Doch noch im Oktober letzten Jahres, als die EU Athen bereits ein einschneidendes Sparpaket auferlegt hatte, drängten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige französische Präsident Nikolas Sarkozy den damaligen griechischen Premierminister
Giorgos Papandreou am Rande eines EU-Gipfels dazu, bestehende Rüstungsbestellungen bei deutschen und französischen Waffenschmieden mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro nicht zu stornieren.
In Griechenlands EU-Partnerländern gibt es nur wenige Politiker, die sich öffentlich dafür aussprechen, die griechischen Rüs-tungs-vorhaben umgehend und für lange Zeit zu stoppen. Einer von ihnen ist Daniel Cohn-Bendit, Chef der Grünen im Europaparlament: „Von außen greifen die EU-Länder in praktisch alle Rechte Griechenlands ein. Krankenschwestern wird der Lohn gekürzt, und alles Mögliche soll privatisiert werden. Nur beim Verteidigungshaushalt heißt es plötzlich, das sei ein souveränes Recht des Staates. Das ist doch surreal.“
Die trotz der dramatischen Verschuldung Griechenlands weiterhin uneingeschränkten deutschen Rüstungsverkäufe nach Athen sind ein klarer Verstoß gegen die „Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern“. In Kriterium sechs der Grundsätze heißt es im Wortlaut: „Bei der Entscheidung über die Genehmigung des Exports von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern wird berücksichtigt, ob die nachhaltige Entwicklung des Empfängerlandes durch unverhältnismäßige Rüstungsausgaben ernsthaft beeinträchtigt wird.“ In Griechenland ist eine solche Beeinträchtigung eindeutig gegeben.
www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/...-boom-trotz-krise/
Die Tagesschau (bzw. Tagesthemen) berichtete im Februar 2012 kritisch darüber, dass die griechischen Streitkräfte bis dahin von allen Sparanstrengungen ausgeklammert worden waren
de.wikipedia.org/wiki/...tkr%C3%A4fte#Zuk.C3.BCnftige_Projekte