Im Nachgang des Illner Talks bin ich auf eine alte Baumot PM gestoßen, die damals vermutlich schon hier im Forum gepostet wurde. Gleichwohl möchte ich auf die PM v. 3.7.2017 an dieser noch einmal verweisen, da man unter Berücksichtigung der Entwicklungen der vergangenen 2 1/2 Monate Rückschlüsse daraus ziehen kann.
mobile.dgap.de/dgap/News/corporate/...gestellt/?newsID=1014693Bei der Diskussion über die Ergebnisse des Abgasuntersuchungsausschusses dient der von Baumot entwickelte BNOx als Anschauungsobjekt und Beispiel einer funktionierenden Nachrüstlösung.
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Herr Arno Klare [MdB], Mitglied im Abgasuntersuchungsausschuss, hat sich in den letzten Wochen persönlich ein Bild gemacht und schlägt in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag den BNOx als nachgewiesenermaßen funktionierende Möglichkeit vor, um mit Diesel-PKW die geforderten Grenzwerte für Euro-6 in den Städten zu erreichen. [
] Erklärtes Ziel ist die Nachrüstung von älteren Dieselmotoren mit einer effizienten Hardwarelösung.
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Es wird erwartet, dass in den kommenden Wochen und Monaten die rechtlichen Weichen für eine Diesel-Nachrüstung gestellt werden.
Die komplette Rede von Herrn Klare kann im Plenarprotokoll auf S. 25184 nachgelesen werden. Die gesamte Behandlung des Tagesordnungspunkts beginnt bereits auf Seite 25172 :
dipbt.bundestag.de/dip21/btp/18/18244.pdf#P.25184 Liebe Leute, lest Euch die Rede im Wortlaut durch. Im Kontext der vergangenen Monate ergibt sich daraus AUS MEINER SICHT folgendes Bild:
1. Der Politik [genauer gesagt JEDEM MdB] ist BNOx und Baumot bekannt.
2. Der Abgasuntersuchungsausschuss hat gestützt auf unabhängige Sachverständigen-Gutachten die Wirksamkeit der BNOx Technologie bestätigt. Interessant finde ich vor diesem Hintergrund das Fazit des MdB Behrens: Der Ausschuss hat eine wesentliche Aufklärung geleistet In der nächsten Wahlperiode können diese Erkenntnisse genutzt werden für Entscheidungen, die die Interessen der Beschäftigten, der Verbraucher und die Gesundheit der Allgemeinheit und nicht einseitig die wirtschaftlichen Interessen der Automobilkonzerne ins Zentrum stellen.
3. Baumot ist mE das einzige Unternehmen, das eine umsetzbare Lösung anbietet. Andernfalls hätten die Ausschussmitglieder bei der Aussprache im Plenum auch auf Alternativen hingewiesen. Das taten sie nicht! Stattdessen wird auf die betriebswirtschaftliche Anreizwirkung hingewiesen: Das, was sie [Autoindustrie] dafür bezahlen müssten, ist ein lächerlicher Betrag gegenüber dem, was sie zahlen müssen, wenn sie ihre Wahnsinnsinvestitionen in die Dieseltechnologie abschreiben und durch Bilanzberichtigungen aus den Büchern tilgen müssen.
4. Die Alleinstellung von Baumot äußerst sich auch darin, dass sowohl die Medien (Illner & Printmedien) als auch die Politik immer wieder auf Baumot verweisen (Hofreiter, Özdemir).
5. Meine Vermutung für den Herbst 2017: Die laufenden Verfahren vor den Verwaltungsgerichten, die damit verbundenen drohenden Fahrverbote sowie das Bekenntnis der SPD (und neuerdings auch der Union) zur Einführung einer Musterfeststellungsklage, lassen vermuten, dass nach der Wahl das Thema erneut im Bundestag behandelt wird. Gesetzgeberische Maßnahmen, wie die Einführung der Blauen Plakette, Geldbußen gegen die Autohersteller und/oder die Verpflichtung zur Nachrüstung sind hier wahrscheinlich. Die Alternative des Nicht-Handelns erscheint mir vor dem Hintergrund der in
#3679 skizzierten Problemlage für Gebrauchtwagenhändler, Mittelständler und Verbraucher ausgeschlossen.
6. Nach alledem würde ich auch ein Übernahme Baumots durch VW nicht ausschließen. Angesichts der drohenden dunklen Wolken am politischen Horizont könnte VW die Flucht nach vorn suchen. Und wie wir bei Illner gesehen haben (Hausser hat Diess direkt daraufhingewiesen), könnte VW dank BNOx Technologie auch wieder Autos in den USA verkaufen. Auf diese Weise könnten Erträge generiert werden, die die Kosten für die Nachrüstung in Deutschland amortisieren.
7. Die tatsächliche Realisierbarkeit der hier angedachten Szenarien würden vielleicht auch erklären, warum die Öffentlichkeitsarbeit von Baumot in den vergangenen Monaten sehr bescheiden ausfiel. Das Unternehmen hätte doch deutlich mehr auf sich aufmerksam machen können?! Vielleicht ist hier schon mehr in der Pipeline, als vor der Wahl nach außen dringt.
Ich weiß, das ist alles Kaffeesatzleserei, aber ausweislich der Berichterstattung und der Informationslage im Deutschen Bundestag halte ich das nicht für Tagträumerei.