FOKUS 1 - Porsche fordert Börse zu Einlenken auf
' Murnau, 06. Jul (Reuters) - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Deutsche Börse AG dazu aufgefordert, im Streit um die Abgabe von Quartalsberichten einzulenken. "Ich würde mir wünschen, dass die Börse noch einmal nachdenkt", sagte der Vorstandschef des Sportwagenherstellers am Donnerstagabend im bayerischen Murnau. Wiedeking lehnte es erneut kategorisch ab, der Aufforderung der Börse nachzukommen, über jedes Quartal zu berichten. Porsche droht in diesem Fall der Ausschluss aus dem Nebenwerte-Index MDax. Zugleich bekräftigte Wiedeking, dass Porsche im zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31. Juli) trotz der Entwicklungskosten für den Gelände-Sportwagen Cayenne eine Gewinnsteigerung erwarte. Wiedeking sagte, Quartalszahlen verstellten den Blick auf die langfristige Perspektive eines Unternehmens und nutzten nur der Börse selbst, die von einer höheren Volatilität der Aktie profitiere. Porsche informiere regelmäßig über seine Strategien und Ziele. Porsche spreche weiter mit der Börse über das Thema. "Ich bin da sehr hoffnungsfroh." Er bekomme "körbeweise Fanpost" auch aus anderen börsennotierten Unternehmen, sagte Wiedeking. Die Börse profitiere mehr vom Bekanntheitsgrad der Marke Porsche als umgekehrt. Porsche gibt bisher nur Halbjahresberichte ab. Ein Sprecher der Börse wies die Forderung zurück: "Wir rücken grundsätzlich von Quartalsberichten als Voraussetzung für den MDax nicht ab", sagte er. Am 7. August entscheidet die Börse zum nächsten Mal über die Zusammensetzung des Nebenwerte-Index. Porsche peilt 2000/2001 eine Umsatzsteigerung von über zehn Prozent auf acht (1999/2000: 7,13) Milliarden Mark an und will zum ersten Mal mehr als 50.000 (48.797) Fahrzeuge absetzen, wie Wiedeking unterstrich. "Mit einem satten Plus beim Umsatz wollen wir auch beim Ergebnis nochmal eins draufsetzen", sagte er. Im vergangenen Jahr hatte Porsche vor Steuern 848,5 Millionen Mark verdient. Ob das Gewinnwachstum mit dem Umsatzzuwachs mithalten werde, wollte Wiedeking nicht sagen. Der schwache Euro sei dem Geschäft aber zugute gekommen. In der ersten Jahreshälfte hatte Porsche den Absatz um knapp zehn Prozent, den Vorsteuergewinn aber um fast ein Fünftel ausgebaut. Porsche stellt in diesen Tagen in Murnau sein auf 3,6 Liter Hubraum vergrößertes Volumenmodell 911 Carrera vor, das ab 146.000 Mark verkauft wird. Mit dem "Cayenne", der in Leipzig produziert wird und ab Mitte nächsten Jahres angeboten wird, soll der Porsche-Absatz auf mindestens 75.000 Autos steigen. Erste Reaktionen der Importeure seien "überwältigend" gewesen, sagte Wiedeking. Er rechne mit einer hohen Nachfrage, die die geplanten 25.000 Stück übersteige. axh/ked '
Quelle: REUTERS
' Murnau, 06. Jul (Reuters) - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Deutsche Börse AG dazu aufgefordert, im Streit um die Abgabe von Quartalsberichten einzulenken. "Ich würde mir wünschen, dass die Börse noch einmal nachdenkt", sagte der Vorstandschef des Sportwagenherstellers am Donnerstagabend im bayerischen Murnau. Wiedeking lehnte es erneut kategorisch ab, der Aufforderung der Börse nachzukommen, über jedes Quartal zu berichten. Porsche droht in diesem Fall der Ausschluss aus dem Nebenwerte-Index MDax. Zugleich bekräftigte Wiedeking, dass Porsche im zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2000/01 (zum 31. Juli) trotz der Entwicklungskosten für den Gelände-Sportwagen Cayenne eine Gewinnsteigerung erwarte. Wiedeking sagte, Quartalszahlen verstellten den Blick auf die langfristige Perspektive eines Unternehmens und nutzten nur der Börse selbst, die von einer höheren Volatilität der Aktie profitiere. Porsche informiere regelmäßig über seine Strategien und Ziele. Porsche spreche weiter mit der Börse über das Thema. "Ich bin da sehr hoffnungsfroh." Er bekomme "körbeweise Fanpost" auch aus anderen börsennotierten Unternehmen, sagte Wiedeking. Die Börse profitiere mehr vom Bekanntheitsgrad der Marke Porsche als umgekehrt. Porsche gibt bisher nur Halbjahresberichte ab. Ein Sprecher der Börse wies die Forderung zurück: "Wir rücken grundsätzlich von Quartalsberichten als Voraussetzung für den MDax nicht ab", sagte er. Am 7. August entscheidet die Börse zum nächsten Mal über die Zusammensetzung des Nebenwerte-Index. Porsche peilt 2000/2001 eine Umsatzsteigerung von über zehn Prozent auf acht (1999/2000: 7,13) Milliarden Mark an und will zum ersten Mal mehr als 50.000 (48.797) Fahrzeuge absetzen, wie Wiedeking unterstrich. "Mit einem satten Plus beim Umsatz wollen wir auch beim Ergebnis nochmal eins draufsetzen", sagte er. Im vergangenen Jahr hatte Porsche vor Steuern 848,5 Millionen Mark verdient. Ob das Gewinnwachstum mit dem Umsatzzuwachs mithalten werde, wollte Wiedeking nicht sagen. Der schwache Euro sei dem Geschäft aber zugute gekommen. In der ersten Jahreshälfte hatte Porsche den Absatz um knapp zehn Prozent, den Vorsteuergewinn aber um fast ein Fünftel ausgebaut. Porsche stellt in diesen Tagen in Murnau sein auf 3,6 Liter Hubraum vergrößertes Volumenmodell 911 Carrera vor, das ab 146.000 Mark verkauft wird. Mit dem "Cayenne", der in Leipzig produziert wird und ab Mitte nächsten Jahres angeboten wird, soll der Porsche-Absatz auf mindestens 75.000 Autos steigen. Erste Reaktionen der Importeure seien "überwältigend" gewesen, sagte Wiedeking. Er rechne mit einer hohen Nachfrage, die die geplanten 25.000 Stück übersteige. axh/ked '
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