Ich nehme mal Capricornos Post zum Anlass, zu verdeutlichen, dass im Vorfeld einer Investmententscheidung bzw. eines Unternehmenskaufes sich sehr genau überlegt wird, ob es sinnvoll ist.
Entsprechend hält man sich nicht lange mit solchen oberflächlichen Fakten auf, dass einer von mehreren Flugzeugherstellern aktuell interne Probleme hat. Es gibt ja auch noch Bombardier, Airbus und einige andere.
Zumal ein schwieriges Marktumfeld ja durchaus ein Kaufmotiv für Aurelius ist.
Denn ein "angeschlagenes" Unternehmen, dass einen Finanz- und anderweitig kräftigen Partner an Bord bekommt, ist "überlebensfähiger" als alle anderen Konkurrenten ohne solchen Partner. So lässt sich dann die Marktkonsolidierung zum eigenen Vorteil nutzen, wie man auch in den Fallstudien und bisherigen Aktivitäten bei z.B. HY, Solidus oder BP lesen kann.
Schaue ich mir dann die bisherige Entwicklung von ZIM an, z.B. durch die Infos in den Jahresabschlüssen beim Bundesanzeiger und die Pressemitteilungen (www.zim-flugsitz.de/...und-airbus-unterschreiben-bfe-vertrag/ sowie www.zim-flugsitz.de/entdecken-sie-das-projekt-lease-a-cabin/ www.zim-flugsitz.de/erstflug-der-bombardier-cs300-von-swiss/ www.zim-flugsitz.de/...klung-auf-der-aircraft-interiors-expo/ ) merke ich, dass ZIM gemessen an seinem jungen Alter bereits schon viel erreichte und die Branche auch hinsichtlich Kundenansprüchen, Retrofit und Erlösmodell vor einem Umbruch steht.
1) Die "Customization" schreitet voran (Sitze als "Alleinstellungsmerkmal der Airline) und dies bedingt auch ein hohes Maß an Innovation, z.B. dass das Tablett nur noch von einer einzelnen Strebe gehalten wird, ergonomische Verbesserungen der Arm- und Rückenlehnen oder diverse Materialinnovationen und der Einbau diverser "Elektro/Digitalgadgets) etc. pp.
2) Erlöse schlummern nicht nur mit neuen Sitzen, sondern auch im Ersetzen der Alten
3) Man mietet sich die Sitzausstattung und Kabinen
Damit kommt es für ZIM auch eher auf die Airlines an, als auf die Flugzeughersteller. Bzw. beide sind wichtig, denn die Flugzeughersteller bauen das, was die Airlines wollen; und die Airlines bestimmen auch, wie lange welche Flugzeuge fliegen und wie oft sie aufgerüstet werden.
In einer solchen Situation, ist Geld von Aurelius Gold wert. Das Ingenieursehepaar kann mit seinen Mitarbeitern weiter in die F&E investieren, diverse Addon-Käufe tätigen und unterliegen auch keinem Exitdruck (oder sonstigem Finanzdruck), da Aurelius eher langfristig orientiert und zuverlässig ist. Der ZIM Deal passt wie die Faust aufs Auge mit den anderen Deals der letzten 2 Jahre. Da waren die allermeisten ebenfalls leicht profitabel. Schaut man sich die Präsentationen (Dealflow-Folie) oder auf den Länderwebseiten die Investmentkriterien von Aurelius an, ist man schon längst weg von hoch defizitären Restrukturierungsfällen.
Die Deal Rational ist für mich im Großen und Ganzen klar, stimmig und zukunftsträchtig. Freue mich auf die weitere Entwicklung und hoffe, dass ZIM keinem kunden- oder produktmäßigem "Klumpenrisiko" unterliegt (bzw. wenn, dass es händelbar ist) und die Flugbranche im Allgemeinen keinen Sinkflug erlebt. Aber solche Risiken sind ja immer und überall gegeben.