Bereits am 07.11. hat die Joma Industrial Corp. Ad-Hoc bekanntgemacht, dass sie am 27.10. die mittelbare Kontrolle der C.A.T. Oil AG erlangt hat und aufgrund dessen nun den restlichen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreiten muss. Dazu hat die BaFin den gewichteten durchschnittlichen inländischen Börsenkurs von C.A.T. Oil Aktien während der letzten drei Monate vor dem Tag der Kontrollerlangung durch die Joma berechnet, dieser beträgt 15,23 pro C.A.T. Oil Aktie. Angeblich 47,7 Prozent besitzt Joma, ein Investmentvehikel des früheren Schlumberger-Managers Maurice Dijols, inzwischen über verschiedene Wege an C.A.T. Oil.
Wie Joma in der Pflichtmitteilung weiter bekanntgibt, beabsichtigt die Gesellschaft, den restlichen C.A.T. Oil Aktionären ein Pflichtangebot in Höhe dieser 15,23 Euro vorzulegen. Allerdings schränkt Joma in der Mitteilung sofort ein, dass es sich hierbei noch um kein Angebot zum Kauf b bzw. um eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes zum Verkauf von C.A.T. Oil Aktien handelt. Jomla hat eigens eine Internetseite unter www.joma-offer eingerichtet, unter der ein mögliches Angebot sowie die Konditionen bekannt gegeben werden sollen. Gestern allerdings enthielt die Seite noch keine Inhalte. Und so warten die Anleger weiter gespannt auf das mögliche Pflichtangebot. Und während alle warten, fällt der Kurs der C.A.T. Oil Aktien stetig weiter, gestern erneut um 2,3 Prozent auf 13,97. Womit sich der Kurs gleichzeitig auch immer weiter vom errechneten Übernahmepreis entfernt.
Und damit präsentiert sich dem Anleger aktuell ein kleines Paradoxon. Sicher, die Aktie leidet weiter unter der wieder zunehmenden Eskalation in der Ukraine, den Sanktionen in Russland und dem stetigen Rubel-Verfall. Zudem haben zuletzt mehrere Analysten den Daumen über C.A.T. Oil gesenkt und Verkaufsempfehlungen ausgesprochen. Aber angesichts der sich abzeichnenden Übernahme und bei einer rationalen Betrachtung der Lage, dass ein Pflichtangebot für 15,23 kommt, ergäbe sich beim aktuellen Kurs von 13,97 ein theoretisches Kurspotential von immerhin 9 Prozent.
Da Jomla in der Ad-Hoc wörtlich schreibt, das die Joma Industrial daher im Rahmen des Pflichtangebots als Gegenleistung für den Erwerb der C.A.T. oil-Aktien die Zahlung einer
Geldleistung in Höhe von EUR 15,23 je C.A.T. oil-Aktie anbieten wird, ergibt sich hier für den risikobewussten Anleger, der auf das Zustandekommen der Übernahme setzt, eine recht interessante Gelegenheit, bei vergleichsweise überschaubarem Risiko auf einen kurzfristig ansprechenden Kursanstieg zu setzen. Denn angesichts der erlangten Mehrheit der Joma an C.A.T. Oil sowie des damit verbundenen notwendigen Pflichtangebotes ist wie Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass das Angebot tatsächlich kommt.
Was auf der anderen Seite allerdings ein wenig verwirrt ist die Tatsache, dass das Übernahmeangebot so lange auf sich warten lässt. Was auch der Grund dafür sein dürfte, das der Kurs trotz des kolportierten Preises von 15,23 weiter fällt. Weshalb eine Spekulation auf das aktuelle Gap zwischen Börsenkurs und möglichem Übernahmepreis nur mit einem eher geringen Kapitaleinsatz und eng abgesichert erfolgen sollte. Die sich aber auf der anderen seite als recht lukrativ erweisen könnte