Trifft die Finanzkrise auch Daimler?
Die Aktie des schwäbischen Autobauers zählt am Dienstag zu den größten Dax-Verlierern. Laut einer Studie befürchten Analysten, dass Daimler wegen des Autoleasinggeschäfts in den Finanzkrisen-Studel gerissen wird.
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Die Experten von Merrill Lynch prophezeien düstere Zeiten für die Autobauer. Sie seien durch Leasing- und Finanzierungskredite auch von der Finanzkrise betroffen, schreiben sie in einer Studie. Die Refinanzierung könnte schwieriger werden. Wegen der angespannten Situation auf dem Interbanken-Geldmarkt sei mit höheren Zinskosten zu rechnen.
Refinanzierung wird schwieriger
Wie Merrill Lynch errechnete, finanzieren europäische Autobauer jährlich rund 250 Milliarden Euro für Autokäufe oder Leasing. Davon müsste rund ein Drittel (80 Milliarden) jährlich refinanziert werden. Vor allem in den USA läuft der Kauf eines Autos vorwiegend über einen Kredit. Dies betreffe eher Wagen der Oberklasse als Kleinwagen, schreiben die Analysten.
Die Merrill Lynch-Experten fragen sich, ob Autobauer angesichts der Finanzkrise ihre Kreditratings aufrecht erhalten können. Und ob sich Daimler künftig noch sein Aktienrückkaufprogramm leisten könne.
Die Leasing-Falle
Daimler-Konkurrent BMW leidet bereits unter dem schleppendem Leasing-Geschäft. Bei Leasingverträgen nimmt BMW das Auto am Ende wieder zurück und verkauft es als Gebrauchtwagen. Doch seit einiger Zeit verkaufen sich diese Fahrzeuge schlecht. Stark gesunkene US-Gebrauchtwagenpreise haben BMW im ersten Quartal bereits zu einer hohen Vorsorge für Kreditausfälle gezwungen und dem Hersteller einen Gewinnrückgang um ein Viertel eingebracht. Beim Leasing tragen die Hersteller das Risiko der Fahrzeugrestwerte. Nach Experteneinschätzungen hat Mercedes hier aber stabilere Restwerte als BMW.
Stop-Loss-Verkäufe
Die Aktie von Daimler verliert am Dienstag über fünf Prozent und fällt auf unter 35 Euro. So tief notierte der Titel zuletzt Mitte 2005. Händler verwiesen auf Stop-Loss-Verkäufe unter der Marke von 35 Euro, die für zusätzlichen Druck sorgten.
Sal. Oppenheim senkte die Einschätzung für Daimler von "Buy" auf Neutral. Den fairen Wert sieht die Bank inzwischen nur noch bei 40 Euro – nach vorher 48 Euro. Analyst Christian Breitsprecher sieht zwar keine Refinanzierungsprobleme bei Autobauern, sollten die Kreditmärkte aber eng bleiben, dürfte es im kommenden Jahr schwieriger werden.
nb
boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_314214