Photovoltaikanbieter mit Expansionsabsichten
Die CENTROSOLAR GROUP AG ist die Holding einer Gruppe von führenden Solarunternehmen in Deutschland und der Europäischen Union. Diese entwickeln und produzieren photovoltaische Komplettsysteme für Dächer und Komponenten wie Solarmodule, Befestigungssysteme und Solarglas. Als Systemintegrator produziert die Gruppe plug and play-Solaranlagen für Privathäuser und übernimmt die europaweite Projektierung von Solaranlagen vorwiegend auf Dächern von Gewerbeimmobilien aber auch im Freiland. In Wismar besteht ein Photovoltaik-Modulproduktionswerk und in Fürth ein Solarglaswerk. Bei hochgradig lichtdurchlässigem Solarglas sieht sich der Konzern als Weltmarktführer. Mit Vertriebsbüros ist die Gruppe neben Deutschland auch in Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, der Schweiz, den Niederlanden und den USA vertreten. Die Exportquote liegt bei über zwei Drittel des Umsatzes. Die operative Tätigkeit der Gruppe untergliedert sich in die beiden Bereiche Solar Integrated Systems (SIS) und Solar Key Components (SKC).
Kurzportrait
Zum Segment SIS gehört die Entwicklung, Herstellung und die Vermarktung netzverbundener und netzungebundener photovoltaischer Solaranlagen, die der Konzern sowohl selbst vertreibt, als auch Dritten zur Vermarktung überlässt. Im Segment SKC entwickelt, produziert und vertreibt die Gruppe Solarglas für photovoltaische Solarmodule und solare Warmwasserkollektoren. Zudem vermarktet Centrosolar Befestigungssysteme für photovoltaische Solaranlagen.
Zur Centrosolar Group gehören die Komplettanlagen-Anbieter Solara AG, Solarstocc AG und Biohaus PV Handels GmbH, der Modulproduzent Ubbink Solar Modules B.V., Renusol und die Centrosolar Glas GmbH & Co. KG sowie das Solar-Handelsunternehmen Solarsquare. 2007 wurden die drei Kernunternehmen Solara, Biohaus und Solarstocc zur Centrosolar AG zusammengefasst. Diese zeichnen vor allem für den Vertrieb der Solarsysteme zuständig.
Im April 2010 konnte am Standort Wismar eine neue Produktionslinie für Solarmodule in Betrieb genommen werden. Mit dem Ausbau der zusätzlichen Fertigungsstraßen erhöhte das Unternehmen seine bisherige Produktionskapazität 2011 von bisher rund 200 MWp auf knapp 350 MWp. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Tochtergesellschaften in Großbritannien und Kanada sowie eine Tochtergesellschaft der Centroplan GmbH in Frankreich gegründet. Weiterhin ist die CentroSolar-Gruppe mit einer Niederlassung in Kanada vertreten. 2011 wurde eine erste Fertigungslinie zur Veredelung von Glas in China in Betrieb genommen.
Insgesamt deckt die Centrosolar Group in der solaren Wertschöpfungskette die Herstellung von Solarmodulen, die Zusammenstellung und Vermarktung von Komplettsystemen und die Vermarktung wie auch die Herstellung der Schlüsselkomponenten Solarglas und Befestigungssysteme ab. Der spezielle Fokus liegt dabei auf integrierten Systemen für Photovoltaikanlagen auf Privathäusern. Der Konzern verfügt beim Vertrieb integrierter Solarsysteme über ein Netzwerk von Großhandels-Partnern in Deutschland und der Europäischen Union, darunter der Elektrofach- und Heizungsfachgroßhandel wie auch der Solarfachhandel und spezialisierte Solarinstallateure. 2006 konnte Centrosolar die übrigen Anteile an der Solara aufkaufen, so dass diese nun zu 100% zur Gruppe gehört. Solargläser werden an Hersteller von Photovoltaikmodulen und Warmwasserkollektoren geliefert und Befestigungssysteme von Projektentwicklern, Installateuren und anderen Anbietern von Solarsystemen abgenommen. 2008 wurde der Solarzellenhersteller Itarion solar Lda gegründet, an dem die Centrosolar 49% hält.
Ergebnis rutscht in die Verlustzone
Als Folge des erheblichen Preisverfalls bei Photovoltaiksystemen und Komponenten konnte die Centrosolar-Gruppe an die Rekordwerte aus dem Vorjahr nicht mehr anknüpfen. Im Geschäftsjahr 2011 schrumpfte der Konzernumsatz um 27,4% auf 292,8 (i.V. 403,4) Mill. Euro. Der Auslandsumsatz wuchs dagegen von 59,4% des Gesamtumsatzes auf 62%. Mit über 57 Mill. Euro Umsatz war abermals Frankreich der stärkste Auslandsmarkt. Der Umsatz im Segment Solar Integrated Systems sank deutlich um 30,5% auf 216,4 (311,5) Mill. Euro. Auch der Umsatz im Segment Solar Key Components musste einen Rückgang verzeichnen. So schmolz der Umsatz mit Dritten in diesem Segment um rund 16,9% auf 76,41 (91,94) Mill. Euro. Der wesentliche Treiber des Umsatzrückgangs hier war der Wegfall der in 2010 erfolgreichen Befestigungslösung InterSole (Indachsystem), so das Management.
Der Materialaufwand konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 220,8 (287,7) Mill. Euro gesenkt werden während der Personalaufwand auf 41,58 (38,41) Mill. Euro anstieg. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erhöhten sich 2011 leicht auf 2,12 (2,08) Mill. Euro. Die Abschreibungen beliefen sich auf 9,46 (8,11) Mill. Euro. Vor Zinsen und Steuern schmolz das Ergebnis (EBIT) sogar auf minus 13,19 (plus 26,61) Mill. Euro. Auch das Zinsergebnis war mit minus 7,20 (minus 4,0) Mill. Euro rückläufig und so drehte das Ergebnis vor Steuern mit minus 20,39 (plus 22,62) Mill. Euro weit in den negativen Bereich. Trotz einer Steuergutschrift in Höhe von 3,58 (Aufwand 6,86) Mill. Euro rutschte unter dem Strich das Konzernjahresergebnis mit minus 16,81 (plus 15,76) Mill. Euro in die Verlustzone. Dabei wurde dieses Ergebnis neben dem Preisverfall auch durch zahlreiche Sondereffekte im Segment Solar Integrated System belastet, so das Unternehmen. Es wurde bislang noch keine Dividende ausgeschüttet.
Das Grundkapital der CentroSolar Group wurde im März 2011 von zuvor 20,33 Mill. Euro um 18.124 Euro auf nunmehr 20,35 Mill. Euro erhöht.
Gut positioniert für 2012
Durch die starke internationale Vertriebsorganisation sieht sich das Unternehmen gut positioniert, um über andere Märkte mögliche Nachfrageausfälle auf dem deutschen Markt zu kompensieren. Die Gruppe rechnet insbesondere mit einem Wachstum in Italien, USA und Belgien. CentroSolar erwartet für 2012 einen gegenüber dem Vorjahr abgeschwächten Markt in Deutschland, in dem es im dritten Quartal vor der Absenkung der Einspeisevergütung noch einmal zu Vorzieheffekten kommen wird, so das Management. Der Konzern will sich weiter internationalisieren und in den kommenden Jahren weiter investieren. Für das Geschäftsjahr 2012 geht Centrosolar von einem Umsatz in der Größenordnung von 250 Mill. Euro bis 300 Mill. Euro aus.
Nach Börsengang Zukäufe in der Branche
Gegründet wurde die Gesellschaft im September 1999 unter der Firma CM 99 157 Vermögens Verwaltungs AG und wurde später in AutoInfo AG umbenannt. Zunächst baute diese Gesellschaft eine Internetplattform für Automobilinteressierte auf. Dieses Geschäft wurde aber 2003 wieder eingestellt. Die operative Tätigkeit ruhte so lange, bis die Gesellschaft 2005 die Herstellung und den Vertrieb von Produkten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, speziell der Solarenergie, Solarthermie und Photovoltaik aufnahm.
Im Herbst 2005 beschloss das Unternehmen den Gang an die Börse. Das gezeichnete Kapital bestand zu diesem Zeitpunkt in Höhe von 5,73 Mill. Euro. Im Zuge des IPO (Initial Public Offering) bot die Gesellschaft 4,47 Mill. Stücke aus einer Kapitalerhöhung zur Zeichnung an. Die Aktien wurden am 29. September 2005 in den Handel im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Nach dem Börsengang kaufte das Unternehmen andere Gesellschaften aus dem Bereich der regenerativen Energien auf. Es folgten im Jahresverlauf 2006 dazu mehrere Sachkapitalerhöhungen auf zuletzt 13.292.458 Stücke. Diese Aktien wurden am 16. Oktober 2006 in den Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten 16 Tochtergesellschaften zum Konzern. Elf davon befanden sich in Deutschland, je zwei in der Schweiz und in den Niederlanden und eine in Spanien.
Das Jahr 2006 war eines der Expansion. So konnte die Tochter Ubbink Solar Modules eine vollautomatische Solarmodulfertigung in Betrieb nehmen, in der 50.000 Module oder 10 MWp jährlich produziert werden. Zudem erwarb die Gruppe mit der Biohaus PV Handelsgesellschaft GmbH einen Spezialisten für PV-Gebäudeintegration, der zudem Kontakte nach Südeuropa unterhält. Die Aktivitäten in Asien brachte das Joint Venture mit Jumao bzw. Trillion Sun voran. Mit 10% beteiligte sich Centrosolar an der taiwanesischen Trillion Sun Co. Ltd. und damit an deren Tochter Jumao und sicherte sich so die Beschaffung von Solarmodulen in Asien. Neben der Präsenz in den Wachstumsmärkten Südeuropas konnte die Gruppe 2006 den Eintritt in den US-Markt vermelden. In Italien und Griechenland wurde ebenfalls mit Vertriebsaktionen begonnen. Zudem stockte die Gruppe die Anteile an der Solarstocc auf 100% auf. Zum Jahresende wagte Centrosolar darüber hinaus den Einstieg in die Solarthermie. In Zusammenarbeit mit der Wolf GmbH entwickelt die Gruppe seither Warmwasserkollektoren und liefert zudem photovoltaische Technik an Wolf.
2007 konnte die Führung bei der Herstellung von Solarglas behauptet und eine Alleinstellung für Nano Antireflexbeschichtungen aufgebaut werden. Auch bei Kunststoffsystemen für Flachdächer und Indach-Montagesystemen für Schrägdächer verteidigte die Gruppe ihre führende Position. Im März 2007 konnte Centrosolar mit der Pohlen Bedachungen GmbH & Co. KG eine Tochter gründen, an der die Gruppe zu 51% beteiligt ist. Diese projektiert PV-Anlagen von 0,2 bis 3 MWp insbesondere für Industriedächer. Auch die Produktion von patentiertem Nanoglas wurde ausgebaut. Im Juni 2007 firmierten die Kerngesellschaften in CENTROSOLAR AG und der Konzern in CENTROSOLAR GROUP AG um. Seit dem 26. Februar 2009 hat die Centrosolar International BV, eine 100%-Tochter der Centrosolar Group, ihre Anteile am Solarmodulwerk Ubbink Solar Modules BV von 70% auf 100% erhöht.
Das Unternehmen notiert im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.
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