„Belehren, ausblenden, diffamieren. Medien werden heute so wahrgenommen, wie wir es eigentlich nur noch aus der DDR kennen“, schreibt Roland Tichy, der grundsätzlicher Systemkritik unverdächtige ehemalige Chefredakteur der Wirtschaftswoche und heutige Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung in seinem Blog.[1] Um das zu merken, braucht es keines Tichy, man achte nur auf die Diktion in beliebigen Beispielen zum Thema Flüchtlinge oder Pegida. Etwa so: „In Dresden kamen rund 17.500 Menschen zusammen, um gegen eine vermeintliche „Überfremdung“ Deutschlands mobilzumachen.“
Das völlig unjournalistische, nämlich meinungsbefördernde „vermeintlich“ reicht dem Autor nicht, weswegen auch noch die „Überfremdung“ in Anführungsstriche gesetzt werden muss. Und um ganz sicher zu gehen, damit alle Leser 17.500 Menschen, die ihr Grundrecht auf Demonstration wahrnehmen, für gemeingefährliche Irre halten, wird deren angeblich aggressiver Charakter noch mit einer „Mobilmachung“ in Verbindung gebracht. Kein Wunder, sind die Proteste „der Islam-Hasser, der sogenannten Patrioten“ (Tagesspiegel[2]), doch grundsätzlich „islamfeindlich“, also feindlich an sich, also in unserer so friedlichen Welt unerwünscht.
www.geolitico.de/2015/01/04/manipulativer-medialer-wortzauber/