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Kleiner Vergleich:
1. Manpower: Moderna ca. 1.000, Biontech knapp 1.400, Pfizer 88.300 (2019)
2. Klinische Studien: Moderna 1, Pfizer 313 "currently recruiting"
https://www.pfizer.com/science/find-a-trial/...&items_per_page=10
Natürlich tut sich Moderna mit Phase 3 viel schwerer als BT/Pfizer. Moderna macht das zum allerersten Mal. Da muss alles, was Pfizer mal eben aus der Schublade zieht, neu entwickelt/ installiert werden. Angefangen bei der Identifzierung von Sudienpartnern, über Reporting-Formate und -Standards, bis hin zu Datenvalidierung und Aufbereitung. Neu entwickelt von Leuten, die bei knappen Personalkapazitäten eh schon auf dem Zahnfleisch gehen (gerüchteweise hat es schon einige burn-outs bei Moderna gegeben).
Dazu kommt ein zweites Problem: Nehmen wir mal an, Studienzentrum / Universität XYZ hat die Möglichkeit, entweder von Pfizer, oder von Moderna, einen Auftrag für Mitarbeit in Phase 3 zu erlangen. Für wen wird sich XYZ wohl entscheiden? Wer kann mit Folgeaufträgen/ weiteren Studien winken, und wer eher nicht?
In diesem Zusammenhang noch ein technischer Hinweis: Sowohl Pfizer als auch Moderna berichten regelmäßig über ihr Phase 3 "enrollment". "enrolled" (eingetragen/ vorgemerkt) heisst nicht "vaccinated" (geimpft) - dazwischen mögen gerne einige Tage/ Wochen liegen. Pfizer hat immer mal wieder auch Zahlen zu den bereits Geimpften veröffentlicht, die typischerweise recht nahe an ihrem "enrollment" lagen. Bei Moderna jedoch scheint es da, insbesondere am Anfang, jedoch zu einigen Verzögerungen gekommen zu sein.
Langer Rede, kurzer Sinn: Moderna wird in Phase 3 deutlich Zeit gegenüber BT/Pfizer verlieren. Dazu mag auch noch das eine oder andere Problemchen bezüglich Datenqualität/ -validierung kommen..
Im übrigen hier noch eine schlechte Nachricht für Moderna vom Sonntag:
https://www.trialsitenews.com/...ng-disclosure-of-government-funding/
Die BARDA ermittelt, ob Moderna gesetzliche Veröffentlichungspflichten zu erhaltenen Subventionen vernachlässigt hat. Insbesondere scheint Moderna bei US-Patentanmeldungen zum Corona-Impfstoff nicht die von der US-Regierung erhaltenen Subventionen deklariert zu haben. Dies könnte im schlimmsten Fall nach dem Bayh-Dole Act von 1980 dazu führen, dass Modernas Patentrechte an die US-Regierung über gehen, die diese dann anderen Impfstoffherstellern zur Verfügung stellen könnte.
Wäre interessant zu wissen, ob dies potentiell auch CureVac bzgl. der deutschen/ europäischen Subventionen betreffen könnte.
1. Kursentwicklung USA: Der gestern entstandene gap scheint mir weitgehend geschlossen worden zu sein. Heute wurde an der NASDAQ diverse Male die 58,57 USD-Marke (Schlußkurs Freitag) getestet, jedesmal erfolgreich abgewiesen (heutiger Tiefstkurs 58,69 USD). Zum NASDAQ-Schluß wieder der inzwischen wohlbekannte Anstieg - am Ende 2,15 % über Freitag (aber natürlich deutliche Verluste gegenüber der deutschen Entwicklung gestern). After-hours (bei geringen Umsätzen) gerade weiterer Anstieg auf über 60 USD.
Volumina sowohl auf Tradegate als auch an der NASDAQ deutlich höher als im August. Die Ferienzeit ist vorbei. Ab jetzt wird es schwieriger/ teurer, den Kurs gegen das Marktsentiment zu manipulieren.
2. Stimmung Deutschland: Wikifolio-Trader haben in den letzten Tagen BioNTech zurückgefahren. Gestern 39% Käufe, 61% Verkäufe, gegenüber 55/45 über die letzten 30 Tage. Scheinbar nicht immer freiwillig: Trader Matze83 berichtet "Stop-Loss-Verkauf // Bleibt auf WatchList für günstigen Wiedereinstieg." Verhältnis Wikifolio-Verkäufe/ Käufe war Freitag noch schlechter, die Stimmung mag schon wieder langsam drehen. Mal schauen, wie sich die Stimmung bei Wikifolio so über die nächsten Tage entwickelt.
https://www.wikifolio.com/de/de/s/us09075v1026
Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass die stop losses jetzt weitgehend abgegrast sein sollten, und von dort aus nicht mehr viel Druck nach unten droht.
3. Impfung: Die Sache wird anders laufen. Am Anfang wird der (die) Impfstoff(e) eh noch knapp sein, Produktion läuft ja gerade erst an. Die USA wollen wohl prioritär Multiplikatoren (Gesundheits-/ Pflegesektor, ggfs. öff. Dienst einschl. Lehrer) impfen. Die Bundesregierung hinkt mit dem Impfplan noch weit hinterher. Bei allem gerechtfertigten Geschimpfe auf Trump - einiges machen die Amis deutlich besser als Minister Spahn (der sich übrigens in Punkto Kameraaffinität nicht hinter Trump verstecken muss). Wird aber letztlich wohl auf ähnliche Schwerpunkte hinauslaufen.
Für Gesundheits- und Pflegesektor, sowie Kinderbetreuung, gibt es schon eine gesetzliche Impfpflicht (gegen Masern/ Mumps/ Röteln), die relativ einfach auf Corona-Impfung ausgeweitet werden kann. Wer sich da weigert, muss mit Kündigung rechnen - siehe u.a. den aktuellen Fall aus Schleswig-Holstein, wo einer Pflegekraft fristlos gekündigt wurde, weil sie nach (maskenloser) Teilnahme an der Berliner Demo und anschließender Krankschreibung mit Erkältungssymptomen einen Corona-Test verweigerte. Bei Beamten lässt sich Impfpflicht vermutlich dienstrechtlich durchsetzen.
Übern Daumen reden wir hier von ca. 3-4 Mio. Menschen in D, die in der ersten Phase (Anfang 2021?) pflichtgeimpft werden. Erst danach wird Freiwilligkeit/ Impfakzeptanz überhaupt ein Thema. Dann sollten viele schon eine/n Pflichtgeimpfte/n im Bekanntenkreis haben, die/der über Impferfahrung berichten kann. Dazu kommen dann Zuckerbrot (z.B. Zutritt zu Bundesligastadien, Konzerten, Diskotheken etc. nur nach Impfung) und Peitsche (Lockerungen bei persönlichen Dienstleistungen - Massage, Friseur, Tattoos, Prostitution usw. - nur gegen Impfnachweis, vielleicht Gleiches für die Gastronomie, KiTa-Besuch nur für Geimpfte). Schließlich dürften auch viele gern besuchte Urlaubsziele (Thailand, Ägypten, USA, Karibik, Australien usw.) bei Einreise eine Corona-Impfung fordern, wie es jetzt schon für Gelbfieber, Hepathitis u.ä. der Fall ist.
Na ja, und die vielleicht 15-20% überzeugten Impfgegner, die alles Vorgenannte nicht zur Änderung ihrer Meinung bewegen kann, sind zu verkraften. Letztlich tuen sie uns allen vielleicht sogar einen Gefallen, weil sie es Risikogruppen (wie mir als über 55-jährigem Diabetiker) ermöglichen, schneller an eine Impfung zu gelangen...
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