Das darf doch nicht wahr sein!


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Das darf doch nicht wahr sein!

 
09.04.01 17:16
09.04.2001
Dt.Börse Irrtum mit Folgen
Financial Times Deutschland  


Die Deutsche Börse (WKN 581005) hat Fehler in der Schwarzen Liste zu Unternehmen des Neuen Marktes eingeräumt, berichten die Analysten der Financial Times Deutschland.

Nachdem einigen Firmen zu Unrecht fehlende Jahresabschlüsse vorgeworfen worden seien, hätten sie Kursverluste hinnehmen müssen. Derzeit sei noch unklar, wann die Deutsche Börse ihre zurückgezogene Liste in korrigierter Form vorlegen werde. "Ich kann noch keinen Zeitpunkt nennen", habe ein Sprecher der Börse am Montag der FTD Online gesagt. Derzeit werde geprüft, wie viele Unternehmen fälschlicherweise aufgeführt worden seien.. Am Freitagabend habe die Deutsche Börse mitgeteilt, dass technische Probleme in der Datenbank eine Überprüfung der Liste nötig machen würden. Deshalb sei sie von der Homepage entfernt worden. Definitiv falsch seien die Einträge zu Adcon Telemetry und Gericom, die ihre Geschäftsberichte fristgerecht geliefert hätten. Bei diesen Firmen habe sich die Deutsche Börse bereits offiziell entschuldigt, habe der Sprecher gesagt.

Das seit Jahresanfang geltende Regelwerk des Neuen Marktes sehe vor, dass die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr, gehe es mit dem Kalenderjahr einher, spätestens am 31. März veröffentlicht werden müssen. Mit der Liste sollten Anleger über das Geschäftsgebaren von Nemax-Firmen informiert werden, habe es in der vergangenen Woche von der Deutschen Börse geheißen. Zunächst hätten Unternehmen, die ihre Zahlen nicht fristgerecht vorlegen würden, eine Mahnung erhalten; dann werde über Sanktionen wie Bußgeldverfahren entschieden.

Die auf der Liste vom Freitag aufgeführte österreichische Firma Adcon Telemetry fordere von der Deutschen Börse, ihre Kontrollmechanismen zu überarbeiten. "Gerade in sensiblen Zeiten wie diesen, kann einem Unternehmen durch eine Falschmeldung erheblicher wirtschaftlicher Schaden zugefügt werden", habe Adcon-Sprecherin Andrea Wölbits am Montag gesagt. Sie habe Gespräche zwischen dem Firmenvorstand und der Deutschen Börse angekündigt. Über eventuelle rechtliche Schritte werde erst danach entschieden. Vor allem sei zu monieren, dass die Deutsche Börse vor der Veröffentlichung der Liste keine Rücksprache mit Adcon gehalten habe. "Dann hätte sich noch rechtzeitig herausgestellt, dass wir unsere Zahlen termingerecht per E-Mail verschickt haben", habe die Sprecherin gesagt.

Das ebenfalls auf der Schwarzen Liste vermerkte Unternehmen Aixtron sehe nach Aussage eines Unternehmenssprechers keinen Anlass für ein Sanktionsverfahren. Der Geschäftsbericht sei bereits am 8. März ins Internet gestellt worden. Allerdings habe die Deutsche Börse die Kennziffern erst am 3. April erhalten. Die außerdem betroffene österreichische Firma Gericom habe nach Angaben ihrer Sprecherin Michaela Hochreiter den vollständigen Geschäftsbericht am 30. März auf elektronischem Wege an die Deutsche Börse gesandt.

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