Nur wenige deutsche Aufsichtsräte leisten gute Arbeit. manager magazin sagt exklusiv, wer bei der Unternehmenskontrolle europaweit führt - und welche Konzerne den Anschluss verpassen.
Baumann führte strengere Verhaltensregeln für die Vorstände ein, installierte einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat und sorgte außerdem dafür, dass sich Siemens klar zum Corporate-Governance-Kodex der Regierungskommission bekennt.
Die Mühe hat sich gelohnt. Die Leitungs- und Aufsichtsstrukturen des Elektroriesen haben sich im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert. Das fiel auch extern auf: In der Corporate-Governance-Rangliste der 50 größten Börsenkonzerne im Euro-Raum kletterten die Münchener von Platz 25 auf Rang 8.
In der Untersuchung der Investmentgesellschaft DWS, die manager magazin exklusiv veröffentlicht, ist Siemens der Aufsteiger des Jahres. Lediglich der HVB Group gelang ein ähnlicher Sprung nach vorn.
Das Gros der deutschen Topkonzerne, darunter Bayer , Eon und BASF , fiel in der Rangliste hingegen teilweise deutlich zurück.
Zu wenige Aufseher, die wirklich unabhängig sind; ungenügende Angaben zur Bezahlung des Managements; keine Weiterentwicklung der firmeneigenen Regelwerke - das seien die Hauptgründe für das schlechtere Abschneiden, so das belgische Analysehaus Deminor, das die Untersuchung im Auftrag der DWS durchführte.
Hinzu kommen die weitreichenden Abschottungsmöglichkeiten deutscher Firmen gegen feindliche Übernahmeversuche.
Allerdings sind die Aufsichtsstrukturen der europäischen Konzerne insgesamt besser geworden - unter anderem, weil viele Staaten ihre Gesetze verschärft haben.
Am besten kontrolliert und geführt wird - wie bereits im Vorjahr - der finnische Handyriese Nokia , gefolgt von Royal Dutch und der Deutschen Bank . Beim Autobauer Volkswagen , der auf Platz 48 landete, wird Corporate Governance anscheinend nicht besonders ernst genommen. Nur die niederländische ING-Bank und France Telecom werden der DWS-Untersuchung zufolge noch schlechter kontrolliert.
So entstand die Corporate-Governance-Studie
Konzept: Den methodischen Rahmen der Untersuchung entwickelte die Investmentgesellschaft DWS gemeinsam mit dem Brüsseler Beraterhaus Deminor. Die Kontrolle der Angaben sowie die eigentliche Bewertung übernahm Deminor. Auf das Ergebnis – insbesondere auf das Abschneiden der Deutschen Bank – hatte deren Tochter DWS somit keinen Einfluss.
Befragung I: In einem ersten Schritt wurden Analysten und Fondsmanager befragt, welche Aspekte der Corporate Governance bei ihren Anlageentscheidungen die größte Bedeutung haben. Die unterschiedlichen Aspekte der Unternehmensverfassung wurden entsprechend den Vorgaben der Kapitalmarktprofis in fünf Blöcken zusammengefasst: Aktionärsrechte (30,9% der Gesamtwertung), Qualität des Aufsichtsrats (28,9%), Übernahmebarrieren (14,7%), Transparenz (15,3%) sowie Verpflichtung zur wertorientierten Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance) (10,2%).
Dies führte zur Entwicklung eines tiefgehenden Fragebogens zur Bewertung der Corporate Governance Methoden der Stoxx-50 Unternehmen.
Befragung II: Aus den Ergebnissen der Investorenbefragung entwickelten DWS und Deminor einen umfangreichen Fragebogen, der in einem zweiten Schritt den Konzernen des europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 vorgelegt wurde.
Auswertung: Deminor kontrollierte die Angaben, zugleich prüften die Experten Geschäftsberichte, Satzungen, Corporate-Governance-Richtlinien (falls vorhanden) und Stock-Options-Programme. Von 50 angeschriebenen Firmen nahmen 48 an der Umfrage teil. Außer der niederländischen Bank ING wollte nur Volkswagen die Fragen nicht beantworten.
Ranking: Aus den Antworten der Unternehmen sowie aus der externen Analyse entwickelten die Deminor-Experten ein Ranking der Euro-Stoxx-50-Konzerne. Bei allen Firmen, die bereits 2001 bewertet wurden, lässt sich so die aktuelle Rangfolge mit der Platzierung des Vorjahres vergleichen - sowohl in der Gesamtbewertung als auch hinsichtlich der einzelnen Aspekte der Corporate Governance.
www.manager-magazin.de/geld/governance/0,2828,213936,00.html target="_new" rel="nofollow">Direkt zum Corporate-Governance-Ranking
Baumann führte strengere Verhaltensregeln für die Vorstände ein, installierte einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat und sorgte außerdem dafür, dass sich Siemens klar zum Corporate-Governance-Kodex der Regierungskommission bekennt.
Die Mühe hat sich gelohnt. Die Leitungs- und Aufsichtsstrukturen des Elektroriesen haben sich im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert. Das fiel auch extern auf: In der Corporate-Governance-Rangliste der 50 größten Börsenkonzerne im Euro-Raum kletterten die Münchener von Platz 25 auf Rang 8.
In der Untersuchung der Investmentgesellschaft DWS, die manager magazin exklusiv veröffentlicht, ist Siemens der Aufsteiger des Jahres. Lediglich der HVB Group gelang ein ähnlicher Sprung nach vorn.
Das Gros der deutschen Topkonzerne, darunter Bayer , Eon und BASF , fiel in der Rangliste hingegen teilweise deutlich zurück.
Zu wenige Aufseher, die wirklich unabhängig sind; ungenügende Angaben zur Bezahlung des Managements; keine Weiterentwicklung der firmeneigenen Regelwerke - das seien die Hauptgründe für das schlechtere Abschneiden, so das belgische Analysehaus Deminor, das die Untersuchung im Auftrag der DWS durchführte.
Hinzu kommen die weitreichenden Abschottungsmöglichkeiten deutscher Firmen gegen feindliche Übernahmeversuche.
Allerdings sind die Aufsichtsstrukturen der europäischen Konzerne insgesamt besser geworden - unter anderem, weil viele Staaten ihre Gesetze verschärft haben.
Am besten kontrolliert und geführt wird - wie bereits im Vorjahr - der finnische Handyriese Nokia , gefolgt von Royal Dutch und der Deutschen Bank . Beim Autobauer Volkswagen , der auf Platz 48 landete, wird Corporate Governance anscheinend nicht besonders ernst genommen. Nur die niederländische ING-Bank und France Telecom werden der DWS-Untersuchung zufolge noch schlechter kontrolliert.
So entstand die Corporate-Governance-Studie
Konzept: Den methodischen Rahmen der Untersuchung entwickelte die Investmentgesellschaft DWS gemeinsam mit dem Brüsseler Beraterhaus Deminor. Die Kontrolle der Angaben sowie die eigentliche Bewertung übernahm Deminor. Auf das Ergebnis – insbesondere auf das Abschneiden der Deutschen Bank – hatte deren Tochter DWS somit keinen Einfluss.
Befragung I: In einem ersten Schritt wurden Analysten und Fondsmanager befragt, welche Aspekte der Corporate Governance bei ihren Anlageentscheidungen die größte Bedeutung haben. Die unterschiedlichen Aspekte der Unternehmensverfassung wurden entsprechend den Vorgaben der Kapitalmarktprofis in fünf Blöcken zusammengefasst: Aktionärsrechte (30,9% der Gesamtwertung), Qualität des Aufsichtsrats (28,9%), Übernahmebarrieren (14,7%), Transparenz (15,3%) sowie Verpflichtung zur wertorientierten Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance) (10,2%).
Dies führte zur Entwicklung eines tiefgehenden Fragebogens zur Bewertung der Corporate Governance Methoden der Stoxx-50 Unternehmen.
Befragung II: Aus den Ergebnissen der Investorenbefragung entwickelten DWS und Deminor einen umfangreichen Fragebogen, der in einem zweiten Schritt den Konzernen des europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 vorgelegt wurde.
Auswertung: Deminor kontrollierte die Angaben, zugleich prüften die Experten Geschäftsberichte, Satzungen, Corporate-Governance-Richtlinien (falls vorhanden) und Stock-Options-Programme. Von 50 angeschriebenen Firmen nahmen 48 an der Umfrage teil. Außer der niederländischen Bank ING wollte nur Volkswagen die Fragen nicht beantworten.
Ranking: Aus den Antworten der Unternehmen sowie aus der externen Analyse entwickelten die Deminor-Experten ein Ranking der Euro-Stoxx-50-Konzerne. Bei allen Firmen, die bereits 2001 bewertet wurden, lässt sich so die aktuelle Rangfolge mit der Platzierung des Vorjahres vergleichen - sowohl in der Gesamtbewertung als auch hinsichtlich der einzelnen Aspekte der Corporate Governance.
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