InstaDeep und BioTheus waren sehr gut gemanagte Partner, bevor sie 100%-Tochtergesellschaften wurden. Durch beide Akquisitionen hat Biontech erhebliche Wettbewerbsvorteile gewonnen.
BioNTech's Pumitamig (BNT327) nutzt PD-L1 x VEGF-A, während Summit's Ivonescimab (AK112) "nur" PD-1 x VEGF-A einsetzt. Diese scheinbar subtile Differenz hat fundamentale wissenschaftliche, klinische und kommerzielle Implikationen, die den Wettbewerb in diesem $30+ Mrd. Markt (Keytruda/Merck) definieren werden.
Quelle: (siehe Folie 20 Innovation Day)
Bei Zulassung unabhängig vom PD-L1-Status könnte BNT327:
62% mehr TNBC-Patientinnen erreichen als Pembrolizumab (Keytruda, Merck) / Atezolizumab (Roche) (100% vs. 38-41%).
Kein Wunder, dass Biontech BNT327 gekauft hat und dass BMS dann sofort mit 50% eingestiegen ist. Die Daten zu BNT327 signalisieren viel bessere Wirkung als Keytruda (derzeit über 30 Mrd. Umsatz jährlich) und zusätzlich werden damit deutlich mehr Patienten behandelbar. Potenzial: Über 3,5 Millionen Menschen jährlich in der EU und USA.
Quellen (s. Foliensatz Biontech Seite 17 & auch BS Seite 5 @JPM Healthcare).
Mitbewerber Summit geht Q3 2026 das Geld aus (Finanzierungsrunde nötig, KE, siehe Liquidität siehe Quartalsberichte SMMT):
(1) Summit hatte 2024 durchschnittlich 737 Mio. Aktien outstanding, BioNTech im Vergleich nur 240 Mio. Aktien.
SMMT hat bereits 200% mehr Aktien ausgegeben als BNTX.
(2) SMMT ist rund 98% kleiner als BNTX nach Mitarbeiteranzahl.
Cashbestand in Milliarden USD: Summit Therapeutics: 0,238 (September 2025, Quartalsverbrauch rund 60 Mio. USD)
BioNTech: 20,62 (Dezember 2025)
(3) SMMT ist also rund 99% kleiner als BNTX nach Cash.
Klinische Studien sind teuer – und man muss sie finanzieren können. Je mehr Geld notfalls verfügbar ist, umso besser.
BMS zahlt 50% der Kosten für BioNTechs BNT327.
BioNTech hat alle Patente für BNT327 und besitzt 100% der Entwicklungsfirma BioTheus.
Summit hingegen hat nur eine räumlich abgegrenzte Unterlizenz, für die Summit bezahlt hat (und wahrscheinlich umsatzanteilig weiter bezahlen muss).
Ivonescimab ist also nur ein einlizenziertes Asset von Akeso – dort liegen die Patente.
Akeso Inc. (China, Zhongshan, Guangdong) ist eine Investment-Holdinggesellschaft. Die Tochtergesellschaften des Unternehmens befassen sich mit Forschung und Entwicklung, Produktion und Vermarktung biopharmazeutischer Produkte.
BioNTech hat inzwischen rund 3.400 Patente, SMMT nur etwa 80 (aus eigenen früheren und aufgegebenen Versuchen).
(4) SMMT ist also rund 98% kleiner als BNTX nach Anzahl der Patente.
(5) BNTX hat bis Q3 2025 rund 16.000-fach mehr Umsatz erzielt als SMMT (währungsbereinigt).
Also etwas irreführend, wenn der Wiesbadener Kurier von der Größe des Konkurrenten schreibt (Zitat):
"Ferner könnte ein großer Konkurrent schneller sein: Die US-Biotechfirma Summit Therapeutics rechnet bei ihrem bispezifischen Antikörper Ivonescimab mit entscheidenden Phase-3-Ergebnissen 2026/2027, während für Pumitamig von BioNTech vergleichbare Studienergebnisse 2028 erwartet werden."
Auch Biontech dürfte im 2. Halbjahr 2026 und in 2027 bereits weitere Daten zu BNT327 Pumitamig liefern.
Zu einer realistischen Bewertung der Chancen und Risiken gehört jedenfalls, dass man Summit Therapeutics als ernstzunehmenden Konkurrenten wahrnimmt, der in wichtigen Indikationen (NSCLC und Darmkrebs) zum Teil bisher die Nase vorn hat. Summit hat Stärken und Schwächen.
Aber auch durch die positiven Meldungen zu Gotistobart BNT316, BNT323 und BNT113 bin ich mir recht sicher, das Biontech das bessere Investment ist, da dies auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Kombinationstherapien mit Pumitamig eine sehr hohe Wirksamkeit haben. Zwar plant Summit auch einige Kombinationstherapien, hier ist Biontech aber klar führend. Zudem hat Biontech den Vorteil, dass sie enorm viele Medikamente für Kombinationen in der eigenen Pipeline haben, während Summit immer Kooperation mit anderen Firmen eingehen muss. Letzteres ist langwierig und es bleibt nur die Hälfte des Gewinns für Summit. (Danke an die Mitwirkung der Kollegen aus den nichtöffentlichen Gruppen in Telegram)
(Verkleinert auf 43%)

