wenn ich nicht wüsste, dass du es geschrieben hast, hätte ich dich wohl für Canis gehalten.
Warum eigentlich ein solch großer Sinneswandel?
Was hat sich die letzten Quartale derartig verändert, dass dein Optimismus verflogen ist?
Die Thematik mit der Besteuerung, sowie die Verbotsthematik um China haben wir doch ich weiß nicht wie oft in den letzten Jahren diskutiert. Wäre es da nicht logischer, wenn du deine große Skepsis bereits vor ein zwei Jahren gehabt hättest?
Wiegesagt, du argumentierst mittlerweile wie Canis, mit dem Unterschied, dass er bereits vor 2 Jahren schon skeptisch war und keine solch starke Wende vollzogen hat.
Aber um nochmal zur Sache zu kommen, die Umsatzbesteuerung von Bitcoin muss nicht zwingend hinderlich sein. Vielmehr sehe ich das Hindernis in einem fehlenden Gesetzt und einer sehr schwammigen Aussage über Bitcoin, was für einen Unternehmer wesentlich problematischer ist, weil er sich nicht darauf einstellen kann.
Angenommen man würde Bitcoin als eine Sache behandeln, so hätte dies den Nachteil der Umsatzbesteuerung beim Umtausch. Optimistisch betrachtet kann dies aber sogar von Vorteil sein, weil es förmlich dazu drängt, Bitcoin erst gar nicht in Geld zu tauschen, sondern damit weitere Käufe zu tätigen. U.a. ist die Zahlung mit Bitcoin für den Unternehmer steuerfrei, d.h. wenn er mit Bitcoin auf Einkaufstour geht, besteht diese Problematik nicht mehr.
Des Weiteren hat es den Vorteil, dass eine BaFin faktisch aus dem Spiel genommen wird. D.h. du kannst damit Finanzdienste anbieten ohne dir dabei eine Erlaubnis bei der BaFin abholen zu müssen, denn wenn Bitcoin als Sache betrachtet wird, schließt es Finanzgeschäft im Grunde aus.
Ferner können dadurch Bitcoin als steuerfreie Prämien bis zu einem Wert von 44€ im Monat ausgegeben werden. Damit kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bis zu 528€ im Jahr quasi steuerfrei auszahlen.
Zum Thema China und Verbote, dies sehe ich nicht wirklich kommen, denn warum hat China es dann nicht längst schon verboten? Warum lässt China die lange Leine und ermöglicht dadurch eine stetige Verbreitung des Bitcoin?
Wenn die Regierung in China der Bitcoin wirklich der große Dorn im Auge wäre, wäre er längst verboten und stärker verfolgt. Doch stattdessen lässt man die Tauschbörsen und Unternehmen weitestgehend frei walten.
Naja und selbst wenn das Verbot käme, so würden sich Ausweichsmöglichkeiten ergeben, würde der Handel in benachbarte Länder abwandern und Kapital in irgendeiner Form über die Grenzen geschoben.
Ferner sollte man China nicht überschätzen, denn so hoch auch das Handelsvolumen ist und so massiv der Effekt auch dadurch sein kann, so halte ich diese Effekte für eher kurzfristiger Natur, weil für den Chinesen der Bitcoin bislang weniger als Alternative, primär aber als reines Spekulationsobjekt dient.
Braucht man ja nur mal auf coinmap.org schauen, da findet man nur wenig Akzeptanzstellen in China.
Google-Trends notiert China ebenfalls eher am hinteren Ende.
Ich sehe die Spekulationen in China vielmehr als eine Anregung und Erweckung der wirklichen Investoren und langfristiger agierenden Spekulanten sowie der Bitcoinakzeptierenden. Diese sitzen eher in den USA, Europa oder Afrika.