BTC wurden aus der Taufe gehoben, um diverse Krankheiten des gegenwärtigen Systems zu umschiffen. Als der BTC aufkam, gab es bereits diverse schwere Krankheiten aber den Nullzins bzw. Negativzins noch nicht. Nullzins ist m.E. eine weitere Krankheit, die sich aufgrund der quasi immer noch völlig "ungesunden Lebensart" des Systems aufgetan hat. Durch Nullzins oder Negativzins wird die Masse nicht etwa reicher oder besser gestellt. Schauen wir doch nur mal, wie die Banken und Sparkassen derzeit agieren: aus Mangel an Zinsgewinnen schrauben sie ganz einfach die Kontoführungsgebühren in immer neue Höhen. Das heisst, der Sparer erhält keine Zinsen mehr und muss dafür aber ständig höhere Gebühren berappen. Die Banken sind clever: sie schröpfen jeden - ob wohlhabend oder arm - ab, da diese Gebühren nicht von der Höhe des Kontostandes abhängen. Was aber wiederum bedeutet, dass die ärmeren Sparer statistisch gesehen mehr bluten müssen als reiche. Ein Beispiel: Wenn man von 50 Euro zehn Euro Gebühren abliefern muss, ist das eine Katastrophe. Wenn man von 100 000 Euro zehn Euro an Gebühren abliefern muss, kann man von lächerlichen Peanuts sprechen.
In der heutigen Situation wäre es wünschenswert, ein "Bitcoinkonto" zu haben, mit dem man direkt auch seine ganz normalen Kontoeingänge bzw. Kontoabgänge verwalten kann - unter Umgehung des nach "Sauerstoff" (nach unserem Geld) japsenden, auf der Intensivstation liegenden Bankensystems. Aber leider gibt es da noch keine praktikable Lösung.
Niedrige Zinsen sind auch nicht zwangsläufig ein Indikator dafür, dass man als "Verbraucher" an vermeintlich "günstige Kredite" gelangt. Je niedriger die Zinsen, desto höher werden von der Industsrie die Preise geschraubt wobei sich dann ein eventueller Vorteil aufhebt oder gar ins Gegenteil verkehrt. Ganz krass erlebt man das am Immobilienmarkt. Was bringt mir der Nullzins, wenn ich schlussendlich das Mehrfache dessen für eine Immo bezahlen muss, wie noch vor Jahren, wo der Zins höher lag???
Jetzt könnte jemand daherkommen und vorschlagen, man solle doch seine Immobilie ganz einfach ausserhalb der Ballungszentren kaufen - dort wo diese noch nicht derart überteuert sind. Das ist aber nur die Theorie. Wer in der Grosstadt einen Job hat, der kann sich oft nicht leisten, dauerhaft zum Pendler zu werden und landet damit quasi im "Rachen des Haifisches".
Und gerade auch am Immomarkt schwebt das Damoklesschwert der platzenden Blase.
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