US-Insolvenzen auf Rekord-Niveau
Nicht nur die New Economy hat Probleme
Die schwache US-Wirtschaft und der Zusammenbruch der Internet-Blase haben in diesem Jahr so viele Opfer gefordert wie nie zuvor. Doch des könnte noch schlimmer kommen. Obwohl der zuvor noch viel gehypte Technologie-Sektor einen Großteil der Insolvenzen zu tragen hat, könnten zum Ende dieses so wichtigen, wahrscheinlich aber relativ schwachen Weihnachtsgeschäftes auch eine ganze Reihe von Unternehmen anderer Branchen vor dem Bankrott stehen.
Gegen Ende 2001 haben amerikanische Unternehmen mit einem Wert von insgesamt 250 Mrd. Dollar Insolvenz beantragt und nach Aussagen von BankruptcyData.com damit den Rekord des vergangenen Jahres – 95 Mrd. Dollar – geradezu pulverisiert. Und es kommt noch besser: Von zehn der größten Insolvenzanträge Börsen notierter Unternehmen seit 1980 stammen fünf aus diesem Jahr. Und die betroffenen Unternehmen sind nicht nur groß, sie haben auch einen Platz in der Unternehmenskultur der Vereinigten Staaten inne gehabt wie beispielsweise Polaroid oder Pacific Gas and Electric.
Ob dieser „Bankrott-Boom“ im kommenden Jahr anhält, ist unklar. Nur eins ist sicher: Sollte die US-Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten keine Erholung hinlegen, werden die Schlangen vor den Gerichten noch länger werden. Nach Angaben von BankruptcyData haben in diesem Jahr 231 US-Firmen Insolvenz beantragt – im vergangenen Jahr waren es noch 176. Und gleichzeitig sind 39 Unternehmen bankrott gegangen nach 21 im vergangenen Jahr.
Und die Branchen, die an der Börse am stärksten zugelegt haben wie beispielsweise Netzwerk-, Internet-, und Telekom-Sektor, trifft es nun auch am härtesten. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass auch im Bereich Einzelhandel Geschäftsaufgaben anstehen könnten. Der entscheidende Faktor: Das veränderte Kaufverhalten der US-Bürger nach den Anschlägen des 11. September. Das Geld sitzt den Amerikanern längst nicht mehr so locker in der Tasche und wenn gekauft wird, dann möglichst billige Artikel. Keine guten Aussichten für das Weihnachtsgeschäft und damit insbesondere nicht für die kleineren Mitbewerber. Bislang haben 2001 unter anderem Montgomery Ward, Payless Cashways und Krauses Furniture Insolvenz angemeldet.
Und die Probleme der Reise- und Luftverkehrs-Branche sind nach den Anschlägen auf New York und Washington offensichtlich. Die Firmen werden weiter riesige Verluste einfliegen und die Hilfe der US-Regierung, immerhin 15 Mrd. Dollar ist da wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal schon vor den Terror-Attacken TWA und Midway Airlines um Gläubigerschutz nachsuchten. Auch Hotels und Restaurants wie Planet Hollywood oder Phoenix Restaurant haben Insolvenz beantragt.
Und auch im Automobil-Sektor könnte sich einiges tun. Die Umsätze der Branchen haben sich nur gehalten, weil die Autobauer das Geschäft mit Nullzins-Finanzierungsangeboten angekurbelt haben. Das drückt die Margen und zwingt zum Sparen. Nicht das General Motors von der Pleite bedroht wäre, doch werden die Einsparungen nach unten weiter gegeben. Das bedeutet für viele Zulieferer Probleme. Insolvent ist zum Beispiel schon Hayes Lemmerz.
Autor: Björn Junker, 16:11 17.12.01
Nicht nur die New Economy hat Probleme
Die schwache US-Wirtschaft und der Zusammenbruch der Internet-Blase haben in diesem Jahr so viele Opfer gefordert wie nie zuvor. Doch des könnte noch schlimmer kommen. Obwohl der zuvor noch viel gehypte Technologie-Sektor einen Großteil der Insolvenzen zu tragen hat, könnten zum Ende dieses so wichtigen, wahrscheinlich aber relativ schwachen Weihnachtsgeschäftes auch eine ganze Reihe von Unternehmen anderer Branchen vor dem Bankrott stehen.
Gegen Ende 2001 haben amerikanische Unternehmen mit einem Wert von insgesamt 250 Mrd. Dollar Insolvenz beantragt und nach Aussagen von BankruptcyData.com damit den Rekord des vergangenen Jahres – 95 Mrd. Dollar – geradezu pulverisiert. Und es kommt noch besser: Von zehn der größten Insolvenzanträge Börsen notierter Unternehmen seit 1980 stammen fünf aus diesem Jahr. Und die betroffenen Unternehmen sind nicht nur groß, sie haben auch einen Platz in der Unternehmenskultur der Vereinigten Staaten inne gehabt wie beispielsweise Polaroid oder Pacific Gas and Electric.
Ob dieser „Bankrott-Boom“ im kommenden Jahr anhält, ist unklar. Nur eins ist sicher: Sollte die US-Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten keine Erholung hinlegen, werden die Schlangen vor den Gerichten noch länger werden. Nach Angaben von BankruptcyData haben in diesem Jahr 231 US-Firmen Insolvenz beantragt – im vergangenen Jahr waren es noch 176. Und gleichzeitig sind 39 Unternehmen bankrott gegangen nach 21 im vergangenen Jahr.
Und die Branchen, die an der Börse am stärksten zugelegt haben wie beispielsweise Netzwerk-, Internet-, und Telekom-Sektor, trifft es nun auch am härtesten. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass auch im Bereich Einzelhandel Geschäftsaufgaben anstehen könnten. Der entscheidende Faktor: Das veränderte Kaufverhalten der US-Bürger nach den Anschlägen des 11. September. Das Geld sitzt den Amerikanern längst nicht mehr so locker in der Tasche und wenn gekauft wird, dann möglichst billige Artikel. Keine guten Aussichten für das Weihnachtsgeschäft und damit insbesondere nicht für die kleineren Mitbewerber. Bislang haben 2001 unter anderem Montgomery Ward, Payless Cashways und Krauses Furniture Insolvenz angemeldet.
Und die Probleme der Reise- und Luftverkehrs-Branche sind nach den Anschlägen auf New York und Washington offensichtlich. Die Firmen werden weiter riesige Verluste einfliegen und die Hilfe der US-Regierung, immerhin 15 Mrd. Dollar ist da wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal schon vor den Terror-Attacken TWA und Midway Airlines um Gläubigerschutz nachsuchten. Auch Hotels und Restaurants wie Planet Hollywood oder Phoenix Restaurant haben Insolvenz beantragt.
Und auch im Automobil-Sektor könnte sich einiges tun. Die Umsätze der Branchen haben sich nur gehalten, weil die Autobauer das Geschäft mit Nullzins-Finanzierungsangeboten angekurbelt haben. Das drückt die Margen und zwingt zum Sparen. Nicht das General Motors von der Pleite bedroht wäre, doch werden die Einsparungen nach unten weiter gegeben. Das bedeutet für viele Zulieferer Probleme. Insolvent ist zum Beispiel schon Hayes Lemmerz.
Autor: Björn Junker, 16:11 17.12.01