbar.