du polemisierst ja im Grunde auch, wenn du behauptest, man hätte die besten Spieler abgegeben, im Sinne von gewollt abgegeben.
Was hätte denn der BVB bei den Abgängen von Hummels, Gündogan mit 1 Jahr Restvertrag, Micky, Dembélé und Auba viel anderes machen können? Hummels hat man aus Respekt ziehen lassen müssen, quasi. Die anderen wollten einfach nur weg und da kannst du als abgebender Verein, wie man immer deutlicher überall sieht, wenig dagegen machen.
Bei Lewy und Götze wurden aus meiner Sicht Fehler gemacht, ja. Das wolltest du aber nie akzeptieren. Dabei hat Watzke vor allem dort eigentlich viel dazugelernt und darum wurden die immensen Transfererlöse danach vielleicht erst möglich.
Klar, man kann immer noch überall debattieren. Wieso konnte man mit Gündogan während oder nach seiner urlangen Verletzung nur 1 Jahr verlängern? Muss man bei Hummels wirklich so sentimental sein und ihn ziehen lassen? Hätte man auf Tuchel hören sollen und Micky behalten, statt ihn für 40-50% über wert verkaufen? Dembélé und Auba... komische Geschichten. Für Auba wäre in einem einwandfreien Verlauf vielleicht 90 Mio. drin gewesen??
Aber hey, bei insgesamt rund 300 Mio. € Ablöse - in wie weit kann man sich da beschweren?
Dass von diesen insgesamt 360 Mio. € Einnahmen in 2 Saisons für ca. 230 Mio. € Schürrle, Götze, Rode, Guerreiro, Yarmolenko, Philipp, Toprak, Akanji, Toljan, Dahoud, Zagadou und weitere geholt hat, die es zumeist bisher noch nicht geschafft haben (Guerreiro, Philipp, Akanji möchte ich speziell rausnehmen und Toprak eigentlich auch noch), das ist auch ne andere Frage. Aber ich würde auch definitv meinen, dass so ziemlich alle in der Liste mit nem guten Trainer auch deutlich mehr drauf hätten. Rode, Toljan und Zagadou sehe ich vom Talent her am begrenztesten an. Yarmolenko und Toprak dann auch vom Alter her.
Zusammen mit den anderen Spielern, die deutlich über ihren Zenit sind wie Schmelzer, Pische, Sahin, Kagawa und vermutlich auch Reus ein wenig, ergibt das insgesamt einen Kader, der in den ersten 15 einfach zu sehr schwächelt. Die ersten 8-9 sind aber auf internationalem Top-Niveau (Bürki?, Guerreiro, Toprak, Akanji, Weigl, Reus, Philipp, Pulisic, Sancho). Ein RV ein Stürmer (wobei Pischu für eine Saison noch gut sein würde) und die erste 11 wäre nominell aufgestellt, auch wenn so natürlich zu offensiv. Nimmt man jetzt die 2 teuersten davon weg mit Weigl und Pulisic, dann kann man zwei defensiv starke Organisatoren im DM/ZM holen, so wird es eine top ausgeglichene Spitzenmannschaft. Leute wie Götze, Dahoud etc. müssten sich dann schon noch steigern um Chancen zu haben zu spielen ohne andere Verletzungen. Das wiederum würde die ersten 15-18 stärken, zusammen mit den noch anstehenden Verkäufen zur Bereinigung des Kaders und vielleicht 2-3 weiteren kleineren Zukäufen.
Diese ganze theoretische, mögliche Entwicklung hängt hauptsächlich vom Trainer ab. Und da bin ich schon gespannt wie Favre in Dortmund wirken kann. Darum bin ich schon auf der Hut, weil es doch ein Umbruch ist, aber aus sehr komfortabler Situation heraus finanziell. Dazu noch ne Menge Erfahrung und Know-How in der Spitze. Allein Sammer hat es doch jetzt schon mehrmals bewiesen, was er ausmachen kann. Watzke und Zorc, auch wenn es vor allem in der Position von Watzke von vielen positiven Zufällen abhängig war (Klopp als Trainer und die vielen guten Einkäufe von Zorc und Team mit Barrios, Lewy, Kagawa und und und...).
Wie oben erwähnt, zwei von mir aus konkrete Fehler von Watzke wurden bei Lewy und Götze gemacht. Da hat man zusammen 37.5 Mio. € eingenommen, aber damals war das geschätzte Substanz von 80-100 Mio. €. Mit Götze hatte man knapp 1 Jahr vor Verkauf den Vertrag verlängert und diese sonderlich tiefe AK reingeschrieben. Bei Lewy hat man gut und wohl auf 25 Mio. € verzichtet für ein Jahr. Plus dessen erhöhte Entlöhnung, macht dann gut um 30 Mio. € für ein Jahr. Sieht man das als eine Art 1-Jahres-Leihe, war das sehr teuer, egal wie gut er die Saison im Nachhinein gespielt hat.
Ich hatte diesen kritischen Blick ggü. Watzke und dem Investment also immer schon. Zumeist hat mich die Performance der Aktie zwischen 2011-2014 und dann wieder zwischen später 2014 - 2016 gestört. Die zweite Periode dabei sicher auch bedingt durch eine blöde KE, wiederum initiiert ohne Not von Watzke. Da war die schlechte Saison gleich danach wie bestellt um den Preis besser aussehen zu lassen.
Aber die letzten Jahre finde ich aus Aktienanleger-Sicht die Strategie bei diesem wilden Transfermarkt genau richtig. Eine sportliche Gratwanderung bei schlechten Trainern, aber alle paar Jahre wird man auch so Top-Spieler heranbringen. Und der gute Trainer wie Tuchel macht aus einem taktisch begabten Weigl halt einen europaweit begehrten Spieler. Bosz und Stöger eher nicht. Micky hatte in Dortmund 1.5 miese Saison, war dann trotzdem 42 Mio. € wert. Weigl ist mit seiner Saison letztes Jahr und längerem Vertrag eh 50 Mio. wert.
So und jetzt ist gut. Denn im Idealfall bleiben Weigl und Pulisic noch und sind nächstes Jahr noch mehr wert. Pulisic müsste dann aber unbedingt verlängern, sonst werden's 2019 halt nicht mehr 80 Mio.