Kaum noch Widerstände bis zur Marke von 4 780 Punkten
"Bullen" können gelassen bleiben
Fast fühlt man sich an die Jahre 1999 und Anfang 2000 erinnert: Praktisch ohne Pausen eilt der Dax von einem Hoch zum nächsten und die Bankhäuser kommen kaum noch nach, ihre Jahressendprognosen nach oben zu korrigieren.
HB FRANKFURT. Jeder Rückschlag scheint derzeit nur ein willkommener Anlass, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Und dies im Vorfeld der Berichtssaison, die sonst eher Anlass zur Zurückhaltung ist. Doch nach dem Motto „die Hausse ernährt die Hausse“ kennt der Dax derzeit nur eine Richtung: nach oben.
Entsprechend zuversichtlich fallen die Einschätzungen der von Dow Jones Newswires befragten technischen Analysten aus. „Wir sollten bald die obere Begrenzung des seit August 2004 gültigen Aufwärtstrends bei 4 780 Punkten testen“, sagt Rainer Sartoris von Trinkaus & Burkhardt. Die Erholung nach dem Einbruch in Folge der Anschläge in London sei eindrucksvoll verlaufen und zeuge von der soliden Verfassung der Märkte. Diese Einschätzung werde auch von Indikatorenseite bestätigt. „Der (Trendfolgeindikator, die Red.) MACD auf Tagesbasis steht kurz vor einem Kaufsignal, die Glättungslinien steigen und die Oszillatoren haben ihre überkaufte Verfassung abgebaut“, betont Sartoris.
Widerstände auf dem Weg zu dem Kursziel von 4 780 seien kaum auszumachen. Eine Hürde liege möglicherweise bei 4 706 Punkten, doch reiche die Historie dieser Marke, die aus einem Tiefpunkt aus dem Jahr 2002 resultiert, doch recht weit zurück. Allerdings sollte das Tief vom 27. Juni bei 4 517 Punkten nicht mehr nachhaltig unterschritten werden, denn in diesem Fall würde das optimistische Szenario ernsthaft in Frage gestellt.
„Der Dax hat es so eilig auf dem Weg nach oben, dass große Gaps (Lücken aufgrund von Kurssprüngen) entstehen“, meint Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Der Trendkanal auf Wochenbasis offeriere sogar weiteren Spielraum. Mit Überwindung der Widerstände bei knapp 4 680 würde die Marke von 4 700 in den Blick rücken. „Die Kursdynamik spricht für eine Fortsetzung der aufwärts gerichteten Trendbewegung“, sind sich auch die technischen Analysten der DZ Bank sicher. Mit dem Anstieg über das bisherige Jahreshoch am Montag sei weiteres Potenzial bis zum Widerstandsbereich um 4 750 Punkte erarbeitet worden. Auch unter zyklischen Aspekten spreche einiges für die Fortsetzung der Rally. Im langfristigen Durchschnitt betrachtet, seien die Monate Juli und August an den richtungsweisenden US-Märkten erfolgreich verlaufen.
Dieser Eindruck wird auch durch die technische Lage der US-Märkte bestätigt. Dem S&P-500 stehe im Bereich von 1.229/31 Punkten ein bedeutender Widerstand gegenüber. Hier könnte eine stärkere Konsolidierung eingeleitet werden, die aber noch keineswegs das Ende der Rally bedeute, stellt Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe, fest. Eine Zwischenkonsolidierung sollte daher als Bestätigung der Aufwärtsbewegung interpretiert werden.“Nein, die Bullen können ganz gelassen bleiben,“ meint Mußler. Ähnlich gestalte sich die Lage an der Nasdaq. Hier reiche das Potenzial bis 2 192 Punkte. Eine Konsolidierung sollte dagegen bei 2 103 Zählern ein Ende finden. Gewinnmitnahmen beim Dax bedeuteten daher keineswegs „das Ende der Longphilosophie“, prognostiziert Mußler.
Quelle: Handelsblatt
...be invested
Der Einsame Samariter
"Bullen" können gelassen bleiben
Fast fühlt man sich an die Jahre 1999 und Anfang 2000 erinnert: Praktisch ohne Pausen eilt der Dax von einem Hoch zum nächsten und die Bankhäuser kommen kaum noch nach, ihre Jahressendprognosen nach oben zu korrigieren.
HB FRANKFURT. Jeder Rückschlag scheint derzeit nur ein willkommener Anlass, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Und dies im Vorfeld der Berichtssaison, die sonst eher Anlass zur Zurückhaltung ist. Doch nach dem Motto „die Hausse ernährt die Hausse“ kennt der Dax derzeit nur eine Richtung: nach oben.
Entsprechend zuversichtlich fallen die Einschätzungen der von Dow Jones Newswires befragten technischen Analysten aus. „Wir sollten bald die obere Begrenzung des seit August 2004 gültigen Aufwärtstrends bei 4 780 Punkten testen“, sagt Rainer Sartoris von Trinkaus & Burkhardt. Die Erholung nach dem Einbruch in Folge der Anschläge in London sei eindrucksvoll verlaufen und zeuge von der soliden Verfassung der Märkte. Diese Einschätzung werde auch von Indikatorenseite bestätigt. „Der (Trendfolgeindikator, die Red.) MACD auf Tagesbasis steht kurz vor einem Kaufsignal, die Glättungslinien steigen und die Oszillatoren haben ihre überkaufte Verfassung abgebaut“, betont Sartoris.
Widerstände auf dem Weg zu dem Kursziel von 4 780 seien kaum auszumachen. Eine Hürde liege möglicherweise bei 4 706 Punkten, doch reiche die Historie dieser Marke, die aus einem Tiefpunkt aus dem Jahr 2002 resultiert, doch recht weit zurück. Allerdings sollte das Tief vom 27. Juni bei 4 517 Punkten nicht mehr nachhaltig unterschritten werden, denn in diesem Fall würde das optimistische Szenario ernsthaft in Frage gestellt.
„Der Dax hat es so eilig auf dem Weg nach oben, dass große Gaps (Lücken aufgrund von Kurssprüngen) entstehen“, meint Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Der Trendkanal auf Wochenbasis offeriere sogar weiteren Spielraum. Mit Überwindung der Widerstände bei knapp 4 680 würde die Marke von 4 700 in den Blick rücken. „Die Kursdynamik spricht für eine Fortsetzung der aufwärts gerichteten Trendbewegung“, sind sich auch die technischen Analysten der DZ Bank sicher. Mit dem Anstieg über das bisherige Jahreshoch am Montag sei weiteres Potenzial bis zum Widerstandsbereich um 4 750 Punkte erarbeitet worden. Auch unter zyklischen Aspekten spreche einiges für die Fortsetzung der Rally. Im langfristigen Durchschnitt betrachtet, seien die Monate Juli und August an den richtungsweisenden US-Märkten erfolgreich verlaufen.
Dieser Eindruck wird auch durch die technische Lage der US-Märkte bestätigt. Dem S&P-500 stehe im Bereich von 1.229/31 Punkten ein bedeutender Widerstand gegenüber. Hier könnte eine stärkere Konsolidierung eingeleitet werden, die aber noch keineswegs das Ende der Rally bedeute, stellt Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe, fest. Eine Zwischenkonsolidierung sollte daher als Bestätigung der Aufwärtsbewegung interpretiert werden.“Nein, die Bullen können ganz gelassen bleiben,“ meint Mußler. Ähnlich gestalte sich die Lage an der Nasdaq. Hier reiche das Potenzial bis 2 192 Punkte. Eine Konsolidierung sollte dagegen bei 2 103 Zählern ein Ende finden. Gewinnmitnahmen beim Dax bedeuteten daher keineswegs „das Ende der Longphilosophie“, prognostiziert Mußler.
Quelle: Handelsblatt
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Der Einsame Samariter
