Nachrüstung für Altwagen
Wie dreckige Diesel wieder sauber werden
-„Faktisch ist es so, dass alle Diesel im Emissionsstandard Euro 6, die nicht Euro 6d oder 6d-temp sind, und natürlich auch Euro 5 und Euro 4 sehr hohe Emissionen haben. Und das durch die Bank.“
-Ein neues System verspricht Abhilfe
Marcus Hausser ist Vorstandsvorsitzender der Baumot Group, einem Hersteller für Abgasnachbehandlungssysteme. Unter dem Namen Twintec vertreibt er das „BNOX System“, das Abgase von Diesel-PKW reinigt:
„Beim PKW haben wir im Moment sieben oder acht verschiedene Modelle, die wir umgebaut haben, die zum Teil jetzt seit längerem in unabhängigen Tests unter anderem auch beim ADAC laufen.“
-„Wir haben drei davon getestet. Die funktionieren hervorragend. Der Passat von Twintec hat eine Minderung von 95 Prozent, der A3 von Pley um 85 Prozent. Wir haben Werte, die besser sind, als die meisten Euro 6 Fahrzeuge, die verkauft werden.“
Nach diesen Tests wären also mit Hardware nachgerüstete, zehn Jahre alte Diesel sauberer, als die allermeisten Neuwagen heute und wären von keinem Fahrverbot betroffen. Das gelte selbst für noch ältere Euro-4-Diesel, sagt ADAC-Tester Kolk, eine Autoklasse, von der die Bundesregierung behauptet, sie ließe sich nicht nachrüsten:
„Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass so eine technische Lösung auch bei Euro 4 Fahrzeugen grundsätzlich möglich ist.“
-„Das ist im Moment nur eine Aussage vom Bundesminister“, sagt Marcus Hausser von Twintec, dem Hersteller für Diesel-Abgas-Reinigungssysteme. „Was wir jetzt brauchen, ist das im Prinzip auch in einer entsprechenden Verordnung. Da muss eine Regelung her, die besagt: Du hast nachgerüstet, also gilt für Dich das Fahrverbot nicht.“
Außerdem muss das Kraftfahrtbundesamt die Abgasreinigungssysteme prüfen und eine Allgemeine Betriebserlaubnis ausstellen, damit die Systeme überhaupt in Autos eingebaut werden dürfen.
-Das Kraftfahrtbundesamt sei jedoch bemüht, korrekt und zügig zu arbeiten, sagt Baumot-Chef Marcus Hausser:
„Ein bisschen anders sah es im Verkehrsministerium aus. Ich denke mal, da hat man in der Vergangenheit wirklich versucht, das Thema auszusitzen und zu verschleppen. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr den Eindruck, dass das der Fall ist. Ich denke mal, im Verkehrsministerium und auch im Kanzleramt wurde der Schuss durchaus vernommen.“
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