FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 20. August 2008. FRANKFURT (Börse
Frankfurt). Die Furcht vor einer neuen Welle der Kreditkrise verunsichert die
Anleger. Nachdem Gerüchte über eine Verstaatlichung der beiden amerikanischen
mit einem Plus gestartet. Die Umsätze an den Finanzmärkten bleiben aber
unverändert sehr gering, die Investoren warten ab. Technische Analysten zeigen
Korrektur an den internationalen Aktienmärkten.
vorwiegend negative Markterwartungen. Die Indextracker iShares DAX (DE) (WKN
niedrigen Umsätzen überwiegend verkauft.
628948) trennen. Dieser börsengehandelte Indexfonds setzt auf deutsche
Staatsanleihen mit mittlerer Laufzeit. Sehr gefragt ist nach Auskunft der
zuständig Händler unterdessen der erst vor rund drei Wochen neu aufgelegte
iShares eb.rexx Money Market (DE) (WKN
A0Q4RZ), der für die kurzfristige Anlage
geeignet ist und die Wertentwicklung deutscher Staatsanleihen mit einer
Restlaufzeit unter einem Jahr widerspiegelt.
Aktienmärkte vor neuer Talfahrt
Auf den Aktienmärkten in Europa und den USA ist nach Einschätzung von Rainer
Sartoris, technischer Analyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt, auf kurze Sicht mit
neuen Rückschlägen zu rechnen. "Technisch sieht es aktuell so aus, dass in den
kommenden Wochen die Junitiefs noch einmal getestet werden. Die jüngste
Aufwärtsbewegung hat eher den Charakter einer Bärenmarkt-Ralley", beobachtet der
Experte. Der DAX sei zuletzt zwar zügig von 6.000 Punkten auf rund 6.600 Punkte
hoch gelaufen, in diesem Bereich hätten sich aber Ermüdungserscheinungen
gezeigt. In der dann gestarteten Seitwärtsbewegung hätten sich die deutlich
überverkauften Werte bei sämtlichen Indikatoren abgebaut, was nun neue
Verkaufssignale hervorrufe. Die kurzfristige Unterstützung sieht Satoris für den
deutschen Leitindex auf dem Niveau des Tiefs vom 29. Juni bei 6.265 Punkten. Die
nächst tiefere Marke, die den Index noch vor einem Rückschlag in Richtung 6.000
Punkte schütze, liege etwa in Höhe des Märztiefs bei 6.168 Punkten.
Ähnlich ist aus Sicht des Technikers die Situation beim DJ Euro Stoxx 50. Hier
falle aber auf, dass der europäische Index zwar in Richtung der Märztiefs
gelaufen sei, diese aber im Gegensatz zum DAX nur sehr kurzfristig überwunden
habe und wieder abgeprallt sei. "Dieses Szenario stützt die Erwartung, dass wir
beim DJ Euro Stoxx 50 zuletzt nur eine Teilerholung gesehen haben. Es droht
daher auch hier ein Wiedersehen mit den Junitiefs.", meint Rainer Sartoris.
Jenseits des Atlantiks hätten sich zuletzt Konsolidierungsformationen nach unten
aufgelöst, wobei die US-amerikanischen Indizes unter kurzfristige Aufwärtstrends
gefallen seien. Der Analyst geht daher davon aus, dass die Tiefstände vom Juni
auch hier schon bald getestet werden und hält auch Niveaus unterhalb dieser
Marke durchaus für möglich.
Besseres Bild bei den Renten
Im Gegensatz zu den Aktienmärkten ist das Bild am Rentenmarkt nach Ansicht von
Rainer Sartoris eher positiv. Mit Blick auf den Beginn dieser Woche zeige sich
allerdings, dass auch hier die Luft auf der Oberseite dünner werde. So habe der
Bund-Future gestern im Verlauf des Nachmittags deutlichen Abgabedruck gesehen,
so dass im Chart eine Kerze mit einem langen Docht nach oben verblieben sei -
ein häufiges Signal dafür, dass es zu einer Korrektur komme. "Wir ordnen diese
Entwicklungen so ein, dass es bei den Renten noch einmal kleinere Rücksätze
geben wird. Das sollte dann aber die Basis für neue Zuwächse beim Bund-Future
bilden, da das Kurspotenzial aus der letzten Bodenformation noch nicht ganz
ausgelotet ist." Eine Flucht aus Aktien in den vergleichsweise sichereren
Rentenmarkt kann der Spezialist aber nicht ausmachen.
Technologieanleger gehen short
Die aktuelle Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren
kommt zu dem Ergebnis, dass die Erwartungen der DAX-Anleger relativ unverändert
geblieben sind. Mit gut 53 Prozent ist die Marktstimmung jedoch weiter eher
leicht positiv. Pessimistischer geworden ist die Stimmung bei den
Technologiewerten: 8 Prozent der Anleger sind short gegangen, von denen mit 7
Prozent die überwiegende Mehrheit zuvor gar nicht positioniert war.
© 20. August 2008/Karoline Koch
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die
Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder
anderen Vermögenswerten.)
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2008-08-20 15:15:50
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