Bald nur noch Basis-Leistungen umsonst (E-Mails)


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Pichel:

Bald nur noch Basis-Leistungen umsonst (E-Mails)

 
03.04.02 09:10

     
Zwei Megabyte Speicherplatz für E-Mails, das sollte für den privaten Hotmail-User gewöhnlich genügen. Doch die sind schnell verbraucht, wenn der User mit Spam-Mails zugeschüttet wird oder sein Konto selten abruft. Dann wird das Konto bei Hotmail und anderen Anbietern blockiert - oder man zahlt für einen Extraservice.


Was Hotmail bereits praktiziert, führen jetzt auch andere Anbieter wie Lycos oder Yahoo! ein. Die Basisfeatures für die Minimal-User bleiben kostenlos, aber für alles, was über diesen Standard hinausgeht, müssen die Surfer zahlen. Mit den zusätzlichen Einnahmen ließen sich inhaltliche Angebote finanzieren. Denn dafür sind die User am wenigsten bereit zu zahlen. Für den E-Mail-Service hingegen würden viele User den einen oder anderen Dollar zahlen, wie die Provider in Umfragen herausgefunden haben.

 

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Zahlen für mehr Platz: Hotmail ist nur einer der Anbieter, die mit Web-basierten Mail-Konten Geld verdienen wollen


Mehr Speicherplatz kostet beispielsweise bei dem Anbieter aus dem Hause Microsoft 19,95 Dollar im Jahr. Ein gutes Geschäft, wenn die 110 Millionen Mitglieder, die den Service nutzen, ihn jährlich überweisen würden. Dementsprechend drängt Hotmail die User, deren Account überzulaufen droht, doch den Speicherplatz gegen Cash zu erweitern. Ansonsten würden Mails unwiderruflich gelöscht.

Doch auch Yahoo! plant, nach und nach Gebühren für Leistungen einzuführen, die zuvor kostenlos waren. So soll die bisher kostenlose Mail-Weiterleitung an andere Accounts ab Ende April für 29,99 Dollar zu haben sein. Derzeit verlangen die Amerikaner einen Einführungspreis von 19,99 Dollar jährlich.

Auch wenn der Yahoo!-Account die Mails von anderen Konten des Kunden abruft, soll der Surfer in Zukunft zur Kasse gebeten werden. Bei Mail.com soll das Weiterleiten gar 39,99 Dollar kosten, berichtet "USA Today". Lycos denkt darüber nach, für Spam-Filter und Extra-Kapazitäten Geld zu verlangen. Wenn nur ein Bruchteil der User diesen Service in Anspruch nimmt, wird dies ein Millionengeschäft.

Nur wenige User sind bereit zu zahlen

"Ich weiß nicht, ob dies der Anfang vom Ende der kostenlosen E-Mails ist. Wir denken derzeit nicht in diese Richtung", sagte Parul Shah von Hotmail. Letzten Endes müsse das Unternehmen schauen, wie der beliebte Service mit den Unternehmensinteressen zu vereinbaren sei.

Die kostenpflichtigen Services bei Hotmail werden gut angenommen, so Shah. Ähnlich sieht es bei Yahoo! aus: Über die Registrierzahl beim kostenpflichtigen Mail-Forwarding zeigte sich der Anbieter "angenehm überrascht". Sind die User nun bereit, für Dienste zu zahlen, die früher kostenlos waren? Umfragen zufolge würden nur zwölf Prozent der User für ein web-basiertes E-Mail-Konto zahlen.

Einiges könnte dafür sprechen, dass die Zeiten der kostenlosen E-Mail sich dem Ende zuneigen. Finanziert werden die meisten kostenlosen Services durch Banner- oder sonstige Werbung. Doch deren Wirkung ist umstritten. Der Werbemarkt im Internet ging im vergangenen Jahr zurück - diesseits und jenseits des Atlantik.

Doch beim Mail-Service gegen Bezahlung werden sicherlich viele Hotmail-Kunden nicht mitspielen. Oft ist deren Konto nur ein Zweit- oder Dritt-Account, auf dem sich Werbe- und Spam-Mails sammeln, um ungelesen in den Müll verschoben zu werden. "Wenn Hotmail will, dass ich dafür bezahle, dann sollte mir garantiert werden, dass ich nur die Mails bekomme, die ich wirklich will", sagt ein User aus Los Angeles.
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