„Wenn Griechenland pleite geht, dann bekommt niemand etwas wieder, auch nicht die Deutschen“, sagte er zu BILD. „Das ist doch das praktische Argument dafür, dass wir einen Kompromiss finden müssen, damit es Griechenland wieder besser geht und Deutschland die Kredite zurückerhält.“
Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Griechen erst einmal die Rückendeckung anderer Krisenstaaten für ihren Anti-Spar-Kurs sichern wollen. Denn Italien und Frankreich gehören selbst zu den Sorgenkindern der Euro-Zone.
- Italien steckt seit drei Jahren in einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordhoch von 13,4 Prozent. Unter den Jugendlichen sind es mehr als 43 Prozent. Das Land wehrt sich gegen strikte Sparvorgaben der EU und argumentiert, für Wirtschaftswachstum seien Investitionen nötig. Wie Griechenland hat das Land einen riesigen Schuldenberg angehäuft.
- Auch in Frankreich liegt die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. Zuletzt waren 3,48 Millionen Menschen ohne Job. Besonders betroffen sind davon Jugendliche. Bis 2017 will die Regierung 50 Milliarden Euro im Haushalt einsparen. Weiteren Kürzungen steht Paris skeptisch gegenüber. Begründet wird das mit der Sorge um die Konjunkturschwäche in Europa.
Zwar werde sich Frankreich nicht für eine Streichung der Schulden Griechenlands aussprechen, sagte Sapin. Doch man werde Athen im Streben nach einem geänderten Zeitrahmen oder neuen Bedingungen unterstützen. „Frankreich ist mehr als vorbereitet darauf, Griechenland zu unterstützen.“
Die griechischen Bemühungen um eine Neuverhandlung der Auflagen seien „legitim“. Sapin forderte einen „neuen Vertrag zwischen Griechenland und seinen Partnern“.
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