Ich kann einen amerikanischen Präsidenten nicht ernst nehmen, dessen Ernennung der Ruch von Wahlmanipulation und Cliquenwirtschaft anhaftet. Warum wehren sich die Republikaner gegen eine gewissenhafte Nachprüfung des Wahlergebnisses in Florida? Es scheint, dass sie definitiv wissen, dass sie im Falle einer korrekten Nachzählung den Kürzeren ziehen würden. Was aber ist von einem Wahlergebnis zu halten, bei dem die Stimme der einzelnen Wähler nicht gleichwertig ist? Als Vorzeigeland für eine funktionierende Demokratie eignen sich die USA schon lange nicht mehr. Es fehlt als Grundvoraussetzung eine funktionierende, unabhängige Judikative: Selbst bei so immens wichtigen, demokratierelevanten Entscheidungen zählt nur der Parteien- und Gesinnungsproporz – je nach ideologischer Mehrheit werden Gesetze parteikonform ausgelegt und entsprechende Urteile verfasst – Demokratie ade, wir verteilen Pfründe. Was mit der Verweigerungs- und Hinhaltetaktik der Staatsregierung Floridas anfing, findet jetzt vor dem Supreme Court seine unrühmliche Fortsetzung. Aber das scheint fast schon selbstverständlich in einem Land, dessen Einwohner mehrheitlich „Freiheit“ mit dem Recht auf uneingeschränkten Waffenbesitz gleichsetzen.
Bei einer ähnlichen Wahl auf dem Balkan würde die westliche Welt „Betrug!“ schreien, die Wahlsieger nicht anerkennen und mir Truppen drohen. Bleibt mir als überzeugtem Europäer nur die Hoffnung, dass ein sich mehr und mehr einigendes Europa ein gesundes und regulierendes Gegengewicht zu den egozentrischen und chauvinistischen Amerikanern bilden wird (ich weiß, ich weiß, nicht alle Amis sind gleich...) – auch wenn, zugegebenermaßen, die schlimmsten Genozide des letzten Jahrhunderts von der „Alten Welt“ ausgingen (unsere Väter und Großväter größtenteils ganz vorne weg). Aber Europa hat gelernt – und aus „God´s own country“ wird auf absehbare Zeit kein vernünftiger Gedanke zu erwarten sein.
Slainte
Rosebud.
Bei einer ähnlichen Wahl auf dem Balkan würde die westliche Welt „Betrug!“ schreien, die Wahlsieger nicht anerkennen und mir Truppen drohen. Bleibt mir als überzeugtem Europäer nur die Hoffnung, dass ein sich mehr und mehr einigendes Europa ein gesundes und regulierendes Gegengewicht zu den egozentrischen und chauvinistischen Amerikanern bilden wird (ich weiß, ich weiß, nicht alle Amis sind gleich...) – auch wenn, zugegebenermaßen, die schlimmsten Genozide des letzten Jahrhunderts von der „Alten Welt“ ausgingen (unsere Väter und Großväter größtenteils ganz vorne weg). Aber Europa hat gelernt – und aus „God´s own country“ wird auf absehbare Zeit kein vernünftiger Gedanke zu erwarten sein.
Slainte
Rosebud.