21.10.11 12:42 dpa-AFX: Biograf: Steve Jobs wollte Googles Android 'vernichten'
NEW YORK (dpa-AFX) - Apple-Chef Steve Jobs hat vor
seinem Tod alles daran gesetzt, das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem
Android von Google zu 'vernichten', weil er es für eine
Nachahmung von Apple-Software hielt. Das geht aus Auszügen der neuen Biografie
des Apple-Gründers von Walter Isaacson hervor, die am Freitag vom Online-Portal
'Huffington Post' veröffentlicht wurden. Die in der Biografie beschriebene
Haltung von Steve Jobs erklärt auch die unversöhnliche Härte, mit der aktuell
vor Gerichten in aller Welt um Patentrechte in der Mobilfunk-Branche gestritten
wird. Android-Smartphones sind der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Apple
überzieht ihre Hersteller wie Samsung oder HTC mit
Patentklagen und Designklau-Vorwürfen.
'Wenn es sein muss, werde ich meinen letzten Atemzug
dafür verwenden, und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar bei der Bank,
um dieses Unrecht zu korrigieren. Ich werde Android vernichten, weil es ein
gestohlenes Produkt ist', zitiert Isaacson den ehemaligen Apple-Chef in seinem
Buch. 'Ich werde einen Atomkrieg dagegen führen.'
Der Apple-Gründer sei bei dem Gespräch über Android 'wütender
geworden als ich ihn je gesehen habe'. Jobs habe sich auch extrem abfällig über
Google-Angebote geäußert: 'Außerhalb der Suche sind Googles Produkte - Android,
Google Docs - Mist.' Er habe erfolglos versucht, Google von der Entwicklung
eines eigenen Smartphone-Betriebssystems abzubringen und dem Internet-Konzern
dafür auch einen prominenten Platz auf Apples iPhones versprochen. Der
Karten-Dienst auf dem iPhone wird nach wie vor von Google bestückt.
Googles Android ist in kürzester Zeit zur stärksten Kraft im
schnell wachsenden Smartphone-Markt aufgestiegen. Dazu trug auch bei, dass das
Betriebssystem von mehreren Handy-Herstellern genutzt wird. Google vermarktet
Android als offene und kostenlose Software, die Anbieter stehen aber im Visier
zahlreicher Patentklagen, vor allem von Apple. Außerdem zahlen etliche von ihnen
Lizenzgebühren an Microsoft , um rechtlichen
Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.
Apple scheint im Gegensatz zu Microsoft weniger daran interessiert,
Lizenzzahlungen von den Android-Herstellern zu bekommen, sondern dass die
angeprangerten Technologien von ihren Geräten verschwinden. Google versucht
derzeit, mit dem Kauf des traditionsreichen Handy-Herstellers Motorola für 12,5
Milliarden Dollar das Patent-Arsenal hinter Android aufzustocken, um mehr
Verhandlungsmasse in den Konflikten zu haben.
Das Buch 'Steve Jobs. Die autorisierte Biografie des
Apple-Gründers' erscheint am Montag in den USA, die deutsche Version am
Donnerstag./so/DP/nmu
Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln. (J. Paul Getty)