BÖRSENPSYCHOLOGIE


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calexa:

BÖRSENPSYCHOLOGIE

 
27.11.01 16:32
Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen

Diese eherne Verhaltensregel hört sich leicht an, ist aber aufgrund der menschlichen Psyche in der Praxis nur schwer umsetzbar. Zu den häufigsten und kostspieligsten Anlage-Fehlern gehört, dass Gewinne während eines intakten Aufwärtstrends zu früh und Verluste zu spät realisiert werden, argumentiert Goldberg. Statt sich einzugestehen, dass man mit einer Entscheidung falsch gelegen hat, tendieren Anleger zum "Aussitzen": Sie wollen auf jeden Fall mindestens zu dem Kurs verkaufen, zu dem sie sich die Aktie ins Depot gelegt haben. Doch das verkrampfte Starren auf den Einstiegspreis macht alles noch schlimmer.

Disziplin entscheidet: Entscheidungen schriftlich festhalten

Erfolg an der Börse hängt nicht so sehr von Prognosen und Markteinschätzungen ab, sondern eher von der Disziplin des einzelnen Anlegers, sagt Goldberg. Deshalb sollte sich jeder Aktionär eindeutige Regeln für sein Depot setzen und die Entscheidungen schriftlich festhalten, um sie im Ernstfall nicht zu "vergessen" und sich damit selbst zu belügen. Anleger müssen sich klarmachen, bei welchem Kurs ihre Aktie verkauft werden soll, falls sie steigt. Und noch wichtiger: Wann verkauft wird, wenn das Engagement in die Verlustzone gerät. Anhand dieser Protokolle lassen sich Fehler und Erfolge besser analysieren, die Anlagestrategie wird dadurch konsistenter und weniger riskant.

Einsatz des Stop-Loss-Limit: Nach oben eventuell anpassen ...

Beim Einsatz von Kursmarken und Stop-Loss-Limits gehe es nicht darum, sich sklavisch an ein Kursziel zu klammern, betont der Geschäftsführer von Cognitrend. Steigt die Aktie, können Anleger durchaus eine Neubewertung ihrer Positionen vornehmen, wenn die zuvor festgelegte Kursmarke erreicht ist. Spricht alles dafür, dass die Aktie weiter steigt, kann der Wert im Depot bleiben. Allerdings muss dann auch der Kurs neu festgesetzt werden, bei dem verkauft wird, falls die Aktie fällt. Wird dieses so genannte Stop-Loss-Limit nicht nachgezogen, ist die Gefahr groß, erreichte Gewinne wieder zu verlieren, wenn der Markt dreht.

Beispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie zu 20 Euro und setzt sich ein Kursziel von 30 Euro. Spätestens bei einem Kurs von 15 Euro will er die Aktie verkaufen, um Verluste zu begrenzen. Steigt die Aktie tatsächlich auf 30 Euro, kann sich der Anleger durchaus ein neues Kurziel von 40 Euro setzen und auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hoffen: Allerdings sollte er dann auch sein Stop-Loss-Limit von ursprünglich 15 auf 25 Euro erhöhen, um erzielte Gewinne abzusichern.

... aber nie nach unten verschieben

Ein Stop-Loss-Limit darf nur in Richtung des Engagements verschoben werden, betont Goldberg. Wer eine Aktie gekauft hat, darf den Stopp nicht weiter nach unten ziehen, wenn die Aktie bei fallenden Kursen dem Limit gefährlich nahe kommt. Dieses Verhalten ist zwar menschlich zu verstehen, doch damit wäre der Sinn des Limit verfehlt. Das Einhalten von Stoppmarken ist Teil der Disziplin, sonst lässt man letztlich nach dem Motto "die erholen sich schon wieder" seine Verluste wie bisher laufen.

Verkaufen, wenn Realitätsverlust einsetzt

Anleger kennen das Problem der selektiven Wahrnehmung. Investoren beginnen, sich ihre Aktien schönzureden: Jede noch so unbedeutende positive Nachricht wird begierig aufgesogen und als Wende zum Besseren interpretiert. Gleichzeitig werden schlechte Nachrichten, die zu weiteren Verlusten führen können, verharmlost oder sogar ignoriert. Wer an so einem Punkt angelangt ist, sollte verkaufen, rät Goldberg. Anderenfalls wird er fast zwangsläufig noch mehr verlieren.

Schweigsam sein, nicht zu viel spielen

Die Angst, plötzlich als Verlierer dazustehen, erzeugt Stress und gefährdet die angemessene Anlagestrategie. Oft hilft schon ein simpler Trick: Weihen Sie so wenige Menschen wie möglich in Ihre Anlageentscheidungen ein, rät Goldberg. Das vermindert den Druck, sich rechtfertigen zu müssen, wenn es mal nicht so gut läuft. Außerdem sollten Anleger nicht zu viele Transaktionen in virtuellen Depots durchspielen, da dort keinerlei Bindung an die Engagements besteht.

Man könne seine eigene Psyche und ihre Reaktionen in den Märkten nur erfahren, wenn man wenigstens ein bisschen echtes Geld eingesetzt hat. Beim virtuellen Wertpapierhandel beschummelt man sich gerne selbst, meint der Börsenpsychologe: Wenn ein Handel nicht klappt, landet dieser im virtuellen Papierkorb. Wir vergessen aber, was immer wichtig ist: Bevor man sich mit Aktien aktiv beschäftigt, sollte man sich unbedingt informieren, wie die Märkte funktionieren.

So long,
Calexa
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calexa:

Der Markt - getrieben von Emotionen

 
27.11.01 16:35
Anleger handeln nicht rein rational, sondern lassen sich auch von Gefühlen leiten. Wer an der Börse Erfolg haben will, darf deshalb nicht nur auf Bilanzen schauen: Er muss auch die menschlichen Schwächen der Investoren kennen.

Der Begriff "Psychobörse" wird gerne bemüht, um scheinbar übertriebene Verluste oder Gewinne an den Märkten zu erklären. So hätten Panikverkäufe zum Kurssturz nach den Attentaten am 11. September geführt, während die Angst, den Zug zu verpassen, in den vergangenen Wochen für eine rasante Erholung gesorgt hätte. Der Hinweis auf die Psychologie ist mehr als eine bequeme Ausrede, wenn sich Kursbewegungen nicht mehr mit Wirtschaftsdaten erklären lassen: Er hilft Anlegern, mehr über ihre eigenen Verhaltensmuster zu erfahren. Der Markt wird von Menschen bewegt: Wer sich selbst kennt, kann auch die Marktmechanismen besser verstehen.

Triebfedern Panik und Überschwang

Herdentrieb, Gier, Selbstüberschätzung, Verlustangst, Selbstbetrug: Marktteilnehmer und Märkte sind von Emotionen getrieben. Die Börse ist ein besonderer Marktplatz und folgt anderen Gesetzen als der Supermarkt an der Ecke. Anders ist es kaum zu erklären, dass eine Aktie immer dann begehrt ist, wenn sie besonders teuer ist, hingegen kaum noch Käufer findet, wenn die Preise purzeln. Dabei kann sich ein Aktienkäufer nicht einmal mit dem hohen Preis der gekauften Ware schmücken, wie das bei einem Sportwagen oder einem Designeranzug der Fall wäre. Er tätigt an der Börse vielmehr ein Geschäft auf Zeit zu dem Zweck, die erworbene Aktie später zu einem höheren Preis wieder loszuwerden.

Kaufen, wenn die Preise klettern

Als zum Beispiel die Aktie der Deutschen Bank im Frühjahr 2001 um die 100 Euro kostete, waren das Interesse der Käufer und die Umsätze hoch. Als die gleiche Aktie Mitte September unter 45 Euro stürzte, wollte sie kaum noch jemand haben. Viele Anleger halten einen Aktienkauf dann für besonders sicher, wenn alle kaufen, die Preise also entsprechend hoch sind und das Risiko auf einen Kursrückgang am größten ist.

Rund 80 Prozent des Börsenwertes eines Unternehmens basieren nicht auf harten wirtschaftlichen Kennzahlen, sondern auf weichen, psychologischen Faktoren, schätzt Joachim Goldberg, Geschäftsführer des Frankfurter Beratungsunternehmens Cognitrend. Das Unternehmen beschäftigt sich mit verhaltensorientierter Finanzmarktanalyse und setzt auf das Konzept des "Behavioral Finance". Es wird versucht, bei der Analyse des Marktgeschehnes Psychologie und Ökonomie zu verbinden. Wirtschaftliche Daten werden dabei keineswegs ausgeblendet: Behavioral Finance soll aber zusätzlich helfen, das scheinbar irrationale Verhalten der Anleger und ihre menschlichen Schwächen zu erklären.

Stabile Trends sind psychologisch riskant

Diese Schwächen offenbaren sich meist dann, wenn die Börse über einen längeren Zeitraum in eine Richtung marschiert. Geht es steil nach oben, setzen Euphorie und Kaufrausch ein. Folgt der Absturz, lösen Panikverkäufe die Käufe um jeden Preis ab. Psychologisch gesehen ist dagegen eine "Schaukelbörse" mit geringen Ausschlägen in beide Richtungen eher gesund, meint der Hamburger Börsenpsychologe Iver Hand. Ein Hin und Her an der Börse bestärke die Einsicht, dass man aus kurzfristigen Trends keine langfristigen Aussagen ableiten kann.

Klettern die Kurse aber immer weiter, erhöht sich der Kaufdruck, der trotz gefährlich hoher Bewertungen mit pseudo-sachlichen Argumenten begründet wird. Auf die Euphorie folgt meist nach kurzer Zeit die Depression: Die Deutschen, bis zum März 2000 geschlossen im Aktienfieber, drohen sich seit dem Crash wieder zu Aktienmuffeln zu entwickeln.

Investoren können sich den nervenaufreibenden Ritt zwischen diesen Extremen sparen. Wer sich die Verhaltensmuster der Mehrzahl der Anleger klar macht, kann sich künftig sicherer und stressfreier an der Börse bewegen. Dabei muss man vor allem einige Psychofallen vermeiden.

Psychofalle Nummer eins: Verluste aussitzen

Der Versuch, Verluste "auszusitzen" und zu warten, dass die Aktie wieder den Einstiegskurs erreicht, gehört zu den häufigsten und kostspieligsten Fehlern an der Börse. Anleger haben einen großen Widerwillen, sich von Verlustaktien zu trennen: Wer Verluste realisiert, muss sich gleichzeitig eingestehen, dass er sich geirrt und dadurch Geld verloren hat. Das gehört jedoch zur Börse dazu, auch Profis machen Fehler. Wer aber nicht verlieren kann und krampfhaft versucht, sich eine Verliereraktie als Langfristinvestment schönzureden, tappt in die Falle und steht am Ende meist mit noch höheren Verlusten da.

Langfristiger Erfolg an der Börse liegt nicht in märchenhaften Gewinnen, sondern in möglichst geringen Verlusten: Dafür muss der Anleger jedoch in der Lage sein, sich Niederlagen einzugestehen und die Vergangenheit abzuhaken, sagen die Experten des "Behavioral Finance".

Gier frisst Hirn

Andererseits verlieren Anleger häufig den Sinn für die Realität, wenn Kurse immer weiter klettern. Die Börsenweisheit "Gier frisst Hirn" besagt, dass von Euphorie getragene Investoren in ihren Entscheidungen immer oberflächlicher und sorgloser werden. Spektakulärer Erfolg macht blind für Risiken, argumentiert der Börsenpsychologe Lothar Imhof: Selbst wenn die Kurse bereits in aberwitzige Höhe gestiegen sind, traut ihnen der vom Erfolg berauschte Spekulant noch satte Steigerungen zu. Das Gefühl, die Märkte auch auf dem Höhepunkt der Hausse weiterhin im Griff zu haben, bezeichnen Psychologen als Kontrollillusion.

Robert Shiller, Ökonomieprofessor an der Yale University, hat den Anlegern auf der Höhe des Booms im Frühjahr 2000 "kollektiven Größenwahn" attestiert. Langfristige Kurserfolge von zehn bis fünfzehn Prozent waren etwas für Schwächlinge, hundert Prozent binnen einer Woche mussten es schon sein. In diesem grenzenlosen, von jeder ökonomischen Grundlage losgelösten Optimismus wurden fallende Kurse zunächst nicht als Warnsignale, sondern als weitere Kaufgelegenheiten wahrgenommen. Als die Börse kippte, versuchten vor allem die erfolgsgewöhnten Siegertypen, ihre Verluste durch noch waghalsigere Investments wettzumachen. Wer diesen persönlichen und finanziellen Crash vermeiden will, sollte auch in guten Börsenzeiten auf dem Teppich bleiben.

Auch Profis folgen der Herde

Selbst professionelle Investoren handeln nicht immer rein ökonomisch und nach rationalen Kriterien. Der Vergleichsmaßstab der Fondsmanager ist der Index: An ihm müssen sie sich messen, und sie wollen sich nicht vorwerfen lassen, sie hätten in Zeiten des Booms eine gute Performance verpasst. Also bleibt den meisten Fondsmanagern kaum anderes übrig, als mit der Herde zu ziehen. Mancher von ihnen mag geahnt haben, dass die hochgejubelten TMT-Werte der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche bereits Ende 1999 hoffnungslos überbewertet waren. Doch so lange die Euphorie zu spüren war, wollte kaum jemand auf die Glamour-Aktien verzichten: Die Konkurrenz hatte sie schließlich auch im Depot.

Regeln für den Erfolg

Den Selbstbetrug verhindern, die Psychologie der Masse verstehen, nicht die Bodenhaftung verlieren, Verlustlimits setzen und diese auch tatsächlich einhalten: Dies sind einige der Regeln für den Börsenerfolg, die der verhaltensorientierte Analyst Joachim Goldberg empfiehlt. Dabei muss man nicht grundsätzlich das Gegenteil von dem tun, was die Mehrheit der Anleger für richtig hält: Beharrlich gegen den Trend zu handeln kann ebenfalls teuer werden. Entscheidend ist, den Kauf- oder Verkaufszeitpunkt einer Aktie nach klaren Auswahlkriterien für sich zu bestimmen.

Disziplin, strenge Regeln und Konsequenz sind nötig, wenn man als Anleger seine menschlichen Schwächen überwinden will. Langfristig und bedacht zu investieren heißt auch, dem Wunsch nach dem schnellen, leicht verdienten Geld zu widerstehen. Keine leichte Aufgabe, meint Martin Weber, Experte für psychologisch fundierte Kapitalmarktforschung an der Universität Mannheim: "Die erfolgversprechendsten Strategien an der Börse laufen einigen Elementen der menschlichen Natur zuwider", sagt Weber.
(Quelle: manager-magazin.de)

So long,
Calexa
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calexa:

Anleger auf die Couch

 
27.11.01 16:37
Auf Panikverkäufe folgt Kaufzwang: Treibt Angst, die Erholung zu verpassen, den neuen Bullenmarkt auf gefährliche Höhen? Die Psychotherapeuten Iver Hand und Lothar Imhof warnen vor neuen Risiken.

mm.de*: Anleger haben auf die Attentate in den USA mit Panikverkäufen reagiert. Nun erholt sich die Börse trotz weiterhin schlechter Konjunkturdaten erstaunlich rasch. Ist dies aus psychologischer Sicht eine riskante Situation?

Lothar Imhof: Mit Panikverkäufen dürften überwiegend Privatanleger reagiert haben. So banal es klingt: Es ist der Wunsch zu retten, was zu retten ist, weil das furchtbare Geschehen am 11. September linear gedanklich fortgeschrieben wurde. Mit einem Börsenengagement sind Hoffnungen und Erwartungen verbunden, und die schon demütigende Abwärtstendenz der vergangenen Monate hat sich zum Zeitpunkt der Attentate in Aussichts- und Hoffnungslosigkeit gewandelt. Es ist eine unkontrollierte Stressreaktion, die zu Panikverkäufen führt. Die Zyklen der Börse lassen sich demnach als Spirale von Gier, Panik und Ratlosigkeit verstehen.

Iver Hand: Auch die aktuelle Kurserholung ist nicht ungefährlich. Die Versuchung, Verluste "aufzuholen" und jetzt mit viel Geld einzusteigen, ist groß. Riskant wird es immer dann, wenn die Kurse ein, zwei Wochen in eine Richtung marschieren und viele Anleger und Analysten aus der Deckung kommen: Dann erhöht sich der Kaufdruck. Insbesondere nach harschen Verlusten kann daraus ein Kaufzwang werden, der mit pseudo-sachlichen Argumenten begründet wird. Selbst so genannte Börsengurus werden oft Opfer dieser Psychologie.

mm.de: Welchem Anlegertyp droht neben dem finanziellen auch ein persönlicher Crash? Wer gehört auf die Couch?

Hand: Stark gefährdet sind so genannte "Siegertypen". Die Angst vor dem Versagen steckt in vielen Menschen, die nach außen sehr selbstsicher wirken. Diese Menschen sind umso mehr gefährdet, wenn die Kurse abrutschen: Nach dem Motto "Ich darf kein Verlierer sein" versuchen sie, Verluste durch umso riskantere Investitionen auszugleichen und am Ende wieder gut dazustehen.

Imhof: Erinnern wir uns an den Kipppunkt des Aktienbooms im März 2000. Der kollektive Erfolg hat Anleger blind für die Risiken werden lassen, doch irgendwann wird es vom Verdacht zur Gewissheit: Unsere Erfolgsrezepte versagen. Immer noch besteht die von vielen herbeigeredete Hoffnung auf eine Kurserholung, und wir reden uns ein, wir hätten weiterhin alles im Griff. Wir können unsere Betroffenheit verleugnen und greifen auf allerlei Ausweichmanöver zurück, die dazu dienen, uns die Stabilität unserer bisherigen Denkweisen einzureden. Wer zu lange meint, er habe eine Krise unter Kontrolle, beschäftigt sich eher mit Hindernissen als mit Lösungen aus der Krise.

mm.de: Die Aktien-Euphorie ist gewichen. Viele Anleger reden inzwischen freier über ihre Verluste. Kann dieser Reifeprozess die Aktienkultur in Deutschland retten?

Hand: Es ist erfreulich, dass inzwischen viele Anleger vor sich selbst und vor anderen Niederlagen eingestehen können. Sie erkennen, dass sie sich geirrt haben, vielleicht auch etwas naiv waren. Diese Menschen müssten sich eigentlich in Zukunft wesentlich besser auf dem Börsenparkett bewegen. An der Börse sind diejenigen am besten dran, die cool bleiben, sich bei kurzfristigen Anlagen Grenzen setzen und diese konsequent einhalten können. Die zum Beispiel nach 20 Prozent Verlust konsequent verkaufen, aber auch nach einem Kursanstieg von 20 Prozent sagen: "Das reicht."

Imhof: Viele Börsenblasen sind ja nicht geplatzt, weil Entwicklungen grundsätzlich falsch eingeschätzt wurden, wie in der Internet-Branche oder Biotechnologie, sondern weil die Erwartungen der realen Marktentwicklung in völlig inadäquater Weise vorausgeprescht sind. Gelingt es uns, diese Gier und überzogenen Erwartungen zu zügeln, wären wir selbst auch weniger Stresssituationen ausgesetzt.

mm.de: Gehört zur Aktienkultur in Deutschland auch psychologisches und wirtschaftliches Training?

Hand: Angesichts des riesigen volkswirtschaftlichen Schadens, der im vergangenen Jahr entstanden ist, bin ich sehr dafür, dass Anleger eine Art "Börsenführerschein" absolvieren. Börsen- und Psychologiefachleute müssten gemeinsam Hilfestellung bieten, da beide Faktoren zum Börsenspiel gehören. Im Autoverkehr ist Verhaltenspsychologie auch wichtig: Wie verhalte ich mich, wenn jemand von hinten drängelt? Wie kann ich in Stresssituationen besonnen bleiben und halbwegs sicher fahren? Die Analogien zum Börsengeschehen liegen auf der Hand: Man muss mit dem Druck anderer umgehen und sollte nach einem Stau nicht Vollgas geben, um Verlorenes aufzuholen.
(Quelle: manager-magazin.de)

Solong,
Calexa
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calexa:

Up

 
27.11.01 16:58
weil diese Berichte auch inhaltlich was hergeben......
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Mr.Fresh:

Ach, wie einleuchtend ist die Theorie...

 
27.11.01 17:12
Letztlich fischen wir alle im Trüben. Das ist m. E. Kostos Kernaussage!
Und selbst, wenn man noch so gut recherchiert hat, gibt es die Imponderabilien.
Und selbst bei der Recherche bekommt man nur das zu lesen, was man lesen soll.
Das ist wie mit den Kriegsberichten aus fernen Ländern, wer weiß schon, was wirklich läuft.

Manchmal hat man Glück, ein andermal Pech. Je länger man dabei ist, um so vorsichtiger wird man auch mit den "ganz sicheren Tipps"

Wer sich an der Börse als ewigen Gewinner sieht, gehört tatsächlich auf die Couch, und zwar schon bevor er eines Tages sein Depot verzockt hat. Denn er leidet zweifelsohne unter Größenwahn.

Fakt ist: In dem MOment, indem ich mein Geld in die Hände eines anderen (und sei es der Anteilschein an einem Unternehmen)gebe, habe ich darüber keine Gewalt mehr! Wenn ich es wiederbekomme, oder sogar mehr, ist es Glück, aber kein vorhersehbarer Sieg!

Und zum Schluß nochmal der gute Kosto:
Verlieren muß man, Gewinnen kann man.

Gruß
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calexa:

Wohl wahr Mr. Fresh

 
27.11.01 18:48
Aber man kann sich einen gewissen Grundstock an Wissen und Erfahrung zulegen, welches dann wiederrum helfen kann, bestimmte Markttendenzen besser einzuschätzen.

Nobody is perfect!

So long,
Calexa
Antworten
calexa:

up o.T.

 
28.11.01 10:00
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