Zunächst: Das ist hier alles riskant - sonst wären die Aktienkurse von Solarunternehmen nicht dort wo sie sind. Du kannst hier nicht mit dem Maßstab eines konstanten Geschäftsmodells eines Verbraucherkonzerns wie z.B. Henkel rangehen.
Die Investitionseffekte und die a.o. Effekte 2011 wurden bereits beschrieben. Natürlich gibt es 2012 die Zinskosten der Anleihe und höhere Regelabschreibungen. Ansonsten ist es schwer in Zahlen auszudrücken.
Margenrückgang während der ProduktionszeitIm C3O-Modulgeschäft haben wir 2011 einen rasanten Preisverfall wie nie gesehen. Der wird 2012 weitergehen - aber nicht so stark. Das sieht man schon am bisherigem Jahresverlauf und den noch im CSi-System verfügbaren Margen der Vorlieferanten. D.h., während der Produktionszeit von der Zelle zum Modul sank der Verkaufspreis des Moduls ständig und unkalkulierbar. Das frisst dann Marge auf; 2011 geschätzt ca. 6 Mio. Euro. Schwächt sich dieser Effekt ab, erhöht sich automatisch die Marge. C30 hat es nach 2010 auch 2011 als einer der ganz wenigen Gesellschaften geschafft zum Jahresende keine Lagerbestände mehr zu haben. Das spricht für die enge Verzahnung zwischen Produktion und Absatz.
Hohe Vertriebskosten wegen Kleinteiligkeit und breiter LänderaufstellungDazu kommt, das C3O extrem im kleinteiligen Photovoltaiksegment aktiv ist. 72 % der Aufträge lagen 2011 unterhalb von 10 kWp Anlagengröße. Und in vielen Ländern vertreten ist. Das senkt das Risiko der einzelnen Länder auf das Gesamtunternehmen, erhöht aber die Vertriebskosten als Fixkostenblock beträchtlich ggü. einem reinen Großprojektierer, der z.B. nur Italien und Deutschland abdeckt. Dafür sind solche Firmen wie Solar-Hybrid jetzt aber auch über Kopf gegangen.
D.h., die vorhandene Vertriebsorganisation kann wesentlich mehr Geschäft abwickeln und war 2011 unterausgelastet. Kommt der Absatz 2012 in Gang, liegt hier ein wesentlicher Gewinnhebel. Sollte allerdings der Absatz nicht anziehen, wird man an Entlassungen im Vertriebs, ggf. Einstellung von Ländergesellschaften und wieder Bedienung aus der Zentrale o.ä. nicht vorbeikommen. Es kann z.B. aktuell keiner sagen, wie sich Griechenland entwickeln wird. Aber es sind immense Potentiale da und es ist unsinnig sich gerade jetzt aus dem Land zurückzuziehen, wo vllt. Mrd. Euro Investitionsmittel der EU in den Photovoltaikbereich fliessen.
Ein wesentlicher Treiber für die Aktie ist losgelöst von realen Fakten m.E. die Entwicklung in den USA. Sprich der im Q3 2012 geplante Börsengang von SolarCity von angeblich 1,5 Mrd. Dollar. Dort ist der Gründungsinvestor von paypal und Tesla Motors der Chairman und verzahnt gerade die Tesla Batterien mit Solaranlagen. Meldung von heute: green.autoblog.com/2012/04/26/...wered-energy-storage-systems/