Bereits Ende Juli sagte C.A.T.-Oil Chef Manfred Kastner in einem Interview mit der Börsen-Zeitung, dass der Öldienstleister sein Investitionsprogramm voll durchziehen werde und die Ergebnisziele nicht gefährdet seien – obwohl das Unternehmen nahezu ausschließlich in Russland und Kasachstan aktiv ist. Noch gäbe es keine Anzeichen, dass die westlichen Sanktionen gegen Russland sich negativ auf den SDAX-Konzern auswirken würden. Genützt hat die Beteuerung freilich kaum etwas. Allein seit Juni 2014 stürzte der Aktienkurs um etwa 30 Prozent ab und unterschritt zuletzt sogar signifikant die Marke von 14 Euro.
Nun legt Kastner noch einmal offiziell nach: "Trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten halten wir an unseren Plänen fest. Unser operatives Geschäft verläuft reibungslos und planmäßig, daher sind wir zuversichtlich, unsere Erwartungen für dieses Jahr zu erfüllen." Demnach ist mit Umsätzen in einer Spanne von 420 bis 450 Mio. Euro zu rechnen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) siedelt Kastner weiter in einer Range von 113 bis 121 Mio. Euro an – nach einem EBITDA von knapp 115 Mio. Euro im Vorjahr. "Die Exportrestriktionen seitens der EU und der USA zielen auf spezielle Projekte der Erdölexploration und -förderung in der Tiefsee und in der Arktis sowie auf Schieferölprojekte ab. Weder die C.A.T. Oil AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften war jemals in einem der genannten Bereiche aktiv."
Die Analysten stehen der Aktie – trotz des Kursverfalls – in der Regel noch sehr positiv gegenüber. Die Experten von Goldman Sachs gaben zuletzt sogar ein Kursziel von 26,10 Euro aus. Die Deutsche Bank siedelt den fairen Wert für den Titel bei immerhin noch 23,50 Euro. Auf Basis der Berechnungen von boersengefluester.de wird die C.A.T.Oil-Aktie mit einem 2015er-KGV von gerade einmal 12 gehandelt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt bei knapp drei. Ende 2013 kostete der SDAX-Titel in der Spitze noch gut 24 Euro. Damit zählt der Anteilschein zu den größten Verlierern aus dem Small-Cap-Index. Mutige Anleger sammeln auf diesem Niveau weiter Stücke ein und wetten auf eine Entspannung der politischen Situation.