Das vielleicht bekannteste und schönste Beispiel zur Vorsicht mit voreiligen Schlüssen:
www.math.uni-paderborn.de/~agbiehler/sis/...n/2001-2_Matth.pdfEs macht in der Tat keinen Sinn, zwischen "irgendwelchen" Datenreihen eine Korrelation auszurechnen und daraus auf einen kausalen Zusammenhang zu schließen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wenn man bereits einen wohlbegründeten Verdacht auf einen kausalen Zusammenhang hat, kann man den eventuell mit einer gewissen Irrtumswahrscheinlichkeit statistisch erhärten. Mehr nicht.
Ich nehme mal an, das wollte
#4484 zum Ausdruck bringen.
Ich frage mich aber mal eine Stufe einfacher, (werfe die Frage mal in den Raum) welcher kausale Zusammenhang zwischen
dem Kurs des AUD und der wirtschaftlichen Entwicklung im pazifischen Raum (insbes. Asien) besteht.
Australien ist ein großer Rohstofflieferant, also sollte man annehmen, dass bei strammen Wachstumsraten in China + Co der Kurs des AUD gegen einen globalen Währungskorb (Währungen gewichtet nach ihrem globalen Volumen) tendenziell steigt.
Das wäre ein kausaler Zusammenhang, den man nun durch Berechnung
der Korrelation zwischen Wachtumsraten und Kursentwicklung statistisch testen und ggf. erhärten könnte
(Korrelation der Datenreihen).
Auf den zweiten Blick erschiene diese Kausalität aber wacklig. Der AUD hat volumenmäßig
nur einen geringen Anteil an den Weltwährungen, nagelt mich jetzt nicht fest, aber sicher unter 10%. Damit große Zahlungsströme abzuwickeln ist nicht sinnvoll.
Deswegen werden die Lieferverträge der großen Rohstoffkonzerne wohl in USD laufen
(vermute ich mal stark). Damit ist die Kausalität dahin.
Die Datenreihen können aber eine hohe Korrelation aufweisen
(sofern sie das waren , die ändern sich ja nicht).
Die Aussies nehmen viele USD ein - die Frage ist, was machen die damit?
Wenn sie, wie die Ölscheichs im Ausland wieder Waren kaufen (für USD) und importieren, dann sehe ich keinen großen Einfluss auf den AUD.
Wenn sie die eingenommenen USD im großen Stil in AUD tauschen (und ihre Zentralbank die AUD nicht unbegrenzt nachdruckt) dann müsste wegen der Verknappung der AUD
der Kurs gegen USD steigen (andere Faktoren mal ausgeklammert)
So einfach ist das also nicht mit der Aussagekraft der Korrelationen, wie man schon an dem zunächst einfachen Beispiel sieht.
Mich würde aber schon interessieren, ob jemand die Faktoren, die den AUD beeinflussen (könnten), etwas genauer aufschlüsseln kann. (Link z.B).