Gerade habe ich mir nochmal diesen Podcast von Lars Erichsen angehört. Er stammt noch aus Oktober 2021. Grob gesagt, geht es in dieser Folge darum, in welche Aktie Erichsen investieren würde, wenn er nur eine einzige kaufen dürfte - mit einem sehr, sehr langen Anlagehorizont.
Ab min 13:12 kommt er auf Berkshire Hathaway zu sprechen - also warum er hier - unter dieser frei erfundenen, ganz speziellen Voraussetzung - nicht investieren würde: "Das Banken- und Versicherungswesen wird in 10 Jahren komplett anders aussehen als heute. [...]"
Hm - wie im Link weiter unten ersichtlich, ist das aktuelle Berkshire Hathaway-Portfolio zunächst mal Apple- und dann erst finanzlastig. Hinzu kommen aber noch jede Menge Direktbeteiligungen über eben dieses Portfolio hinaus... merkwürdig, daß Erichsen die nicht mit in Betracht zog damals - dabei ist hier von Ziegelsteinen über Juweliere bis hin zu Eisenbahngesellschaften alles mögliche dabei.
Davon ab: Was sollte Berkshire hindern, das Portfolio auch mal umzuschichten? Zumal in absehbarer Zeit ja leider schon aus Altersgründen ein Generationswechsel ansteht... woher bittschön die Gewißheit nehmen, daß Berkshire Werte wie Amazon nicht auch mal höher gewichten kann als jetzt? Cash ist doch mehr als genug vorhanden und der nächste Bärenmarkt womöglich nicht mehr weit...
Angesichts (wahrscheinlich) bald steigender Zinsen scheint zudem der hohe Anteil an Banken im Berkshire-Portfolio nicht das Schlechteste sein - zumal es sich um US-Werte handelt. Schickt sich die Federal Reserve Bank doch schon lange vor der EZB zu entsprechenden Maßnahmen an...
Kurz- und mittelfristig ist Berkshire hier also womöglich genau richtig aufgestellt. O.k., Erichsen ging es um die langfristige Perspektive. Also werfen wir mal einen generellen Blick darauf:
Finanzdienstleistung im Jahr 2030
Eine neue Ära für Banken und Sparkassen
von DR. HANSJÖRG LEICHSENRING 8. Juni 2020
(Die Studie von 2bAHEAD gibt es hier zum Download.)
Liest sich für mich nach einer Menge Veränderung - such is (business) life - aber nicht unbedingt wie eine Apokalypse.
Zwar gab es auch bereits sehr düstere Vorhersagen - zumindest für den deutschen Bankenmarkt - hier eine aus 2018: Über 90 Prozent werden dichtmachen: Studie sieht Banken in Gefahr
Aber jetzt mal Hand aufs Herz - sieht irgend jemand ernsthaft auch die Bank of America oder die Bank of NY Mellon ein solches Ende nehmen, noch dazu in so wenigen Jahren schon?
Also ich bleibe long bei Berkshire, zumal ich keine Apple-Einzelaktien halte und so meinen Fuß in speziell diese Tür im Vertrauen auf die Expertise eines Investorenteams reinbekommen kann, das zu den besten der Welt zählt - ohne auch nur einen Cent an Fondsgebühren dafür hinlegen zu müssen. Und auch der Gedanke, bei o.g. Banken oder American Express auf diese Weise mitbeteiligt zu sein, läßt mich weiterhin ruhig schlafen...