Bei den Zinsen wird 2002 Jahr der Wende
Die Langfrist-Sätze steigen bereits, am Geldmarkt könnte es kurzfristig noch leicht nach unten gehen.
Fed-Chef Alan Greenspan hat zur Belebung der lahmen Konjunktur die US-Leitzinsen im Vorjahr insgesamt elfmal gesenkt. Sie liegen mittlerweile auf dem Rekordtief von 1,75 Prozent. Damit könnte - so Christian Helmenstein, Finanzexperte des IHS (Institut für Höhere Studien) - "das Ende der Fahnenstange" bereits erreicht sein. Allenfalls wäre bei der Fed-Sitzung am 30. Jänner noch eine weitere Reduktion um einen Viertelpunkt denkbar.
In Europa ist der untere Zins-Wendepunkt hingegen noch nicht erreicht. Die Euro-Währungshüter haben im Vorjahr die Zinsschraube deutlich zögernder gelockert als ihre US-Kollegen. Derzeit liegen die Leitzinsen in der Euro-Zone bei 3,25 Prozent. Ein weiterer Spielraum um bis zu einem halben Prozentpunkt nach unten, also bis auf 2,75 Prozent, wäre nach Expertenmeinung gegeben.
Doch wird die Europäische Zentralbank vermutlich erst die Auswirkungen der Euro-Bargeldumstellung auf die Inflationsrate abwarten. "Bis Ende März wird man hier klarer sehen", meint Helmenstein. Sollte es durch den Euro zu einem spürbaren Preisschub kommen, dann wird die EZB vermutlich die Leitzinsen unverändert lassen. Wenn EZB-Chef Wim Duisenberg dieser Tage davon spricht, das Zinsniveau in Euroland sei "angemessen", dann hat er vermutlich bereits Signale, daß es an der Inflationsfront zumindest in einzelnen Ländern der Eurozone nicht wie gewünscht läuft und es keinen Spielraum für eine Zinssenkung gibt.
Während bei den Leitzinsen, also den kurzfristigen Sätzen, dies- und jenseits des Atlantiks noch über letzte Senkungsschritte spekuliert wird, tendieren die Kapitalmarktzinsen bereits seit längerem nach oben. Deshalb heben die heimischen Banken derzeit auch gerade die Verzinsung für längerfristig gebundene Spareinlagen an.
Sobald die Konjunktur sich deutlich erholt, rechnet Helmenstein mit wieder deutlich steigenden Leitzinsen. Bei der Asienkrise 1998 habe man zunächst mit einer Rezession gerechnet. Als klar wurde, daß diese ausbleiben werde, habe vor allem die EZB zu lange mit Zinserhöhungen zugewartet und damit die Geldmenge unnötig aufgebläht. Diesen Fehler dürften die Euro-Währungshüter diesmal wohl nicht mehr machen, so Helmenstein.
Die Langfrist-Sätze steigen bereits, am Geldmarkt könnte es kurzfristig noch leicht nach unten gehen.
Fed-Chef Alan Greenspan hat zur Belebung der lahmen Konjunktur die US-Leitzinsen im Vorjahr insgesamt elfmal gesenkt. Sie liegen mittlerweile auf dem Rekordtief von 1,75 Prozent. Damit könnte - so Christian Helmenstein, Finanzexperte des IHS (Institut für Höhere Studien) - "das Ende der Fahnenstange" bereits erreicht sein. Allenfalls wäre bei der Fed-Sitzung am 30. Jänner noch eine weitere Reduktion um einen Viertelpunkt denkbar.
In Europa ist der untere Zins-Wendepunkt hingegen noch nicht erreicht. Die Euro-Währungshüter haben im Vorjahr die Zinsschraube deutlich zögernder gelockert als ihre US-Kollegen. Derzeit liegen die Leitzinsen in der Euro-Zone bei 3,25 Prozent. Ein weiterer Spielraum um bis zu einem halben Prozentpunkt nach unten, also bis auf 2,75 Prozent, wäre nach Expertenmeinung gegeben.
Doch wird die Europäische Zentralbank vermutlich erst die Auswirkungen der Euro-Bargeldumstellung auf die Inflationsrate abwarten. "Bis Ende März wird man hier klarer sehen", meint Helmenstein. Sollte es durch den Euro zu einem spürbaren Preisschub kommen, dann wird die EZB vermutlich die Leitzinsen unverändert lassen. Wenn EZB-Chef Wim Duisenberg dieser Tage davon spricht, das Zinsniveau in Euroland sei "angemessen", dann hat er vermutlich bereits Signale, daß es an der Inflationsfront zumindest in einzelnen Ländern der Eurozone nicht wie gewünscht läuft und es keinen Spielraum für eine Zinssenkung gibt.
Während bei den Leitzinsen, also den kurzfristigen Sätzen, dies- und jenseits des Atlantiks noch über letzte Senkungsschritte spekuliert wird, tendieren die Kapitalmarktzinsen bereits seit längerem nach oben. Deshalb heben die heimischen Banken derzeit auch gerade die Verzinsung für längerfristig gebundene Spareinlagen an.
Sobald die Konjunktur sich deutlich erholt, rechnet Helmenstein mit wieder deutlich steigenden Leitzinsen. Bei der Asienkrise 1998 habe man zunächst mit einer Rezession gerechnet. Als klar wurde, daß diese ausbleiben werde, habe vor allem die EZB zu lange mit Zinserhöhungen zugewartet und damit die Geldmenge unnötig aufgebläht. Diesen Fehler dürften die Euro-Währungshüter diesmal wohl nicht mehr machen, so Helmenstein.