Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen
Diese eherne Verhaltensregel hört sich leicht an, ist aber aufgrund der menschlichen Psyche in der Praxis nur schwer umsetzbar. Zu den häufigsten und kostspieligsten Anlage-Fehlern gehört, dass Gewinne während eines intakten Aufwärtstrends zu früh und Verluste zu spät realisiert werden, argumentiert Goldberg. Statt sich einzugestehen, dass man mit einer Entscheidung falsch gelegen hat, tendieren Anleger zum "Aussitzen": Sie wollen auf jeden Fall mindestens zu dem Kurs verkaufen, zu dem sie sich die Aktie ins Depot gelegt haben. Doch das verkrampfte Starren auf den Einstiegspreis macht alles noch schlimmer.
Disziplin entscheidet: Entscheidungen schriftlich festhalten
Erfolg an der Börse hängt nicht so sehr von Prognosen und Markteinschätzungen ab, sondern eher von der Disziplin des einzelnen Anlegers, sagt Goldberg. Deshalb sollte sich jeder Aktionär eindeutige Regeln für sein Depot setzen und die Entscheidungen schriftlich festhalten, um sie im Ernstfall nicht zu "vergessen" und sich damit selbst zu belügen. Anleger müssen sich klarmachen, bei welchem Kurs ihre Aktie verkauft werden soll, falls sie steigt. Und noch wichtiger: Wann verkauft wird, wenn das Engagement in die Verlustzone gerät. Anhand dieser Protokolle lassen sich Fehler und Erfolge besser analysieren, die Anlagestrategie wird dadurch konsistenter und weniger riskant.
Einsatz des Stop-Loss-Limit: Nach oben eventuell anpassen ...
Beim Einsatz von Kursmarken und Stop-Loss-Limits gehe es nicht darum, sich sklavisch an ein Kursziel zu klammern, betont der Geschäftsführer von Cognitrend. Steigt die Aktie, können Anleger durchaus eine Neubewertung ihrer Positionen vornehmen, wenn die zuvor festgelegte Kursmarke erreicht ist. Spricht alles dafür, dass die Aktie weiter steigt, kann der Wert im Depot bleiben. Allerdings muss dann auch der Kurs neu festgesetzt werden, bei dem verkauft wird, falls die Aktie fällt. Wird dieses so genannte Stop-Loss-Limit nicht nachgezogen, ist die Gefahr groß, erreichte Gewinne wieder zu verlieren, wenn der Markt dreht.
Beispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie zu 20 Euro und setzt sich ein Kursziel von 30 Euro. Spätestens bei einem Kurs von 15 Euro will er die Aktie verkaufen, um Verluste zu begrenzen. Steigt die Aktie tatsächlich auf 30 Euro, kann sich der Anleger durchaus ein neues Kurziel von 40 Euro setzen und auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hoffen: Allerdings sollte er dann auch sein Stop-Loss-Limit von ursprünglich 15 auf 25 Euro erhöhen, um erzielte Gewinne abzusichern.
... aber nie nach unten verschieben
Ein Stop-Loss-Limit darf nur in Richtung des Engagements verschoben werden, betont Goldberg. Wer eine Aktie gekauft hat, darf den Stopp nicht weiter nach unten ziehen, wenn die Aktie bei fallenden Kursen dem Limit gefährlich nahe kommt. Dieses Verhalten ist zwar menschlich zu verstehen, doch damit wäre der Sinn des Limit verfehlt. Das Einhalten von Stoppmarken ist Teil der Disziplin, sonst lässt man letztlich nach dem Motto "die erholen sich schon wieder" seine Verluste wie bisher laufen.
Verkaufen, wenn Realitätsverlust einsetzt
Anleger kennen das Problem der selektiven Wahrnehmung. Investoren beginnen, sich ihre Aktien schönzureden: Jede noch so unbedeutende positive Nachricht wird begierig aufgesogen und als Wende zum Besseren interpretiert. Gleichzeitig werden schlechte Nachrichten, die zu weiteren Verlusten führen können, verharmlost oder sogar ignoriert. Wer an so einem Punkt angelangt ist, sollte verkaufen, rät Goldberg. Anderenfalls wird er fast zwangsläufig noch mehr verlieren.
Schweigsam sein, nicht zu viel spielen
Die Angst, plötzlich als Verlierer dazustehen, erzeugt Stress und gefährdet die angemessene Anlagestrategie. Oft hilft schon ein simpler Trick: Weihen Sie so wenige Menschen wie möglich in Ihre Anlageentscheidungen ein, rät Goldberg. Das vermindert den Druck, sich rechtfertigen zu müssen, wenn es mal nicht so gut läuft. Außerdem sollten Anleger nicht zu viele Transaktionen in virtuellen Depots durchspielen, da dort keinerlei Bindung an die Engagements besteht.
Man könne seine eigene Psyche und ihre Reaktionen in den Märkten nur erfahren, wenn man wenigstens ein bisschen echtes Geld eingesetzt hat. Beim virtuellen Wertpapierhandel beschummelt man sich gerne selbst, meint der Börsenpsychologe: Wenn ein Handel nicht klappt, landet dieser im virtuellen Papierkorb. Wir vergessen aber, was immer wichtig ist: Bevor man sich mit Aktien aktiv beschäftigt, sollte man sich unbedingt informieren, wie die Märkte funktionieren.
So long,
Calexa
Diese eherne Verhaltensregel hört sich leicht an, ist aber aufgrund der menschlichen Psyche in der Praxis nur schwer umsetzbar. Zu den häufigsten und kostspieligsten Anlage-Fehlern gehört, dass Gewinne während eines intakten Aufwärtstrends zu früh und Verluste zu spät realisiert werden, argumentiert Goldberg. Statt sich einzugestehen, dass man mit einer Entscheidung falsch gelegen hat, tendieren Anleger zum "Aussitzen": Sie wollen auf jeden Fall mindestens zu dem Kurs verkaufen, zu dem sie sich die Aktie ins Depot gelegt haben. Doch das verkrampfte Starren auf den Einstiegspreis macht alles noch schlimmer.
Disziplin entscheidet: Entscheidungen schriftlich festhalten
Erfolg an der Börse hängt nicht so sehr von Prognosen und Markteinschätzungen ab, sondern eher von der Disziplin des einzelnen Anlegers, sagt Goldberg. Deshalb sollte sich jeder Aktionär eindeutige Regeln für sein Depot setzen und die Entscheidungen schriftlich festhalten, um sie im Ernstfall nicht zu "vergessen" und sich damit selbst zu belügen. Anleger müssen sich klarmachen, bei welchem Kurs ihre Aktie verkauft werden soll, falls sie steigt. Und noch wichtiger: Wann verkauft wird, wenn das Engagement in die Verlustzone gerät. Anhand dieser Protokolle lassen sich Fehler und Erfolge besser analysieren, die Anlagestrategie wird dadurch konsistenter und weniger riskant.
Einsatz des Stop-Loss-Limit: Nach oben eventuell anpassen ...
Beim Einsatz von Kursmarken und Stop-Loss-Limits gehe es nicht darum, sich sklavisch an ein Kursziel zu klammern, betont der Geschäftsführer von Cognitrend. Steigt die Aktie, können Anleger durchaus eine Neubewertung ihrer Positionen vornehmen, wenn die zuvor festgelegte Kursmarke erreicht ist. Spricht alles dafür, dass die Aktie weiter steigt, kann der Wert im Depot bleiben. Allerdings muss dann auch der Kurs neu festgesetzt werden, bei dem verkauft wird, falls die Aktie fällt. Wird dieses so genannte Stop-Loss-Limit nicht nachgezogen, ist die Gefahr groß, erreichte Gewinne wieder zu verlieren, wenn der Markt dreht.
Beispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie zu 20 Euro und setzt sich ein Kursziel von 30 Euro. Spätestens bei einem Kurs von 15 Euro will er die Aktie verkaufen, um Verluste zu begrenzen. Steigt die Aktie tatsächlich auf 30 Euro, kann sich der Anleger durchaus ein neues Kurziel von 40 Euro setzen und auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hoffen: Allerdings sollte er dann auch sein Stop-Loss-Limit von ursprünglich 15 auf 25 Euro erhöhen, um erzielte Gewinne abzusichern.
... aber nie nach unten verschieben
Ein Stop-Loss-Limit darf nur in Richtung des Engagements verschoben werden, betont Goldberg. Wer eine Aktie gekauft hat, darf den Stopp nicht weiter nach unten ziehen, wenn die Aktie bei fallenden Kursen dem Limit gefährlich nahe kommt. Dieses Verhalten ist zwar menschlich zu verstehen, doch damit wäre der Sinn des Limit verfehlt. Das Einhalten von Stoppmarken ist Teil der Disziplin, sonst lässt man letztlich nach dem Motto "die erholen sich schon wieder" seine Verluste wie bisher laufen.
Verkaufen, wenn Realitätsverlust einsetzt
Anleger kennen das Problem der selektiven Wahrnehmung. Investoren beginnen, sich ihre Aktien schönzureden: Jede noch so unbedeutende positive Nachricht wird begierig aufgesogen und als Wende zum Besseren interpretiert. Gleichzeitig werden schlechte Nachrichten, die zu weiteren Verlusten führen können, verharmlost oder sogar ignoriert. Wer an so einem Punkt angelangt ist, sollte verkaufen, rät Goldberg. Anderenfalls wird er fast zwangsläufig noch mehr verlieren.
Schweigsam sein, nicht zu viel spielen
Die Angst, plötzlich als Verlierer dazustehen, erzeugt Stress und gefährdet die angemessene Anlagestrategie. Oft hilft schon ein simpler Trick: Weihen Sie so wenige Menschen wie möglich in Ihre Anlageentscheidungen ein, rät Goldberg. Das vermindert den Druck, sich rechtfertigen zu müssen, wenn es mal nicht so gut läuft. Außerdem sollten Anleger nicht zu viele Transaktionen in virtuellen Depots durchspielen, da dort keinerlei Bindung an die Engagements besteht.
Man könne seine eigene Psyche und ihre Reaktionen in den Märkten nur erfahren, wenn man wenigstens ein bisschen echtes Geld eingesetzt hat. Beim virtuellen Wertpapierhandel beschummelt man sich gerne selbst, meint der Börsenpsychologe: Wenn ein Handel nicht klappt, landet dieser im virtuellen Papierkorb. Wir vergessen aber, was immer wichtig ist: Bevor man sich mit Aktien aktiv beschäftigt, sollte man sich unbedingt informieren, wie die Märkte funktionieren.
So long,
Calexa