Mein Freund Dietmar Siebholz - dürfte den meisten hier ein Begriff sein - hat mir gestern eine Mail geschickt mit seiner aktuellen Stellungnahme (auch zu seltenen Erden). Ich bin ihm für seine Einschätzung und Stellungnahme sehr dankbar.
Hier der entscheidende Part (wer möchte, kann auch die komplette Mail von mir bekommen - einfach per BM melden):
Dietmar schreibt:
Was kann besser sein als Gold? Ich meine Rohstoffe, die nicht Geldersatz sind, die jeder Hochtechnologiestandort braucht und die kein Staat konfiszieren kann; und selbst, wenn er dies wollte, wird halt für kleines Geld eine kleine englische Limited gegründet, deren Geschäftszweck der Handel mit Technologiemetallen darstellt.
Meine Überschrift passt ganz sicher für die Seltenen Erden. Hier entwickelt sich eine explosive Gesamtlage. Erstens produziert China mehr als 95 % aller Seltenen Erden und China hat vor einiger Zeit Exportkontingente und in einigen Fällen sogar den totalen Exportstopp verfügt. Die Begründung ist einfach. China will, dass die Verarbeitung in China stattfindet und dass damit die höhere Wertschöpfung im Lande bleibt. Da alternative Produzenten – wahrscheinlich Lynas in Australien und vielleicht Great Western Minerals über ihre Tochter in Südafrika – erst im Jahre 2012 zur Produktion gelangen, dürfte der Hebel stark greifen.
Aber es kommt noch heftiger. Die chinesische Regierung ist stocksauer auf ihre vielen kleinen Unternehmen in China, die Seltene Erden produzieren, und dies mit erheblich gestiegenem Energieverbrauch und einer enormen Umweltbelastung. Nun hat die Regierung ein Gesetz erlassen, das genau diese Verstöße ausschließen wird und hat gleichzeitig den größten Produzenten von Seltenen Erden weltweit (Batou Steel, bei dem die Seltenen Erden als Nebenprodukt anfallen) per ordre de mufti veranlasst, eine Reservehalde von mindestens 300.000 Tonnen an Seltenen Erden anzulegen, weil man die ganze Industrie in einem Sonderprogramm innerhalb der nächsten 3 Jahre stilllegen und umstrukturieren will. Das klingt ab 2011 ziemlich vernünftig, nur muss man wissen, dass der derzeitige Verbrauch so an die 125.000 bis 135.000 Tonnen pro Jahr ausmacht.
Also müssen vier Voraussetzungen GLEICHZEITIG auftreten, damit der Markt nicht explodiert: Erstens muss Batou Steel in der Mongolei diesen Vorrat von 300.000 Tonnen wirklich und auch rechtzeitig anlegen, zweitens muss die Umstrukturierung der chinesischen Produzenten innerhalb der nächsten drei Jahre – also bis Mitte 2013 - verbindlich abgeschlossen sein, drittens müssen Lynas (2011), Great Western (2012) und Arafura (2013) zur vollen Produktionsreife, nämlich zur Lieferbereitschaft für fertige Seltene Erden gelangen und viertens darf die Nachfrage nach Seltenen Erden pro Jahr nicht die Summe von 100.000 Tonnen überschreiten.
Aber auch dann schon fehlen bis Ende 2013 im besten Falle 25.000 Tonnen. Dazu müsste aber dann der jährliche Weltbedarf auf ca. 110.000 Tonnen zurückgehen.
Das aber beträfe nur die Produktions- und die Nachfragemengen. Das heißt aber nicht, dass außerhalb von China jeder Nachfragende seinen dringend benötigten Bedarf auch erhält, denn China hat ja für bestimmte Seltene Erden-Metalle Ausfuhrkontingente geschaffen. Ob China aber die schweren Seltenen Erden für militärische Einsätze (die sind recht umfangreich wie z.B. in Cruise Missiles etc.) freiwillig an die USA verkauft, daran wage ich zu zweifeln.
Natürlich gäbe es eine Lösung: Die USA werfen alle Umweltbedenken, die zur Schließung der riesigen Mine am Mountain Pass in Kalifornien führte, über den Haufen und lassen Molycorp dort wieder thoriumbelastetes Material produzieren. Nur da vergessen wir, dass selbst wenn die Umweltorganisationen in den USA dies zuließen, sich die Extraktionsverfahren inzwischen so geändert haben, dass die Amis wieder chinesische Hilfe brauchten, denn nur in China wurden diese Technologien weiterentwickelt. Es gibt sogar dafür eine eigene Universität. Leider haben sich die US-Firmen seit mehr als 11 Jahren aus dieser Technologie verabschiedet. Von deutschen ganz zu schweigen.
Da hilft auch nicht, dass ein Gesetz zur Subvention von Ressourcen-Beschaffung in Nordamerika – veranlasst durch die Alaska-Senatorin Lisa Murkowski – zur Beschlussfassung gebracht werden soll, um zumindest die US-Waffenfertigung nicht durch Fremde kontrollieren zu lassen. Sparen Sie sich die Frage nach dem Stand der Ressourcensicherung für Deutschland. Wir haben ja andere Sorgen, nämlich die Sicherstellung der Finanzierung unserer südeuropäischen Freunde.
Kurz gesagt, da sicherlich nicht alle vier oben genannten Hoffnungswerte in Erfüllung gehen werden, steht das Chaos eines Lieferengpasses garantiert bevor. Und es gibt keinen Zweifel, dass die moderne Industrie diese Rohstoffe braucht, um existieren und produzieren zu können. Ich will es mir schenken, über den Einsatz der Seltenen Erden zu viele Worte zu verlieren. Gehen Sie einfach über GOOGLE auf die Suchworte Seltene Erden, Lynas und Arafura und Sie werden genug Lesestoff für zwei Wochen erhalten. Und ich bin sicher, dass Sie nach der Lektüre die Überschrift zu meiner Darstellung „Gibt es etwas Besseres als Gold“ mehr verstehen werden. Auf jeden Fall wird unsere Regierung sicherlich nicht das Thema Konfiskation bemühen, was auch für die Seltenen Erden spricht.
Das Beste wäre, den Rohstoff – also ein bestimmtes Mineral – direkt physisch zu erwerben und in Hongkong zu lagern, denn dort ist der zentrale Umschlagplatz für Seltene Erden. Ich nenne Ihnen gern meinen Partner, der dies für mich getan hat.
Leider gibt es einen Nachteil, die Mengen für einen täglichen Handel sind recht beachtlich, sodass es ein ziemlich großes Engagement bedeutet, wenn man unabhängig die Mineralien handeln will; mein Partner hat aber auch die Möglichkeit geschaffen, durch Konzentration mehrerer Interessenten einem größeren Kreis die Möglichkeit zu einem Engagement in diesen Seltenen Erden zu ermöglichen. Diesen Weg habe ich auch bestritten. Diese Handhabung hat einen weiteren Vorteil, der darin liegt, dass die Lagerstelle nicht im Zugriff deutscher Konfiskationsjünger steht.
Für mich gilt weiterhin: Gold und Silber – nicht in Deutschland gelagert – garantieren mir die Freiheit, Seltene Erden in Hongkong sind ein Investment zur Sicherung meiner Sonderwünsche für die nahe und weitere Zukunft.
Lernen Sie also mehr über Gadolinium, Neodym, Europium, Terbium und seine Brüder, es lohnt sich, denn die Technologie-Weiterentwicklungen werden nicht von den Auswirkungen der Finanzkrise gesteuert, sondern von den Vorteilen und den unverzichtbaren Fortschritten der neuen Technologien.
Für den Aktienanleger ist die Auswahl sehr begrenzt, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Viele Explorationsformen behaupten, sie hätten eine Lagerstätte gefunden und sich gesichert. Aber hier zählt das nur dann, wenn hohe Prozentsätze an Seltenen Erden in den Erzen stecken(diese müssten zweistellig sein) und die Firmen müssten über eine Technologie für die Trennung der Seltenen Erden verfügen. Und auch diese Lagerstätten könnten erst frühestens 2015 zur Produktion gebracht werden. Es sind also tatsächlich nur maximal nur zehn wirklich akute Unternehmen, die man ernst nehmen und untersuchen sollte.