„Die Bilanz ist ernüchternd: Drei Jahre, nachdem das VW-Gate in den USA bekannt wurde, fahren in Europa die Betrugs-Diesel unverändert als Giftgasschleudern durch unsere Innenstädte und führen zu tausendfachem Tod und hunderttausenden Erkrankungen. Und die überwiegende Mehrzahl der in den letzten drei Jahren neu auf die Straße gekommenen Euro 6 Diesel-Pkw sind genauso schmutzig“, kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Die durch das EKI untersuchten Euro 6 Diesel-Pkw emittierten im Durchschnitt 444 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Kilometer (mg/km), das entspricht einer 5,5-fachen Überschreitung des NOx-Grenzwerts im realen Fahrbetrieb. Nur 8,4 Prozent der Euro 6 Diesel-Pkw hielten den geltenden NOx-Grenzwert von 80 mg/km ein. Die Euro 6 Diesel-Pkw emittieren im Vergleich zu den Euro 6 Benzin-Pkw durchschnittlich 12 Mal mehr NOx. Zwei aktuelle Messungen der DUH im EKI zeigen sogar über diesen Durchschnittswert hinausgehende Überschreitungen des Abgasgrenzwertes für NOx: Bei einem Alfa Romeo Giulia 2.2 Multijet, Euro 6 wurden 584 mg NOx/km und damit eine Überschreitung des Grenzwerts um den Faktor 7,3 gemessen. Noch drastischer ist das Ergebnis bei einem Renault Scénic ENERGY dCi 130, ebenfalls Euro 6. Hier erreichen die NOx-Emissionen im Schnitt 1.192 mg/km, was einer Überschreitung um den Faktor 14,9 entspricht. Beide Diesel-Pkw sind gerade ein Jahr alt.
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