Also ich würde mir zunächst einmal den Buchwert nach Abzug der immateriellen Vermögenspositionen heranziehen, wovon ich im Übrigen noch eine Sicherheitsmarge (Margin of Safety) abziehen würde - ganz nach den in "INTELLIGENT INVESTIEREN" von Graham niedergeschriebenen Regeln. Außerdem würde ich mir noch die Ergebnisentwicklung seit die Unternehmensbilanzen von Merck veröffentlicht werden und die Dividenden seit Börsengang anschauen, eine Durchschnittsdividende ermitteln, mit der ich dann meine durchschnittliche Dividendenrendite ermitteln würde. Hiervon abgesehen wäre ein Branchen (Peer-Group-Vergleich) sinnvoll, um zu schauen, ob das Unternehmen über einen breiten Burggraben verfügt - Monopol oder Fast-Monopol im Markt,ein einmaliges immaterielles Produkt (beispielsweise Coca Cola, starke Marke, Marktanteil des Unternehmens im Markt gegenüber Konkurrenten etc.
Eigentümer-Gewinne berücksichtigen (Auszug aus INTELLIGENT INVESTIEREN, Seite 328): Warren Buffett hat das Konzept der Eigentümer-Gewinne bekannt gemacht: Nettoerlöse zuzüglich Amortisation und Abschreibungen abzüglich der normalen Kapitalausgaben.
Weil die Eigentümer-Gewinne die Einträge in der Buchhaltung um Amortisation und Abschreibung korrigieren, weil sie die Barbilanz des Unternehmens nicht beeinflussen, sind sie ein besserer Maßstab als der Nettoerlös. Um die Definition der Eigentümer-Gewinne noch zu verfeinern, sollten Sie von den Nettoerlösen noch Folgendes abziehen:
Alle Kosten für die Gewährung von Aktienoptionen, die die Gewinne der Aktionäre schmälern und sie in die Hände von Insidern legen
Alle "außergewöhnlichen", "einmaligen" oder "außerordentlichen" Belastungen
Alle "Erlöse" aus Pensionsrückstellungen des Unternehmens
Wenn die "Eigentümer-Gewinne" je Aktie in den zurückliegenden zehn Jahren mit einem stetigen Durchschnitt von etwa 6 oder 7% pro Jahr gestiegen sind, dann ist das Unternehmen eine echte "Gelddruckerei", und die Aussichten auf weiteres Wachstum sind gut.
Ich denke die nachfolgende Seite dürfte euch dabei behilflich sein: aktienanalyse-fundamental.blogspot.com/
Infos zum Thema gibt es in Grahams "INTELLIGENT INVESTIEREN" ab Seite 322
Falls ihr das Buch noch nicht erworben habt, könnt ihr auf Google books nachlesen:
books.google.de/...ved=0CC4Q6AEwAA#v=onepage&q&f=false
Anmerkung: Übrigens würde ich nachschauen, ob das Unternehmen nicht eventuell zu Bilanzkosmetik gegriffen hat, um die Bilanzen besser aussehen zu lassen. Um sich vor derartigen Machenschaften zu schützen, liest ein Value-Investor die Bilanzen immer von hinten nach vorne - fängt also bei den Fußnoten an!
Infos dazu gibt es in "INTELLIGENT INVESTIEREN" ab Seite 332
Eine tolle Ergänzung zum Thema Bilanzmanipulation ist das Buch "Bilanzen lesen leicht gemacht" von Hans-Jürgen Probst, das hier erhältlich ist: www.amazon.de/gp/reader/3636012835/ref=sib_dp_pt#reader-link
Was Graham zur Dividendenpolitik, Aktiensplits und Aktienrückkäufen zusagen hat, erfahrt ihr auf Seite 329 in "INTELLIGENT INVESTIEREN".
sonnenscheinc.: @1 hat Recht, ich würde die Unternehmensform und ihre Eigenheiten auch bei der Bewertung der Aktien berücksichtigen, insbesondere wenn sie denn Buchwert derartig beeinflusst.
Zitat von Warren Buffett:
"Ein erfolgreicher Geldanleger vermeidet es, im Konsens mit der Masse zu handeln. Er analysiert Fakten und denkt selber nach. Darauf basieren dann seine Entscheidungen."