Britische Regierung sperrt Taliban-Vermögen
Die britische Regierung hat nach Angaben des Senders BBC Vermögen in Höhe von mehr als 60 Mio. Pfund (85 Mio. Euro) eingefroren, das dem radikal-islamischen Taliban-Regime gehören soll. Die Vorbereitungen für Militäraktionen laufen auf Hochtouren weiter.
Ein Teil der von den britischen Behörden eingefrorenen Gelder sei bereits vor dem Terroranschlag auf das World Trade Center gesperrt worden. Dabei hatte die Regierung eine Resolution der Vereinten Nationen angewandt, die es erlaubt, Vermögenswerte von Personen einzufrieren, die als Terroristen verdächtigt werden.
US-Präsident George W. Bush hat nach Informationen der "New York Times" einem Plan für verdeckte Hilfen für die afghanische Opposition zugestimmt. Ziel sei es, die Nordallianz in ihrem Kampf gegen die Taliban-Miliz zu stärken und gleichzeitig den Widerstand der paschtunischen Stämme im Süden des Landes anzuheizen, berichtete das Blatt in seiner Montagsausgabe unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Nordallianz zuversichtlich
Mit militärischer und finanzieller Hilfe des Westens könnte die Nordallianz nach eigenen Angaben die Taliban-Miliz innerhalb der nächsten acht Monate stürzen. Dies versicherte Wali Massud, der Bruder des ermordeten Oppositionsführers Achmed Schah Massud, der britischen Tageszeitung "The Guardian". "Das ist unser Land, wir kennen das Terrain und haben erfahrene Kämpfer - der Westen dagegen hat das Geld und die Waffen", sagte der Geschäftsträger der afghanischen Exilregierung weiter.
Massud bestätigte die Berichte über Pläne der USA, mit Hilfe der Nordallianz Bin Laden aufzuspüren und die Taliban zu stürzen. Nach seinen Informationen verbirgt sich der aus Saudi-Arabien stammende Multimillionär zur Zeit mit Wissen des pakistanischen Geheimdiensts in den Taliban-Hochburgen Kandahar oder Sabol im Südosten des Landes. Massud rief die USA zu raschem Handeln auf, um von der gegenwärtigen allgemeinen Konfusion - auch innerhalb der Miliz - zu profitieren.
US-Flugzeugträger verlässt Japan
Der US-Flugzeugträger "Kitty Hawk" hat am Montag Japan mit unbekanntem Ziel verlassen. Das Auslaufen des 40 Jahre alten Trägers hänge mit der geplanten US-Militäroperation "Dauerhafte Freiheit" gegen den internationalen Terrorismus zusammen, sagte ein japanischer Marinesprecher, nannte aber keine Einzelheiten.
Die Taliban-Führung in Afghanistan hatte am Sonntag überraschend erklärt, dass sie den als Terroristenführer verdächtigten Osama Bin Laden an einem "sicheren Ort" habe. Die Taliban hatten bisher behauptet, den Aufenthalt von Bin Laden nicht zu kennen und den Kontakt verloren zu haben. Bin Laden wird als Drahtzieher für die Terroranschläge vom 11. September angesehen.
Zahl der Vermissten erneut korrigiert
Fast drei Wochen nach den Terroranschlägen in den USA ist die Zahl der Toten und Vermissten nach offiziellen Angaben auf rund 5700 gesunken. Bereits seit Tagen korrigieren die New Yorker Behörden die Zahl der Opfer der Anschläge auf das World Trade Center stetig nach unten, da ein Abgleich der verschiedenen Vermissten-Listen aus dem In- und Ausland ergab, dass zahlreiche Namen doppelt geführt wurden. Nach Angaben von Bürgermeister Rudolph Giuliani sank die Zahl der Vermissten am Sonntag um weitere 422 auf 5219. Insgesamt 314 Menschen seien bisher tot aus den Trümmern der beiden Türme geborgen, von ihnen seien 255 identifiziert worden. Von den schätzungsweise 1,2 Millionen Tonnen Schutt konnten bis zum Wochenende rund 144.000 Tonnen abgetragen werden.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums beläuft sich die Zahl der Opfer des Anschlags auf das Pentagon auf insgesamt 189 Tote und Vermisste. 64 Menschen befanden sich an Bord der Linienmaschine, die in einen der Gebäudeflügel raste, 125 weitere waren in dem Gebäude. Bisher konnten 118 Leichen geborgen werden, von denen 84 identifiziert wurden. 44 weitere Menschen befanden sich an Bord eines Passagierflugzeuges, das in Pennsylvania in ein Feld stürzte. Eindeutige Klarheit wird es wahrscheinlich nie geben. Nach Angaben der Behörden ist es wenig wahrscheinlich, dass alle Opfer aus den Trümmerbergen in New York und Washington geborgen und identifiziert werden können.
© 2001 Financial Times Deutschland
Die britische Regierung hat nach Angaben des Senders BBC Vermögen in Höhe von mehr als 60 Mio. Pfund (85 Mio. Euro) eingefroren, das dem radikal-islamischen Taliban-Regime gehören soll. Die Vorbereitungen für Militäraktionen laufen auf Hochtouren weiter.
Ein Teil der von den britischen Behörden eingefrorenen Gelder sei bereits vor dem Terroranschlag auf das World Trade Center gesperrt worden. Dabei hatte die Regierung eine Resolution der Vereinten Nationen angewandt, die es erlaubt, Vermögenswerte von Personen einzufrieren, die als Terroristen verdächtigt werden.
US-Präsident George W. Bush hat nach Informationen der "New York Times" einem Plan für verdeckte Hilfen für die afghanische Opposition zugestimmt. Ziel sei es, die Nordallianz in ihrem Kampf gegen die Taliban-Miliz zu stärken und gleichzeitig den Widerstand der paschtunischen Stämme im Süden des Landes anzuheizen, berichtete das Blatt in seiner Montagsausgabe unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Nordallianz zuversichtlich
Mit militärischer und finanzieller Hilfe des Westens könnte die Nordallianz nach eigenen Angaben die Taliban-Miliz innerhalb der nächsten acht Monate stürzen. Dies versicherte Wali Massud, der Bruder des ermordeten Oppositionsführers Achmed Schah Massud, der britischen Tageszeitung "The Guardian". "Das ist unser Land, wir kennen das Terrain und haben erfahrene Kämpfer - der Westen dagegen hat das Geld und die Waffen", sagte der Geschäftsträger der afghanischen Exilregierung weiter.
Massud bestätigte die Berichte über Pläne der USA, mit Hilfe der Nordallianz Bin Laden aufzuspüren und die Taliban zu stürzen. Nach seinen Informationen verbirgt sich der aus Saudi-Arabien stammende Multimillionär zur Zeit mit Wissen des pakistanischen Geheimdiensts in den Taliban-Hochburgen Kandahar oder Sabol im Südosten des Landes. Massud rief die USA zu raschem Handeln auf, um von der gegenwärtigen allgemeinen Konfusion - auch innerhalb der Miliz - zu profitieren.
US-Flugzeugträger verlässt Japan
Der US-Flugzeugträger "Kitty Hawk" hat am Montag Japan mit unbekanntem Ziel verlassen. Das Auslaufen des 40 Jahre alten Trägers hänge mit der geplanten US-Militäroperation "Dauerhafte Freiheit" gegen den internationalen Terrorismus zusammen, sagte ein japanischer Marinesprecher, nannte aber keine Einzelheiten.
Die Taliban-Führung in Afghanistan hatte am Sonntag überraschend erklärt, dass sie den als Terroristenführer verdächtigten Osama Bin Laden an einem "sicheren Ort" habe. Die Taliban hatten bisher behauptet, den Aufenthalt von Bin Laden nicht zu kennen und den Kontakt verloren zu haben. Bin Laden wird als Drahtzieher für die Terroranschläge vom 11. September angesehen.
Zahl der Vermissten erneut korrigiert
Fast drei Wochen nach den Terroranschlägen in den USA ist die Zahl der Toten und Vermissten nach offiziellen Angaben auf rund 5700 gesunken. Bereits seit Tagen korrigieren die New Yorker Behörden die Zahl der Opfer der Anschläge auf das World Trade Center stetig nach unten, da ein Abgleich der verschiedenen Vermissten-Listen aus dem In- und Ausland ergab, dass zahlreiche Namen doppelt geführt wurden. Nach Angaben von Bürgermeister Rudolph Giuliani sank die Zahl der Vermissten am Sonntag um weitere 422 auf 5219. Insgesamt 314 Menschen seien bisher tot aus den Trümmern der beiden Türme geborgen, von ihnen seien 255 identifiziert worden. Von den schätzungsweise 1,2 Millionen Tonnen Schutt konnten bis zum Wochenende rund 144.000 Tonnen abgetragen werden.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums beläuft sich die Zahl der Opfer des Anschlags auf das Pentagon auf insgesamt 189 Tote und Vermisste. 64 Menschen befanden sich an Bord der Linienmaschine, die in einen der Gebäudeflügel raste, 125 weitere waren in dem Gebäude. Bisher konnten 118 Leichen geborgen werden, von denen 84 identifiziert wurden. 44 weitere Menschen befanden sich an Bord eines Passagierflugzeuges, das in Pennsylvania in ein Feld stürzte. Eindeutige Klarheit wird es wahrscheinlich nie geben. Nach Angaben der Behörden ist es wenig wahrscheinlich, dass alle Opfer aus den Trümmerbergen in New York und Washington geborgen und identifiziert werden können.
© 2001 Financial Times Deutschland