Der Chemiekonzern BASF verlagert Arbeitsplätze von Berlin nach Indien. Konkret will der Konzern in Indien einen neuen Standort aufbauen, um dort Finanz- und Personaldienstleistungen zu bündeln, berichtet F.A.Z.-Korrespondent Bernd Freytag. Davon betroffen sein dürfte vor allem sein Standort in Berlin, wo 2.800 Menschen arbeiten. Heftige Kritik dafür gibt es von der Chemiegewerkschaft IGBCE. Sie hatte 2005 nach eigenen Angaben einen eigenen Tarifvertrag mit „spürbar niedrigeren Gehältern“ und längeren Arbeitszeiten akzeptiert, um damals eine angedachte Verlagerung in die Slowakei zu verhindern. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, selbst Aufsichtsratsmitglied der BASF, sprach am Mittwoch von einem beschäftigungspolitischen Schlag, der zum Ende eines tariflichen Vorzeigeprojekt führe, „mit dem wir Tausende gute Arbeitsplätze in der Bundeshauptstadt geschaffen haben.“ Die Karawane ziehe weiter, „hinterlässt Enttäuschung und beendet Karrieren“, sagte er und kündigte an, den Tarifvertrag nicht weiterzuführen. Wie viele Arbeitsplätze am Ende betroffen sind, teilt der Konzern noch nicht mit. Aktuell beschäftigt BASF im Globalen Service 8.500 Personen. Neben Berlin, wo bisher der Service für Europa erbracht wird, gibt es zwei weitere Zentren in Kuala Lumpur für Asien und Montevideo für Amerika. Ziel der Verlagerung sei, die Kosteneffizienz zu steigern und resilienter zu werden.
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