Kaufberater: Intel versus AMD
Augen auf beim Pentium-Kauf
Versichern Sie sich beim Kauf, dass Sie einen Sockel 478 Prozessor erwerben.
Dieser ist zwar nicht schneller als die Sockel 423 Variante, dafür lassen die
478er-Platinen aber die Möglichkeit späterer Upgrades offen. Den attraktivsten
Preis bieten natürlich die zwei Einstiegsmodelle mit 1400 und 1500 MHz. Auch
der 1700er ist mit einem Preis von 560 Mark noch vertretbar. Pentium 4 CPUs mit
höheren Taktraten bieten ein weitaus schlechteres Preis-/Leistungsverhältnis.
Von AMD gibt es, genau wie von Intel, neben der Hauptserie Athlon auch einen
LowCost-Prozessor, den Duron. Der Duron ist inzwischen in zwei verschiedenen
Ausführungen erhältlich. Die etwas ältere Version mit "Spitfire-Kern" und
Taktfrequenzen von 700 MHz bis 950 MHz und den etwas schnelleren mit
"Morgan-Kern" mit 1000 MHz, 1100 MHz und 1200 MHz.
Duron auch für aktuelle Spiele gerüstet?
Mit einem Bustakt von 100 MHz und einem nur 64KB großen Cache ist der Duron
mit "Spitfire-Kern" natürlich keine Offenbarung in Sachen Geschwindigkeit, für
Büroanwendungen oder ein gelegentliches Spiel jedoch vollkommen
ausreichend. Aktuellen 3D-Spielen und komplexen Multimediaanwendungen ist
der Prozessor allerdings nicht mehr gewachsen. Der 120 Mark teure Duron 800
ist daher unsere Empfehlung für Arbeitsrechner, die vorwiegend zur Bewältigung
von Büroarbeiten eingesetzt werden. Wer ab und an auch mit
Multimedieanwendungen zu tun hat, sollte den Duron mit Morgan-Kern
bevorzugen. Er ist eine Mischung aus dem altem Duron und dem Athlon XP und
zugleich ein guter Kompromiss zwischen Preis und Performance. Dank 3DNOW!
und SSE-Unterstützung ist er teilweise deutlich schneller als sein Vorgänger und
mit 170DM für das 1GHz Modell trotzdem sehr günstig.
Athlon - maximale Performance
Ein Maximum an Leistung verspricht die
Athlon-Serie. Diese unterteilt sich in die
"Thunderbird-Reihe" mit Geschwindigkeiten von
850 bis 1400 MHz und in die aktuellere
"Palomino-Version" mit Taktfrequenzen von 1333
bis 1600 MHz. Wir raten dazu, unbedingt
Prozessoren mit Palomino-Kern zu kaufen. Sie
unterscheiden sich äußerlich von den
herkömmlichen Athlons durch die Bezeichnung
"Athlon XP" und einem grünen bzw. braunem
Gehäuse aus organischem Material, während der
Thunderbird noch in einer lila Keramikhülle steckt.
Eine Besonderheit stellt die Angabe der Taktfrequenz da. So bedeutet "Athlon XP
1700+" nicht, dass der Prozessor mit 1700 MHz läuft, eher soll er so schnell sein
wie ein Thunderbird mit 1700 MHz. Welche Taktfrequenzen sich hinter den
jeweiligen Typenbezeichnungen verbergen, erfahren Sie in dieser Tabelle.
Athlon XP schneller als Thunderbird
Dank Optimierungen in der Architektur ist der XP schon bei gleichem Takt im
Schnitt 5 Prozent bis 25 Prozent schneller als der Thunderbird. Dies wird
hauptsächlich durch das integrierte "Date Prefetching" erreicht. Erfreulich ist
auch, dass AMD das Prozessordesign weiter optimiert hat, so dass der Athlon XP
sich nicht mehr so stark erhitzt. Ein echter Kauftipp sind der XP 1500+, XP 1600+
und XP 1700+. Der Preis für diese CPUs bewegt sich zwischen 300 Mark und
400 Mark. Nur wer auf jedes Quentchen Leistung angewiesen ist, sollte sein
Geld in den 500 Mark teuren XP 1800+ bzw. in den 650 Mark teuren XP 1900+
investieren.
Fazit:
Im LowCost-Sektor liefert sich der Celeron mit dem Duron ein interessantes
Duell. Letztendlich sichert sich aber der Duron in diesem Bereich die
Performance-Krone, wenn auch nur knapp. Während der Celeron lediglich im
MP3-Encoding und im Sysmark Vorteile für sich verbuchen kann, führt der Duron
sämtliche Spielebenchmarks an. Wir tendieren zum Duron, letztendlich bleibt es
aber Ihnen überlassen für welchen der beiden Prozessoren Sie sich
entscheiden, da beide auf einem ähnlichen Preis- und Leistungsniveau liegen.
Athlon vor Pentium 4
Der Kampf zwischen den Flaggschiffen AMD Athlon XP und Intel Pentium 4 fällt
da etwas eindeutiger aus. Beim inzwischen etwas angestaubten Quake 3 ist der
Unterschied noch marginal, während im Bereich Spiele und Mp3-Encoding der
Athlon XP teilweise recht deutliche Vorteile für sich verbuchen kann. Sehr
beeindruckend, wenn man bedenkt, dass der XP 1900+ mit seinen 1600
Megahertz ganze 400 MHz hinter dem schnellsten P4 liegt. Kontern kann der
Pentium 4 nur in Applikationen, die SSE2 unterstützen. Insgesamt liegen die
Vorteile also beim Athlon.
Neben der Performance gibt es noch drei weitere Merkmale die man nicht außer
Acht lassen sollte: Hitzeentwicklung, Preis und Stabilität. AMD versucht nach wie
vor, sich mit einer aggressiven Preispolitik Martkanteile zu sichern, deshalb ist es
auch nicht verwunderlich, dass die XPs den Pentium 4 preislich recht deutlich
unterbieten. Die 650 Mark für den XP 1900+ erscheinen gegenüber den für den
P4 2000 fälligen 1100 Mark fast schon bescheiden. Da stört es auch nicht, dass
AMD-Käufer aufgrund der höheren Wärmeentwicklung etwas mehr Sorgfalt bei
der Lüfterwahl walten lassen sollten.
Was die Stabilität angeht, stehen beide CPUs auf einer Stufe. Keiner der beiden
Prozessoren ist dafür bekannt, Fehler irgendwelcher Art auszulösen, trotzdem
kam es mit AMD Systemen in der jüngsten Vergangenheit teilweise zu
Problemen. Diese waren allerdings in den Mainboard-Chipsätzen von VIA
begründet. Besonders der KT133(A) und der KT266 konnten Instabilitäten
verursachen. Aber VIA blieb nicht untätig und verbesserte die eigenen Chipsätze
immer weiter, so dass der KT266A dem Athlon nicht nur einen ordentlichen
Performanceschub ermöglicht, sondern auch noch höchst stabil ist. Wenn
überhaupt, führen P4 Systeme in Sachen Stabilität nur minimal.
Die schnellste CPU kommt also von AMD und ist mit 650 Mark für das
Spitzenmodell deutlich günstiger als der P4 aus dem Hause Intel. Der Athlon XP
Gruß Dr. Broemme ist unser Kauftipp.