Die Melkmaschine ist angeworfen...
30.09.2001 Bild.de NEWS
Krieg gegen Terror – USA wollen Milliarden
Deutsche sollen zahlen
statt zu kämpfen
Von U. BRÜSSEL, M. LAMBECK, C. SCHNIEDERMANN und A. STAMP
Im Kampf gegen den Terror plant die US-Regierung, von Deutschland wieder Geld statt Soldaten zu fordern. In der Bundesregierung ist man über entsprechende erste Andeutungen aus Washington alarmiert! Statt einer militärischen Beteiligung zahlte Deutschland bereits im Golfkrieg an die USA 17,6 Milliarden Mark.
In Washington sagten Mitarbeiter des Pentagon zu BILD am SONNTAG, es sei vermutlich sinnvoller, wenn sich Deutschland wieder finanziell am Krieg beteiligen würde. Die Bundeswehr sei einfach für derartige Operationen zu unerfahren.
Das Bild.de Archiv
Bei den Grünen findet die Sendung von Geld statt Soldaten Zustimmung. Die frühere Grünen-Bundesgeschäftsführerin und heutige Europa-Abgeordnete Heide Rühle zu BamS: „Über Zahlungen kann man nachdenken, wenn man über konkrete Einsätze gegen die Terroristen mitreden kann. Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass es den USA mehr um unsere nachrichtendienstliche und finanztechnische Hilfe geht.“ Die baden-württembergische Grünen-Landesvorsitzende Renate Thon erklärte: „Ich hätte nichts dagegen, wenn es für uns nur um eine finanzielle Unterstützung des Einsatzes geht. Damit könnten gerade unentschiedene Parteifreunde besser leben.“
Auch in den Kirchen wird das Prinzip Geld statt Soldaten begrüßt. Der Hamburger Weih-bischof Hans-Jochen Jaschke, designierter Präsident von Pax Christi, zu BamS: „Der Terror darf in der zivilisierten Menschheit keine Chance haben. Ich halte es für gut, wenn in kluger Weise Geldmittel eingesetzt werden. Sie müssen jedoch den Armen zukommen und dem Aufbau einer verlässlichen Struktur dienen.“
In der Bundesregierung stößt das US-Angebot einer rein finanziellen Beteiligung noch auf Ablehnung. Finanzminister Hans Eichel (SPD) sagte vor der Berliner Bundespressekonferenz mit Blick auf den Golfkrieg, damals habe Deutschland mit einer Truppenbeteiligung „so lange gezögert, bis uns keiner mehr wollte, und hinterher durften wir bezahlen. Ich denke, es ist vernünftiger, dass wir unsere eigenen Sachen machen. Meine Einschätzung – und die in meinem Haus – ist, dass das auch finanziell der günstigere Weg ist“.
Die US-Überlegungen sind auch schon bei der Opposition angekommen. CDU-Vize Volker Rühe warnte in dieser Woche im Bundestag: „Keinesfalls darf sich das wiederholen, was im Golfkrieg 1991 unter den damaligen Umständen noch alternativlos war, dass wir als Bundesrepublik Deutschland in dieser Auseinandersetzung einen finanziellen Beitrag geleistet haben, was uns den Vorwurf der Scheckbuchdiplomatie eingebracht hat.“
Bemerkenswert: Im Zusammenhang mit dem neuen Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr hat Michael Steiner, der Sicherheitsberater des Bundeskanzlers, bereits klargestellt, dass dieser Einsatz kein Ersatz für eine deutsche Mitwirkung beim Kampf gegen den Terror sei. Im Kabinett hat Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) die rot-grüne Koalition jetzt schon mehrfach gewarnt: „Deutschland darf nicht wieder in die Zahlerrolle geraten.“
GOLFKRIEG
30.09.2001 Bild.de NEWS
So viel kostete der Golfkrieg
Der Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits von den Truppen Saddam Husseins kostete die Deutschen 1991 rund 20 Milliarden Mark.
17 Milliarden Mark überwies die Bundesregierung direkt an die USA. Für materielle Hilfe steuerte Deutschland weitere zwei Milliarden Mark bei: Deutsche „Patriot“-Raketen wurden nach Israel verlegt, um die gefürchteten irakischen Scud-Raketen abzuwehren. Lastwagen und Tankfahrzeuge der damals gerade aufgelösten Nationalen Volksarmee der früheren DDR ließ die Regierung mit Schiffen zum Golf transportieren.
Außerdem beteiligte sich die Bundeswehr mit Kampfbombern an Überwachungsflügen zur Kontrolle des irakischen Luftraums. Dazu kamen indirekte Kosten wie die Erhöhung der Entwicklungshilfe für arabische Länder. (vk)
Armer Hans
30.09.2001 Bild.de NEWS
Woher soll das Geld kommen?
Finanzminister Hans Eichel (SPD)
Sollte sich die Bundesregierung dazu entschließen, den USA für ihren Krieg gegen den Terror Geld statt Soldaten zu schicken, dann braucht Finanzminister Hans Eichel (SPD) zusätzliche Einnahmen. Die geschätzte Höhe eines deutschen Beitrags beträgt immerhin rund 15 Milliarden Mark.
Als erste und einfachste Möglichkeit gilt in Berlin: Die Nettoverschuldung wird erhöht. Zweite Möglichkeit: Die Mehrwertsteuer wird um einen Punkt von derzeit 16 auf 17 Prozent erhöht. Dritte Variante: Die Regierung nimmt die Senkung der Unternehmenssteuern zurück. Diese Lösung gilt wegen der lahmenden Konjunktur als die zurzeit unwahrscheinlichste. (msl)
Good bless the USA
hehehe...
30.09.2001 Bild.de NEWS
Krieg gegen Terror – USA wollen Milliarden
Deutsche sollen zahlen
statt zu kämpfen
Von U. BRÜSSEL, M. LAMBECK, C. SCHNIEDERMANN und A. STAMP
Im Kampf gegen den Terror plant die US-Regierung, von Deutschland wieder Geld statt Soldaten zu fordern. In der Bundesregierung ist man über entsprechende erste Andeutungen aus Washington alarmiert! Statt einer militärischen Beteiligung zahlte Deutschland bereits im Golfkrieg an die USA 17,6 Milliarden Mark.
In Washington sagten Mitarbeiter des Pentagon zu BILD am SONNTAG, es sei vermutlich sinnvoller, wenn sich Deutschland wieder finanziell am Krieg beteiligen würde. Die Bundeswehr sei einfach für derartige Operationen zu unerfahren.
Das Bild.de Archiv
Bei den Grünen findet die Sendung von Geld statt Soldaten Zustimmung. Die frühere Grünen-Bundesgeschäftsführerin und heutige Europa-Abgeordnete Heide Rühle zu BamS: „Über Zahlungen kann man nachdenken, wenn man über konkrete Einsätze gegen die Terroristen mitreden kann. Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass es den USA mehr um unsere nachrichtendienstliche und finanztechnische Hilfe geht.“ Die baden-württembergische Grünen-Landesvorsitzende Renate Thon erklärte: „Ich hätte nichts dagegen, wenn es für uns nur um eine finanzielle Unterstützung des Einsatzes geht. Damit könnten gerade unentschiedene Parteifreunde besser leben.“
Auch in den Kirchen wird das Prinzip Geld statt Soldaten begrüßt. Der Hamburger Weih-bischof Hans-Jochen Jaschke, designierter Präsident von Pax Christi, zu BamS: „Der Terror darf in der zivilisierten Menschheit keine Chance haben. Ich halte es für gut, wenn in kluger Weise Geldmittel eingesetzt werden. Sie müssen jedoch den Armen zukommen und dem Aufbau einer verlässlichen Struktur dienen.“
In der Bundesregierung stößt das US-Angebot einer rein finanziellen Beteiligung noch auf Ablehnung. Finanzminister Hans Eichel (SPD) sagte vor der Berliner Bundespressekonferenz mit Blick auf den Golfkrieg, damals habe Deutschland mit einer Truppenbeteiligung „so lange gezögert, bis uns keiner mehr wollte, und hinterher durften wir bezahlen. Ich denke, es ist vernünftiger, dass wir unsere eigenen Sachen machen. Meine Einschätzung – und die in meinem Haus – ist, dass das auch finanziell der günstigere Weg ist“.
Die US-Überlegungen sind auch schon bei der Opposition angekommen. CDU-Vize Volker Rühe warnte in dieser Woche im Bundestag: „Keinesfalls darf sich das wiederholen, was im Golfkrieg 1991 unter den damaligen Umständen noch alternativlos war, dass wir als Bundesrepublik Deutschland in dieser Auseinandersetzung einen finanziellen Beitrag geleistet haben, was uns den Vorwurf der Scheckbuchdiplomatie eingebracht hat.“
Bemerkenswert: Im Zusammenhang mit dem neuen Mazedonien-Einsatz der Bundeswehr hat Michael Steiner, der Sicherheitsberater des Bundeskanzlers, bereits klargestellt, dass dieser Einsatz kein Ersatz für eine deutsche Mitwirkung beim Kampf gegen den Terror sei. Im Kabinett hat Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) die rot-grüne Koalition jetzt schon mehrfach gewarnt: „Deutschland darf nicht wieder in die Zahlerrolle geraten.“
GOLFKRIEG
30.09.2001 Bild.de NEWS
So viel kostete der Golfkrieg
Der Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits von den Truppen Saddam Husseins kostete die Deutschen 1991 rund 20 Milliarden Mark.
17 Milliarden Mark überwies die Bundesregierung direkt an die USA. Für materielle Hilfe steuerte Deutschland weitere zwei Milliarden Mark bei: Deutsche „Patriot“-Raketen wurden nach Israel verlegt, um die gefürchteten irakischen Scud-Raketen abzuwehren. Lastwagen und Tankfahrzeuge der damals gerade aufgelösten Nationalen Volksarmee der früheren DDR ließ die Regierung mit Schiffen zum Golf transportieren.
Außerdem beteiligte sich die Bundeswehr mit Kampfbombern an Überwachungsflügen zur Kontrolle des irakischen Luftraums. Dazu kamen indirekte Kosten wie die Erhöhung der Entwicklungshilfe für arabische Länder. (vk)
Armer Hans
30.09.2001 Bild.de NEWS
Woher soll das Geld kommen?
Finanzminister Hans Eichel (SPD)
Sollte sich die Bundesregierung dazu entschließen, den USA für ihren Krieg gegen den Terror Geld statt Soldaten zu schicken, dann braucht Finanzminister Hans Eichel (SPD) zusätzliche Einnahmen. Die geschätzte Höhe eines deutschen Beitrags beträgt immerhin rund 15 Milliarden Mark.
Als erste und einfachste Möglichkeit gilt in Berlin: Die Nettoverschuldung wird erhöht. Zweite Möglichkeit: Die Mehrwertsteuer wird um einen Punkt von derzeit 16 auf 17 Prozent erhöht. Dritte Variante: Die Regierung nimmt die Senkung der Unternehmenssteuern zurück. Diese Lösung gilt wegen der lahmenden Konjunktur als die zurzeit unwahrscheinlichste. (msl)
Good bless the USA
hehehe...