die ganze Kette geht Baden...
Airlines, Flugzeugbauer und Zulieferer. FED sei dank.
Wahrscheinlich wird da erst die Spitze des Eisberges sichtbar.
Bei Ölpreis von 135 Dollar funktionieren Airlines nicht mehr"
28.06.2008 | 11:41 | (DiePresse.com)
Die Flugzeughersteller Boeing und Airbus könnten bis zu 30 Prozent ihrer Aufträge verlieren. Die hohen Ölpreise zwingen Airlines zur Stornierung oder Rückstellung der Aufträge.
Die Auftragslage der Flugzeughersteller Airbus und Boeing wird durch die rasant steigenden Ölpreise bedroht. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Branchenschätzungen berichtet, könnten 25 bis 30 Prozent der Bestellungen zurückgestellt oder sogar storniert werden.
Aktuell haben Airbus 3655 und Boeing 3645 Flugzeugbestellungen in ihren Büchern. Dies entspricht laut "Focus" einem Auftragswert nach Listenpreis von insgesamt etwa 540 Milliarden Euro (343 Mrd Euro). Damit sind beide Konzerne für die kommenden drei Jahre ausverkauft. Es werden zudem Pläne verfolgt, die Produktion hochzufahren.
Die Hersteller gingen nach ihren eigenen Prognosen bisher davon aus, bis 2026 zwischen 24.000 und 28.600 neue Jets absetzen zu können. Diese Annahme beruht laut "Focus" allerdings auf einem durchschnittlichen Ölpreis von 70 bis 80 US-Dollar pro 159-Liter Fass. Aktuell ist Öl fast doppelt so teuer. Boeing wolle deshalb zur Luftfahrtschau im britischen Farnborough eine neue 20-Jahres-Prognose veröffentlichen, die die aktuelle Öl- und Kerosinpreisentwicklung berücksichtige, hieß es.
Luftfahrtexperte Philipp Goedeking kritisierte Boeing und Airbus in dem Magazin als "Berufsoptimisten", die die Gefahr einer konjunkturellen Talfahrt nur "ausgesprochen zurückhaltend" berücksichtigten.
Er bezweifelte zudem, dass etwa Air Berlin "die bestellten 25 Langstreckenflieger Boeing 787 noch braucht". Der Lufthansa-Partner JetBlue 21 hat "Spiegel Online" zufolge bereits erteilte Flugzeugbestellungen bei Airbus für fünf Jahre zurückstellen lassen. Auch Delta Air Lines hat 34 ihrer 36 bestellten Boeing-Jets vorab an Dritte weiterverkauft. Bei der indonesischen Lion Air ist ebenfalls nicht sicher, ob sie ihre Pläne verwirklicht, ihre Flotte von 46 Flugzeugen mit weiteren 168 Boeing 737 fast zu verfünffachen. Auch die ungarische Wizz Air, die zu ihren 17 Airbus-Jets weitere 74 bestellt hat, will nach Auskunft einer Sprecherin "die Kostenschraube fester anziehen".
"Viele Airline-Geschäftsmodelle funktionieren bei einem Ölpreis von 135 Dollar nicht mehr", warnt Douglas Runte von RBS Greenwich Capital "Spiegel Online" zufolge. Das Dilemma der Fluglinien ist klar: Zwar sollen die alten spritfressenden Flugzeuge durch neue ersetzt werden - doch dafür fehlt vielen durch die hohen Kerosinpreise unter Druck geratenen Gesellschaften das Geld.
Ein mögliches Airline-Sterben würde aber nicht nur die Branche der Flugzeugbauer hart treffen. Auch die Zulieferer könnten milliardenschwere Verluste nur schwer verkraften.
| 27.06.2008 - 21:55 Öl: Eigentor der Fed |
| New York (BoerseGo.de) - Die von der Fed ausgelöste Öl-Rallye setzte sich heute fort. Die amerikanische Notenbank wies am Mittwoch zwar auf die Inflationsgefahren hin, hatte aber nicht den Mut, deswegen die Zinsen anzuheben, wegen der Konjunkturschwäche und der notorischen Krise der Banken. Auch eine baldige Zinsanhebung wurde nicht zwingend in Aussicht gestellt. Das zwang den Dollar in die Knie und löste die gewohnte Gegenreaktion des Ölpreises aus. |
