Breuer fordert Paket zur Stützung der Konjunktur.


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Breuer fordert Paket zur Stützung der Konjunktur.

 
27.09.01 23:37
Deutsche-Bank-Chef Breuer fordert Ausgabenpaket zur Stützung der Konjunktur
 
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Für ein Programm zur Stützung der Konjunktur hat sich der Vorstandssprecher der Deutschen Bank , Rolf-E. Breuer, ausgesprochen. "Sondersituationen wie diese erfordern ausnahmsweise Sondermaßnahmen", sagte Breuer in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

Der Vorstandschef plädiert für eine "konzertierte Aktion" der öffentlichen Hand, der Privatunternehmen und der Gewerkschaften, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Die öffentliche Hand solle einen zweistelligen Euro-Milliardenbetrag zur Verfügung stellen, meinte Breuer. Damit sollten vor allem Infrastruktur-Investitionen finanziert werden. Ziel sei es, das Auftragsvolumen aufzustocken.

Mit dem gleichen Ziel sollten Privatunternehmen ihre Investitionen erhöhen. Aufgabe der Banken sei es, die nötige Finanzierung zu gewährleisten. "Ich kann mir vergünstigte Zinskonditionen vorstellen", sagte Breuer dem Wirtschaftsblatt. Der Beitrag der Gewerkschaften wäre eine "Mäßigung bei Löhnen und Gehältern".

BREUER LEHNT VORZIEHEN DER STEUERREFORM AB

Die üblichen Wege der staatlichen Konjunkturstimulierung wie zusätzliche Abschreibungsmöglichkeiten oder das Vorziehen der Steuerreform lehnt der Manager ab: "Mir geht es nicht um das Herumdoktern an Details, sondern um etwas Neues." Nach den Worten Breuers sollte sich Deutschland ein Beispiel an den USA nehmen. Dort habe der Präsident vom Kongress 20 Milliarden US-Dollar als Krisenhilfe gefordert und 40 Milliarden Dollar erhalten.

Wenn nun ein deutsches Konjunkturprogramm dazu führe, dass das mit den Euro-Partnerländern vereinbarte Stabilitätsprogramm mit der Verminderung des Etatdefizits ausnahmsweise nicht eingehalten werden könne, so würden Märkte und Bevölkerung dies sicher verstehen.

In den USA funktioniert nach Meinung Breuers auch die Zusammenarbeit zwischen Politik und Notenbank besser als in Europa. Die Zentralbank Fed unterstütze die Bemühungen von Präsident George W. Bush, die Konjunktur anzukurbeln, mit einer "aggressiven Zinssenkungspolitik". Mit zwei weiteren großen Zinsschritten von jeweils 0,50 Prozentpunkten sei deshalb in den nächsten Monaten zu rechnen, glaubt Breuer. Für Euro-Land rechnet der Chef der Deutschen Bank ebenfalls bis Jahresende mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in ähnlichem Umfang./av/tw



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