Engelbert Hörmannsdorfer: Herbstrallye - und keiner hat's gemerkt
Fast auf den Tag genau geht es nun schon seit fünf
Wochen aufwärts. Hand aufs Herz: Haben Sie
irgendwo rund um den 21. September gelesen, dass
es ab sofort kräftig gen Norden geht? Noch mal Hand
aufs Herz: Wann haben Sie zum ersten mal von der
Herbstrallye gelesen? Vor ein oder zwei Wochen?
Nun ja, hinterher ist jeder klüger....
Viel interessanter ist es indes zu analysieren, warum
wir die jetzige Situation haben, warum sich keiner so
richtig freut, und wie lange dieser Aufwärtstrend
noch anhalten könnte. Von besonderer Bedeutung ist
dabei meiner Meinung nach der Trendumkehrtag 21.
September. Das war ein Freitag - und zugleich der
dreifache Verfallstag für September-Optionen und
-Futures, in Börsenkreisen schelmisch als dreifacher
Hexensabbat bezeichnet. Hier wurden alle
Schieflagen abgerechnet, die sich in den Wochen
zuvor aufstauten. Und glauben Sie mir: Es waren
Massen von Kontrakten, die viele Institutionelle arg
bluten liessen - und denjenigen, die sich richtig
positionierten, viel Geld bescherte.
So kurios es klingt: Es war ein Befreiungsschlag.
Nichts hasst die Börse - und jeder Anleger, egal, ob
kleiner Privat- oder institutioneller Grossanleger -
mehr als die Unsicherheit. Aber nach dem 21.
September mussten die Verluste in die Bücher
genommen werden, und man schaute wieder nach
vorne. Geht es Ihnen in Ihrem eigenen Depot nicht
manchmal ebenso? Sie sitzen auf einem Titel, der aus
welchen Gründen auch immer den Weg gen Süden
eingeschlagen hat, Sie haben die Stopploss-Reissleine
vergessen zu ziehen, und der Wert schmilzt wie
Butter in der Sonne. Irgendwann geben Sie sich
trotzdem einen Ruck, schliessen das Debakel mit
Herzbluten - aber haben wieder Geld zum
Neudisponieren.
Zu den tragischen September-Ereignissen kam als
zusätzliches Mosaiksteinchen, dass sich viele
Institutionelle in einer konzertierten Aktien
zusammen taten und beschlossen, keine Aktien mehr
an Leerverkäufer auszuleihen. Damit ging den sog.
Shorties ihre Munition für das Drücken von Kursen
flöten. Und der schnelle Anstieg nach dem 21.
September sorgte dafür, dass diese Anlegerklientel
nun ihrerseits Schieflagen hat, die sie nur durch
Aktienkäufe aus der Welt bzw. den Büchern schaffen
können. So dürften sich zu einem Grossteil die nach
wie vor steigenden Kurse erklären. Alle Ansätze, ein
- aus der Sicht der technischen Aktienanalyse -
wünschenswertes »zweites Standbein« auszubilden,
schlugen fehl.
Damit sind wir jetzt an einem markanten Punkt: Die
Märkte signalisieren zwar ganz klar technisch
übergekaufte Zustände. Aber wenn in den nächsten
ein bis zwei Wochen keine technische Reaktion nach
unten erfolgen sollte, dann bleibt den Shorties nichts
mehr anderes übrig, als sich auf Gedeih und Verderb
einzudecken - und die Verluste wenigstens etwas
über Optionen und Futures zu mildern. Das heisst,
wir könnten möglicherweise einen freundlichen
Markt ohne grössere Einbrüche bis zum 21.
Dezember sehen - das ist der nächste dreifache
Hexensabbat, und dann wird wieder abgerechnet.
Engelbert Hörmannsdorfer
Fast auf den Tag genau geht es nun schon seit fünf
Wochen aufwärts. Hand aufs Herz: Haben Sie
irgendwo rund um den 21. September gelesen, dass
es ab sofort kräftig gen Norden geht? Noch mal Hand
aufs Herz: Wann haben Sie zum ersten mal von der
Herbstrallye gelesen? Vor ein oder zwei Wochen?
Nun ja, hinterher ist jeder klüger....
Viel interessanter ist es indes zu analysieren, warum
wir die jetzige Situation haben, warum sich keiner so
richtig freut, und wie lange dieser Aufwärtstrend
noch anhalten könnte. Von besonderer Bedeutung ist
dabei meiner Meinung nach der Trendumkehrtag 21.
September. Das war ein Freitag - und zugleich der
dreifache Verfallstag für September-Optionen und
-Futures, in Börsenkreisen schelmisch als dreifacher
Hexensabbat bezeichnet. Hier wurden alle
Schieflagen abgerechnet, die sich in den Wochen
zuvor aufstauten. Und glauben Sie mir: Es waren
Massen von Kontrakten, die viele Institutionelle arg
bluten liessen - und denjenigen, die sich richtig
positionierten, viel Geld bescherte.
So kurios es klingt: Es war ein Befreiungsschlag.
Nichts hasst die Börse - und jeder Anleger, egal, ob
kleiner Privat- oder institutioneller Grossanleger -
mehr als die Unsicherheit. Aber nach dem 21.
September mussten die Verluste in die Bücher
genommen werden, und man schaute wieder nach
vorne. Geht es Ihnen in Ihrem eigenen Depot nicht
manchmal ebenso? Sie sitzen auf einem Titel, der aus
welchen Gründen auch immer den Weg gen Süden
eingeschlagen hat, Sie haben die Stopploss-Reissleine
vergessen zu ziehen, und der Wert schmilzt wie
Butter in der Sonne. Irgendwann geben Sie sich
trotzdem einen Ruck, schliessen das Debakel mit
Herzbluten - aber haben wieder Geld zum
Neudisponieren.
Zu den tragischen September-Ereignissen kam als
zusätzliches Mosaiksteinchen, dass sich viele
Institutionelle in einer konzertierten Aktien
zusammen taten und beschlossen, keine Aktien mehr
an Leerverkäufer auszuleihen. Damit ging den sog.
Shorties ihre Munition für das Drücken von Kursen
flöten. Und der schnelle Anstieg nach dem 21.
September sorgte dafür, dass diese Anlegerklientel
nun ihrerseits Schieflagen hat, die sie nur durch
Aktienkäufe aus der Welt bzw. den Büchern schaffen
können. So dürften sich zu einem Grossteil die nach
wie vor steigenden Kurse erklären. Alle Ansätze, ein
- aus der Sicht der technischen Aktienanalyse -
wünschenswertes »zweites Standbein« auszubilden,
schlugen fehl.
Damit sind wir jetzt an einem markanten Punkt: Die
Märkte signalisieren zwar ganz klar technisch
übergekaufte Zustände. Aber wenn in den nächsten
ein bis zwei Wochen keine technische Reaktion nach
unten erfolgen sollte, dann bleibt den Shorties nichts
mehr anderes übrig, als sich auf Gedeih und Verderb
einzudecken - und die Verluste wenigstens etwas
über Optionen und Futures zu mildern. Das heisst,
wir könnten möglicherweise einen freundlichen
Markt ohne grössere Einbrüche bis zum 21.
Dezember sehen - das ist der nächste dreifache
Hexensabbat, und dann wird wieder abgerechnet.
Engelbert Hörmannsdorfer
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