BIOPETROL INDUSTRIES AG
07:56 20.05.08
Quartalsergebnis
BIOPETROL INDUSTRIES AG: BIOPETROL erneut mit Wachstum gestartet
Corporate News übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.
--------------------------------------------------
BIOPETROL erneut mit Wachstum gestartet
- Umsatz steigt um rund ein Drittel
- EBIT wie erwartet negativ, hohe Bewertungseinflüsse
- Standortvorteile als Zukunftswert
Zug, 20. Mai 2008: Die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2008 erwiesen
sich durch Kumulation negativer Einflüsse auf den Biodieselmarkt wie
erwartet als schwierig. Hohe Preise für Raps- und Sojaöl, subventionierte
Biodiesel-Importe aus Übersee (B99) sowie die Anhebung der Mineralölsteuer
auf nunmehr 15 EuroCent pro Liter im B100-Markt brachten die Margen weiter
unter Druck und liessen den deutschen B100-Markt fast völlig
zusammenbrechen. Die Differenz zwischen Biodieselpreis und fossilem Diesel
an den Tankstellen erreichte bei insgesamt steigendem Preisniveau nicht die
für den Biodieselabsatz im B100-Markt erforderlichen 10 EuroCent. Der
Beimischungsmarkt bedient sich billigerer Importe (B99) oder nutzt die
niedrigen Importpreise für die Verhandlungen mit der europäischen
Biodieselindustrie als Benchmark. Die meisten Biodieselproduzenten müssen
ihre Anlagen weit unter Kapazität fahren, einige Produzenten haben die
Anlagen stillgelegt oder sogar Insolvenz angemeldet.
In diesem schwierigen Marktumfeld behauptete sich BIOPETROL mit einem
Zuwachs des Umsatzes um rund ein Drittel gegenüber dem 1. Quartal 2007.
Insgesamt wurden EUR 56,6 Mio. umgesetzt.
Das sind EUR 14,3 Mio. oder 33,8% mehr als im gleichen Zeitraum des
Vorjahres (Vj. 42,3). Das starke Umsatzwachstum ist massgeblich auf das
Werk in Rostock zurückzuführen, welches eine wichtige Rolle für die
erfolgreiche Erschliessung der Absatzmärkte ausserhalb Deutschlands
übernommen hat. Biopetrol verkaufte im 1. Quartal dieses Jahres 57.685
Tonnen Biodiesel
(Vj. 51.919 t) und 4.497 Tonnen Pharmaglycerin (Vj. 3.333 t). Die Werke
waren entsprechend durchschnittlich zu rund zwei Dritteln ihrer
Nennkapazität ausgelastet.
Das EBITDA sank auf TEUR -5.521 (Vj. 1.245), und das EBIT reduzierte sich
auf TEUR -6.314
(Vj. 454). Dementsprechend gingen EBITDA- und EBIT-Marge auf -9.8 (Vj. 2.9)
% bzw. -11.2
(Vj. 1.1) % zurück. Der Konzernreinverlust erreichte TEUR -7.100, nach
einem Gewinn von TEUR 648 im 1. Quartal des Jahres zuvor. Das Ergebnis ist
auch durch die nach IFRS bewerteten derivaten Finanzinstrumente zu
Marktpreisen am jeweiligen Stichtag sowie die Rückstellung für
Drohverlusten aus Verkaufskontrakten zum Bilanzstichtag beeinflusst.
Saldiert ergab sich damit ein Bewertungsverlust von TEUR -4.272. Ohne diese
beiden Effekte hätte das Ergebnis TEUR – 3.628 betragen.
Wachstumsstrategie wird fortgeführt
Die dritte Anlage der BIOPETROL in Rotterdam ist wesentliches Asset zur
weiteren Internationalisierung des Geschäfts. Sie wird eine jährliche
Produktionskapazität von 400.000 Tonnen Biodiesel aufweisen. Damit erreicht
BIOPETROL Ende 2008 mehr als eine Verdoppelung der bislang vorhandenen
Kapazität von 350.000 Jahrestonnen. Ergänzend zur Biodieselproduktion kann
bei Vollauslastung der Anlage bis zu 60.000 Tonnen hochwertiges
Pharmaglycerin hergestellt werden.
'Die auf einem Areal von 30.000 m² aufgebaute Betriebsstätte befindet sich
im grössten Raffineriezentrum Europas und erfüllt mit den besten
logistischen Anbindungen an Strasse, Schiene, Schiff und Pipeline alle
Voraussetzungen für die weitere Expansion in Europa. Die zum Fahren der
Anlage erforderlichen Mitarbeiter sind bereits eingestellt und bereiten
sich in Rostock und Schwarzheide auf ihre künftigen Aufgaben vor. Die
Kosten dafür belasten allerdings ebenfalls das aktuelle Ergebnis, da ihnen
noch keine Umsätze gegenüber stehen', ruft CEO Klaus Henschel in
Erinnerung.
Solides Fundament stützt in schwierigen Zeiten
Der operative Cashflow lag in der Periode Januar bis März 2008 mit TEUR
14.699 im Minus. Diese Entwicklung ist auf Veränderungen überwiegend im
Umlaufvermögen (TEUR -11.111) und auf den operativen Verlust
zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit (inklusive einer
Teil-Rückzahlung von erhaltenen Zuschüssen) lag bei TEUR -6.492. Der
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist geprägt durch die erste Zinszahlung
für die Wandelanleihe in der Höhe von TEUR 3.000. Die jährlich bis 2012
wiederkehrende Zahlung erfolgt jeweils im Februar. Trotz eines Anstiegs der
Vorräte verfügte BIOPETROL zum Stichtag über 6.389 TEUR an flüssigen
Mitteln sowie eine zum Stichtag nicht in Anspruch genommene Kreditlinie
zur Finanzierung von Umlaufsvermögen von bis zu EUR 30 Mio.
Die Relation zwischen Eigen- und Fremdkapital liegt gegenüber der
Vorjahresperiode leicht verändert bei 39,7% (Vorjahr 43,3%). Gegenüber dem
Jahresende 2007 hat sie sich leicht um 1,4 %-Punkte verbessert (31.12.2007:
38,3%).
Ausblick
Biopetrol erwartet, in einem weiterhin sehr schwierigen Geschäftsumfeld
besser abzuschneiden als die Konkurrenz. BIOPETROL kommen die guten
Standorte, die moderne Technik und die Geschäftsentwicklung mit
Pharmaglycerin zugute. Hier liegen Wettbewerbsvorteile, die zusammen mit
strenger Kostenkontrolle, der teilweisen Umstellung auf alternative
Rohstoffe wie Talg und Altspeisefette sowie einer Verstärkung der
Handelstätigkeit dazu beitragen, dass BIOPETROL die nächste Phase der
Marktentwicklung erreicht. Diese nächste Phase sehen wir gekennzeichnet
durch ein Ende der Spekulation in Rohstoffen, das Verbot hoch
subventionierter B99-Importe, den verpflichtenden Einsatz von Rohstoffen
aus nachhaltigen Quellen, die Entlastung des Marktes durch Reduzierung der
Überkapazitäten, ein zunehmendes Interesse anderer europäischer Staaten am
Einsatz von Biodiesel, den Beginn der Pflichtbeimischung von alternativen
Kraftstoffen in den USA und eine wieder mehr an dem ursprünglichen Ziel der
Versorgungssicherheit orientierte europäische Energiepolitik.
Zum Unternehmen:
Die BIOPETROL INDUSTRIES AG mit Sitz in Zug (Schweiz) produziert und
vertreibt mit ihren deutschen, niederländischen und Schweizer
Tochtergesellschaften Biodiesel und Pharmaglycerin von höchster Qualität.
Zu den Kunden zählen Mineralölindustrie und -handel, große
Flottenbetreiber, öffentlicher Nahverkehr sowie Land- und Bauwirtschaft.
Darüber hinaus wird die Pharma- und Kosmetikindustrie mit Bioglycerin in
Pharmaqualität beliefert.
Aktuell hat die BIOPETROL INDUSTRIES AG in Schwarzheide und Rostock
Produktionskapazitäten von rund 350.000 t Biodiesel sowie 30.000 t
Pharmaglycerin pro Jahr. Im niederländischen Rotterdam baut BIOPETROL ein
Werk mit einer Produktionskapazität von 400.000 t Biodiesel und 60.000 t
Bioglycerin pro Jahr. Bis Ende 2008 soll die Jahreskapazität auf dann
insgesamt 750.000 t Biodiesel mehr als verdoppelt werden. Ein weiterer
Ausbau der Kapazitäten in Rotterdam ist vorbereitet. An der Erweiterung der
Produktpalette, basierend auf dem Kuppelprodukt Bioglycerin, wird aktiv
gearbeitet.