um einiges anders einschätze als die Experten, habe ich mal meine daimler Positionen verkauft. Allerdings hab ich den Finger an der Maus um wieder einzusteigen. Dass ich kapituliert habe hat also nichts mit Inkonsequenz zu tun, sondern lediglich mit Risikobegrenzung :-)Ich bin der Meinung dass sich solche Tage wie gestern wiederholen werden und einige Shorter auf der falschen Seite erwischt werden. Man kann die heutigen Zeiten nicht mit der 2000-Blase vergleichén, die Bewertungen sind sowas von human; die Börse lernt auch manchmal! aus ihren Fehlern- die Marktteilnehmer sind viel "realistischer" geworden, oder wieso denkt ihr wohl sind wir letztes Jahr "nur" bis an die 8000er Grenze ran gekommen: Ganz einfach, weil es schon viel viel länger bekannt war dass die housing-Krise eintritt. Ich war aufgrunddessen bereits Ende 2006 short (natürlich viel zu früh). Was jetzt noch erschwerend dazu kommt, ist selbstredent die hohe Inflation (vorallem oil, Stahl, Nahrungsmittel). Allerdings beobachten wir auf der anderen Seite neben der Angebotsinflation, die sog. Nachfrageinflation, nämlich dass die Gewerkschaften höhere Löhne durchsetzen. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Inflation so - würde man den oil Preis herausrechnen, bei weitem kompensiert. Da man den oil Preis jedoch nicht herausrechnen sollte - Bernanki hat ja auch dazu gelernt, also wieso ich nicht auch - haben wir real eine verminderte Kaufkraft. DOCH beachten wir, wenn der oil Preis nun keine höheren Kurse erblickt, ist dies m.M.n. zu vernachlässigen. Dann pendeln wir uns eben auf einem leicht höheren Preis-Niveau ein, das verkraftet die Weltwirtschaft leicht, vorallem bei dem Umschwung bezügl. alternativen Energien etc. Und noch ein Wort zu den Margen: Die höheren Kosten werden an den Verbraucher weitergegeben. Komme was wolle- die Leistung der Arbeit bleibt also im Wirtschaftskreislauf erhalten- nur auf einem höheren Preisniveau. Das ist nicht schlimm, sondern gar erwünschenswert.
Das Problem ist einfach, dass kurzfristig bestimmte Ungleichgewichte im Markt herrschen. Der Vetrauensrückgang in der Bevökerung sollte also nicht von Dauer sein- doch ich bin davon überzeugt dass wir uns bereits dem Boden genähert haben. Viel pessimistischer kann das Volk nicht mehr werden. Denn wir brauchen auch das Vertrauen für den worst case: Falls wir doch in eine Rezession abgleiten sollten und / oder die Infaltion doch überhand nimmt müssen die Bürger ihre Sparquote zum Teil aufbrauchen. 1 % bezügl. der gesamten Welt sollte dabei so oder so reichen (Nicht nur die Deutschen sparen, auch die Chinesen- da diese keine Zeit haben Geld auszugeben ;-) ) Fazit: Alles halb so wild. Margen werden auf Sicht von 1 - 2 Jahren an den Verbaucher weiter gegeben. Wirtschaft holt neue Luft um in 1 - 2 Jahren wieder erneut signifikant wachsen zu können. Dann sind auch die Banken wieder super aufgestellt, reinen Herzens sozusagen. Ich kann es nicht verstehen, wie man denken kann dass wir die nächsten Jahre an den Börsen fallen sollten. Vergleicht doch mal die immwernoch existierenden Gewinne von den Unternehmen als sie vor einigen Jahren die selben Kurse hatten. Ach, da fällt euch wohl auch auf dass wir momentan total unterbewertet sind und dass der Markt denkt alles wird schlechter. So viel Pessimismus wie momentan hab ich selten erlebt. Aber genauso dumm ist es selbstredent nun kurzfristige calls zu kaufen. Abwarten, so bis Herbst wahrscheinlich. Nun gibt es einfach keine Impulse um schon zu kaufen. Allerdings sind manche Aktien schon so billig dass man aus strategischen Gründen einsteigen kann.
Viel Erfolg allerseits; jeder hat seine eigene Taktik!
Mit freundl. Grüßen TraderonTour