Der Markt für mobile Unterhaltung wächst rasant. Experten gehen davon aus, dass im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Smartphones und vergleichbare Geräte unterwegs eingesetzt werden. Mit ihnen können Nutzer auf das Internet zugreifen. Allen voran das Apple iPhone hat die mobile Unterhaltung revolutioniert.
Nutzer können Standardapplikationen, sogenannte Apps, herunterladen. Diese Apps machen das Handy zum wahren Alleskönner: Vom actionreichen Spiel über eine weltweite Wettervorhersage bis zu einem Chat mit Freunden ist alles möglich. Eine Zahl verdeutlicht, wie groß bereits jetzt das Angebot an Apps ist: Im App Store stehen mittlerweile mehr als 100.000 Applikationen zum Abruf bereit. Im kommenden Jahr soll die Zahl von 300.000 überschritten werden. Und in diesem Markt mischt Artificial Life (WKN 917 521) ganz vorne mit.
Künstliche Intelligenz
Das in Los Angeles und Hongkong ansässige Unternehmen dürfte einigen Anlegern noch in Erinnerung sein: Vor einigen Jahren beschäftigte sich der Konzern mit künstlicher Intelligenz. Doch schon bald wandelte sich die Geschäftsidee und Artificial Life setzte voll auf den Zukunftsmarkt der mobilen Anwendungen. Dabei kann es Artificial Life nahezu gleichgültig sein, wer das Rennen macht: Apps können sowohl für das Apple iPhone, das Palm Pré, Googles Android oder ähnliche Geräte programmiert werden. Das Unternehmen wird auf jeden Fall als Gewinner aus dem Geschäft hervorgehen. Während andere Branchen unter der Finanzkrise leiden, wächst der Markt der mobilen Unterhaltung schier unaufhaltsam.
Spiele in den Top 10
Kein Wunder also, dass das Unternehmen nichts von der Wirtschaftskrise verspürt. Im Gegenteil: Das dritte Quartal 2009 war das beste der gesamten Unternehmensgeschichte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
wuchsen die Umsätze um über 32 Prozent auf 8,72 Millionen Dollar. Und auch gegenüber dem Vorquartal konnte Artificial Life weiter zulegen. Im zweiten Jahresviertel lagen die Erlöse noch bei 7,58 Millionen Dollar.
Der Grund für das rasante Wachstum liegt auf der Hand: Zwar wächst die Zahl der angebotenen Applikationen dramatisch. Doch durch die namhaften Partner wie Robbie Williams, BMW, Klitschko oder auch Bundesligafußballvereine finden die Produkte von Artificial Life reißenden Absatz. 20 der insgesamt 21 in diesem Jahr entwickelten Spiele des Unternehmens (95 Prozent), die im App Store angeboten wurden, haben es unter die Top 100 der am meisten heruntergeladenen Spiele geschafft. 15 davon waren sogar in den Top 10 vertreten - ein Spiel hielt sich sage und schreibe 300 Tage in den Top 100. Das Spiel, das sich am besten verkauft hat, wurde insgesamt 1,8 Millionen Mal heruntergeladen. In der schnelllebigen Zeit von mobilen Spielen ein mehr als beachtliches Ergebnis.
3M sichert sich Beteiligung
Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass sich der Mischkonzern 3M beinahe unbemerkt im Rahmen einer Kapitalerhöhung eine zehnprozentige Beteiligung an Artificial Life gesichert hat. Dabei hat das im Dow Jones notierte Unternehmen 6,45 Millionen Aktien zu je einem Dollar erworben. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen eine ganze Reihe neuer Applikationen entwickeln. So sollen unter der Regie von Artificial Life unter anderem digitale Wasserzeichen, Applikationen für das Gesundheitssystem und für Dialysepatienten oder auch mobile Marketing-Plattformen auf den Markt gebracht werden. Der finanzkräftige Partner 3M sieht Artificial Life als strategisches Investment. ?Wir freuen uns, mit 3M in den kommenden Jahren bei zahlreichen Projekten zusammenzuarbeiten", sagte Vorstandsvorsitzender Eberhard Schoneburg. Eine Komplettübernahme dürfte 3M aller Voraussicht nach zwar nicht anstreben. Jedoch ist die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen auf mehrere Jahre ausgelegt. Diese Kooperation zeigt, welch hohe Bedeutung auch Großkonzerne dem Nischenplayer einräumen.
Niedriges KGV bei hohen Wachstumsraten
Die Geschäfte bei dem Small Cap laufen prächtig. Für das Gesamtjahr sollte konservativ gerechnet ein Gewinn je Aktie von 0,22 Dollar realistisch sein. Bei dem derzeitigen Aktienkurs würde sich daraus ein 2009er-KGV von gerade einmal 5 errechnen. Rechnet man hingegen mit einem Gewinn je Aktie von 0,26 Dollar, was aufgrund des erwartet starken Weihnachtsgeschäfts alles andere als utopisch ist, würde das KGV für das laufende Jahr noch nicht einmal 4 betragen. Selbst wenn man einen Risikoabschlag für ein OTC-Unternehmen mit einberechnet, ist der Konzern bei einem Wachstum von über 30 Prozent viel zu günstig bewertet. Vor allem der Einstieg von 3M und die damit einhergehende vergrößerte Produktpalette versprechen weiterhin stark steigende Umsätze. Kurse von 1,80 Dollar (1,21 Euro) und mehr scheinen vor diesem Hintergrund gerechtfertigt. Wegen des geringen Handels sollten Anleger streng limitiert ordern oder die Aktien direkt in den USA kaufen.
Denke, daß das Volumen ständig steigen wird, und sehe deshalb keinen Grund in den USA zu ordern !! Zudem sind die Gebühren viel höher ! Allerdings sehe ich das Kursziel bei 3 € und nicht wie der Aktionär bei 1,20 €. Finde das Kursziel bei dem stark wachsenden Markt eher Konservativ.
